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Und was kostet das?

Generell gilt bei Zero Waste: Was du nicht gut ohne Abfall kaufen kannst, solltest du selbst herstellen. Ein DIY-Shampoo oder -Deo ist zum Beispiel viel einfacher gemacht, als du vielleicht denkst (bei den meisten Kosmetika sind die Grundmaterialien dieselben und günstig im Internet zu besorgen). Hier ist ein einfaches Rezept für ein Deo:

  • 2 Parts Pfeilwurzelmehl
  • 1 Part Backpulver
  • 1 Part Kokosnussöl
  • 1 Part Sheabutter
  • ein paar Tropfen ätherischer Öle

Du erhitzt Wasser in einem Topf und stellst eine Glasschüssel über den Wasserdampf. Darin mischst du alle Inhaltsstoffe, bis du eine homogene Masse hast. Dein Deo kannst du dann einfach in ein altes Marmeladenglas füllen und aushärten lassen. Noch ein Hinweis: Jeder Mensch ist unterschiedlich, und nicht jedes Deo ist ideal für jeden. Also probiere ruhig ein paar verschiedene Rezepte aus, bis du dein perfektes Deo gefunden hast. Besonders viele gute Rezepte mit Videoanleitung findest du auf dem YouTube Kanal trashisfortossers.

Und was kostet das?

Auf die Frage, ob Zero Waste generell günstiger ist, als wenn du normal einkaufen würdest, gibt es keine einfache Antwort. Das Konzept schärft aber grundlegend dein Bewusstsein für (unnötigen) Konsum. Vielleicht denkst du beim nächsten Mal Shoppen also nicht nur daran, dir einen Rucksack oder Tüten von daheim mitzunehmen – sondern auch daran, dass dein Kleiderschrank möglicherweise schon voll genug ist.

Wenn es um Lebensmittel geht, ist es etwas komplizierter. Generell werden die Kosten die ersten paar Monate eventuell etwas steigen, da man in Aufbewahrungsbehälter investieren muss und sich gegebenenfalls einen kleinen Vorrat an Lebensmitteln einmacht und einfriert. Außerdem ist es so, dass Obst und Gemüse auf dem Markt und in Zero-Waste-Shops etwas teurer sind, dafür aber auch meist mit Bio-Qualität ausgezeichnet. Das bedeutet, man gibt vielleicht etwas mehr Geld aus, hat aber dafür an Lebensqualität gewonnen.

Auf die Frage, wie man kostengünstig Plastik einspart, gibt es eine einfache Antwort. Aluminium- oder Blechschüsseln kosten ähnlich viel wie Plastikschüsseln und sind dazu noch hygienischer, denn mit der Zeit kann das Plastik in deine Nahrung gelangen. Das gilt auch für Plastikwasserflaschen. Bonus: Du musst keine schweren Kästen oder Packs mehr schleppen. Wer Kohlensäure bevorzugt, ist mit einem Wassersprudler gut bedient – die gibt es nämlich schon ab 50 Euro.

Am meisten Geld kannst du aber sicherlich bei Plastiktüten sparen. Die meisten Einkaufsläden verlangen der Umwelt zuliebe zwischen 15 und 25 Cent pro Tüte, ein Jutebeutel hingegen kostet einmalig um die zwei Euro und ist wiederverwendbar – eine gute Investition, die sich schnell auszahlt!

Auch ins Geld fallen Einwegprodukte wie Küchenrollen und Wattepads. Hier sparst du langfristig, indem du diese durch Waschtücher und Mikrofasertücher ersetzt, die du nicht entsorgen musst, sondern einfach waschen kannst. Wenn du dir einige Kosmetika selbst herstellst, vermeidest du nicht nur Müll und aggressive Chemikalien, sondern auch hohe Kosten. Die Antwort, ob Zero Waste günstiger ist, hängt also ganz davon ab, wie du den Lifestyle umsetzt. Kurzfristig steigen vielleicht die Kosten, aber langfristig zahlt es sich aus.

Wichtig ist, dass du nicht das Gefühl hast, dein Leben komplett umstellen zu müssen. Versuch, Schritt für Schritt mit der Zeit einige Sachen in deinen Alltag zu integrieren. Viele denken, dass sie sich beim Übergang zu einer umweltbewussteren Lebensweise komplett mit Material (wie Einmachgläsern) eindecken müssen. Viele Dinge kannst du aber einfach umfunktionieren oder wiederverwerten. Wohin zum Beispiel mit dem leeren Marmeladenglas? Entwirf doch ein eigenes Label und benutze es als Nussglas. Auf Websites, YouTube-Channeln und Blogs für Zero-Waste wie CareElite, Trashisfortossers oder Utopia kannst du dich für deinen neuen Lifestyle inspirieren lassen.

Zero Waste FAQ

Wie zahlt man das Gewicht der Tasche nicht mit?

Es gibt in Onlineshops Netze und Beutel, die schon eine Gewichtsangabe enthalten. Du kannst deinen Beutel aber auch selbst vor dem Einkaufen wiegen und dann den Kassierer fragen, ob er das Gewicht vom Preis abziehen kann. Sonst kannst du dein Gemüse und Obst einfach ohne Beutel wiegen und dann erst einpacken.

Wie trage ich Kontaktlinsen, ohne Müll zu produzieren?

Dafür gibt es leider noch keine Möglichkeit. Wenn du Brillenträger bist, kannst du dir aber zum Beispiel selbst einen Glasreiniger herstellen (Rezepte gibt es viele im Internet).

Gibt es Zero-Waste-Wattestäbchen?

Ja. Balea verkauft zum Beispiel Wattestäbchen mit Papierstab. Die sind nicht ganz so stabil, dafür aber auch nicht teurer.

Wie hat man Zero-Waste-Sex, ohne auf die Verhütung zu verzichten?

Zero-Waste-Safer-Sex ist nicht möglich. Du solltest dich auf jeden Fall immer vor Geschlechtskrankheiten und ungewollten Schwangerschaften schützen. Ein paar Dinge kannst du trotzdem beachten: Schau nach, ob die Kondome, die du kaufst, von einer umweltbewussten Firma hergestellt werden und welche Inhaltsstoffe sie enthalten – petroleumfreie Kondome gibt es nämlich schon.

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Kommentare (9)

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  1. Anonym

    Zum Kommentar wegen Deo-Herstellung: Es stimmt, dass fünf Verpackungen nicht wirklich besser sind. Bis auf das ätherische Öl (was in der Regel sehr lange hält) können die anden Sachen meist lose im Unverpackt-Laden gekauft werden (Backpulver = Natron auf alle Fälle und Pfeilwurzelmehl auch sehr sicher). Statt Papierwattestäbchen (=Müll, daher kein Zero Waste) kann man auch Mehrweg-Holzstäbchen oder Mehrweg-Metallstäbchen nehmen. Letztere kosten etwas mehr, halten aber ein Leben lang (wahrscheinlich auch für die nächste Generation) und können vom ganzen Haushalt genutzt werden. Die muss man nur nach der Nutzung abwaschen. Gibt es auch im Unverpackt-Laden. Sehr empfehlenswert sind (meiner Meinung nach) auch Rasierhobel. So eine Klinge hält (für Frau) gute 20-25 Rasuren aus. Im Gegensatz zu Plastikrasierern hat man sein Geld nach ein paar Jahren wieder raus. Die Klinge ist geht auch sehr gut. Gibt auch unterschiedliche Versionen für Männer und Frauen. Man kann sehr viel einfach und schnell machen, auch Haarspray, Mundspülung, Peeling... [In eigener Sache: Wer mehr Interesse an dem Thema und generell nachhaltigem Leben hat, kann sehr gerne einen Blick in meinen Blog werfen: https://cathagoessustainable.wordpress.com/] Ansonsten findet man im Internet für alles gute Anleitungen und Tipps :)

  2. Anonym

    Bezüglich Bio-Abfälle habe ich sehr gute Erfahrungen mit einer Wurmbox in der Küche gemacht. Bauanleitungen und Sets findet man via Google. Stinkt nicht, sind sehr genügsame Haustiere und produziert hochwertige Erde.

  3. Anonym

    Sinnvoller Artikel! :) Ein kleiner Einwand: Ich bezweifle dass das Einfrieren von Bioabfällen ökologisch ist! Sicher bleibt es angesichts des hohen Energieaufwandes ökologischer eine Biotonne zu bestellen. Für dieses kommt zwar auch ein Müllauto, ich schätze dies als weniger energieintensiv ein. Kann natürlich sein, dass ich mich nicht genug auskenne. Würde aber von dieser Empfehlung abrücken, wenn klare Evidenz besteht, dass diese ökologischer ist.

  4. Anonym

    "bei aller Liebe und nichts gegen Umweltschutz aber eine Großpackung (teure) OB-Tampons kostet 5€. Eine normale Frau hat ihre Periode nur einmal im Monat. Keine Frau braucht 64 Tampons für eine Periode. Mir reichen die ja eher für min. 6 Mal, also ein halbes jahr. Das sind also 10€ im Jahr und nicht 5€ im Monat!!" Dein Einwand ist berechtigt, wir haben den Text an der entsprechenden Stelle korrigiert. LG Sebastian

  5. Anonym

    Tolle Tipps :) Noch einen Punkt für die, denen die Papierwattestäbchen zu unstabil sind: Gibt mittlerweile viele auch mit Holzstab in der Mitte.

  6. Anonym

    Ein paar gute Ansätze! Hier noch eine Übersicht der Unverpackt-Läden, in denen man (überwiegend) müllfrei einkaufen kann: https://enorm-magazin.de/unverpackt-laeden-DEUTSCHLAND Wenn man Putzmittel etc. in Plastikverpackungen kauft, kann man darauf achten, dass die Verpackung aus recyceltem Material besteht (etwa bei den Marken "Frosch" und "ecover").

  7. Anonym

    Ihr habt da auch einen kleinen Logik-Fehler eingebaut: "Deo umweltfreundlich selber herstellen", aber die Zutaten ganz einfach im Internet bestellen? Das macht bei 5 Zutaten vermutlich schon 5 Plastiktütchen + 5 Pappkartons, die durch die Gegend transportiert wurden...

  8. Anonym

    .. .und dass elektrische Zahnbürsten wirklich umweltfreundlicher sind, wage ich ja auch zu bezweifeln. Die sind in der Herstellung wesentlich aufwendiger und verbrauchen auch noch regelmäßig Strom. Und so viel kleiner ist der Zahnbürstenaufsatz auch nicht. (Dazu müsste man eine Studie machen, um das zu beweisen). ICh meine aber es gibt auch Handzahnbürsten bei denen man den Kopf wechseln kann.

  9. Anonym

    bei aller Liebe und nichts gegen Umweltschutz aber eine Großpackung (teure) OB-Tampons kostet 5€. Eine normale Frau hat ihre Periode nur einmal im Monat. Keine Frau braucht 64 Tampons für eine Periode. Mir reichen die ja eher für min. 6 Mal, also ein halbes jahr. Das sind also 10€ im Jahr und nicht 5€ im Monat!! Natürlich lohnen sich die Tassen immer noch und ich möchte das ausdrücklich befürworten. Aber wenn man schon Vergleiche anstellt, dann doch bitte richtig ;)

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