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Wie rettest du die Welt?

Vorräte Lebensmittel Container Nachhaltig [Quelle: Unsplash.com, Autor: Laura Mitulla]

Quelle: Unsplash.com, Laura Mitulla

Vegetarier, Veganer, Frutarier – und jetzt Zero Waste? Ein Lifestyle jagt den anderen, aber Zero Waste ist eine ganz besondere Art, zu leben: nämlich frei von Müll.

Keinen Müll mehr produzieren? Das klingt erstmal unmöglich – aber mit etwas Ideenreichtum ist es machbar. Während zum Beispiel die Autoindustrie immer mehr auf Elektroautos setzt und damit ihren Teil zum Umweltschutz beiträgt, sind wir als Verbraucher im Kleinen gefragt. Was kannst du also konkret tun, um die Umwelt (und auch deinen Geldbeutel) zu schonen?

Was ist eigentlich Zero Waste?

Zero Waste ist ein Lifestyle, das heißt: eine Art und Weise, wie du dein Leben führen möchtest. Zero-Waste-Anhängern geht es besonders darum, wenig oder gar keinen Müll zu produzieren. Dazu gehört vor allem, Plastikverpackungen zu vermeiden und möglichst nur recyclebaren Müll zu produzieren.

Das Ziel: Materialverschwendung vermeiden und die Umwelt schonen. Denn mal ganz ehrlich: Wer braucht eigentlich Plastiktüten zum Einkaufen? Und muss wirklich alles einzeln abgepackt sein? Zero Waster leben bewusster, vor allem, was die Konsequenzen ihres Handelns angeht. Viele Menschen wissen zum Beispiel gar nicht, was mit ihrem Abfall passiert, nachdem er von der Müllabfuhr abgeholt wurde.

Aber warum solltest du dich überhaupt einschränken? Was hast du davon, wenn du weniger oder gar keinen Müll produzierst? Darauf gibt es eine ganz einfache Antwort: Besonders Plastikabfall hat nicht nur auf die Umwelt oder Meerestiere einen Einfluss, sondern auch auf den Menschen. 

ZUm Beispiel die Plastiktüte, die du gerade entsorgst, wird sich in den nächsten Jahrzehnten in kleinste Mikroplastikpartikel zersetzen und durch den Boden einen Weg in deine Nahrung finden. Richtig gehört! Der Mensch nimmt jeden Tag pro Mahlzeit mehr als 100 Plastikpartikel zu sich. Mögliche Folgen: Immunschwächen, Impotenz, Krebs und Einflüsse auf das Gehirn.

Plastik, die ungeahnte Gefahr

Als Plastik für die Masse erschwinglich wurde, waren die Menschen begeistert. Es ist leicht und unzerbrechlich – also sehr praktisch. Das ist zugleich der Vorteil und Nachteil an der Sache: Kunststoff ist nahezu unkaputtbar und verrottet extrem langsam. Hier ein paar Fakten und Zahlen, die dich vielleicht überraschen:

  • Allein in Deutschland werden jedes Jahr zwei Milliarden Plastiktüten verbraucht (Stand 2018); dabei hat jede dieser Tüten nach bereits durchschnittlich zwanzig Minuten ihre Schuldigkeit getan und wird entsorgt.
  • Deutschland exportierte im Jahr 2018 mehr als 700.000 Tonnen Plastikmüll ins Ausland. Weltweit liegen wir damit auf Platz drei – nach Japan und den USA.
  • Lediglich 15,6 Prozent des Kunststoffabfalls werden in Deutschland recycelt, so die Heinrich Böll Stiftung. Den größten Anteil am Plastikmüll machen Einwegprodukte und Verpackungen aus
  • Jedes Jahr sterben laut NABU rund eine Million Seevögel und 135.000 Meeressäuger an Plastik. Die Tiere unterscheiden das Plastik nicht von ihrer Nahrung, nehmen es zu sich und können mit dem dadurch verstopften Magen keine weitere Nahrung aufnehmen. So verhungern die Meeressäuger auf qualvolle Weise.
  • In manchen Gebieten unserer Meere gibt es sechsmal mehr Plastik als Plankton.
  • Eine Plastikflasche braucht 450 Jahre, um zu verrotten.
  • Ein Deutscher produzierte 2016 durchschnittlich 220,5 Kilo Verpackungsmüll pro Jahr, im EU-Schnitt waren es  2015 "nur" 167,3 Kilo pro Einwohner. 

Tipps für den Alltag: So kannst du deinen Müll reduzieren

Du findest, es ist Zeit, etwas zu ändern? Der erste Schritt ist, das eigentliche Problem zu identifizieren. Geh also zu deinem Mülleimer und schaue, wo du wie viel Müll produzierst. Bei manchen Müllsorten ist die Lösung ganz einfach:

  • Organischer Abfall: Kompostiere! Wenn du keinen Garten hast, kannst du deinen Kompost oft auch zu deinem lokalen Wochenmarkt bringen. Damit es in deiner Wohnung nicht stinkt, könntest du deinen Kompost bis zum Wochenende einfrieren und dann zum Markt bringen. Wichtig: Kein Fleisch in den Kompost werfen, das zieht Ratten an!
  • Plastikflaschen: Nutze eine Aluflasche, die du wiederverwenden kannst. Diese kosten meist nicht mehr als 10 Euro und halten dein Getränk zudem schön kalt oder warm.
  • Plastikbeutel: Eine Alternative sind Jutebeutel; die sind nicht nur robuster, sondern auch angenehmer um die Schultern.
  • Tampons/Binden: Hast du schon von Menstruationstassen gehört? Sie schonen die Umwelt und deinen Geldbeutel: Eine Tasse kostet rund 15 Euro und hält bei richtiger Pflege bis zu zehn Jahre. Zum Vergleich: Tampons kosten dich monatlich circa drei Euro. Deine Ersparnis innerhalb von zehn Jahren liegt also bei 345 Euro. Alternativ bietet sich auch ein Menstruationsschwamm an. Der Naurschwamm lässt sich wie ein Tampon verwenden, du kannst ihn einfach mit Wasser auswaschen. Mit einem Preis von etwa 5 Euro entlastet der Schwamm zudem dein Portemonnaie.  
  • Seifenspender: Stückseife ist nicht nur sehr abfallfreundlich, sondern auch sanfter zu deiner Haut.
  • Zahnbürsten: Bambusbürsten sind eine beliebte Zero-Waste-Alternative zu den Plastikbürsten. Nicht jeder findet sie aber hygienisch. Was kannst du sonst tun? Nutz eine elektrische Zahnbürste, für die musst du nämlich lediglich den Aufsatz wechseln und nicht gleich die ganze Zahnbürste.
  • Verpackte Lebensmittel: Kauf in großen Mengen ein! Das spart Verpackungsmaterial. Außerdem kannst du in vielen Großstädten in Zero-Waste-Läden Lebensmittel mit wenig oder keiner Umverpackung kaufen. Solche Läden sind zum Beispiel "Original unverpackt", "Glücklich unverpackt", "Einfach unverpackt" und "gramm.genau". Du musst dabei nur beachten, dass du Einmachgläser für Flüssigkeiten, Nüsse und Mehl mitbringst sowie Jutebeutel in verschiedenen Größen für dein Gemüse und Obst. Falls du Wurst und Käse in deinem Supermarkt an der Theke kaufst, versuch doch das nächste Mal, eine Dose mitzubringen.
  • Kleidung: Wenn du Kleidung verkaufst oder spendest und neue Kleidung im Second-Hand-Shop einkaufst, verbrauchst du nicht mehr, als eh schon im Umlauf ist. Das ist außerdem noch gut für deine Finanzen.
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Kommentare (9)

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  1. Anonym

    Zum Kommentar wegen Deo-Herstellung: Es stimmt, dass fünf Verpackungen nicht wirklich besser sind. Bis auf das ätherische Öl (was in der Regel sehr lange hält) können die anden Sachen meist lose im Unverpackt-Laden gekauft werden (Backpulver = Natron auf alle Fälle und Pfeilwurzelmehl auch sehr sicher). Statt Papierwattestäbchen (=Müll, daher kein Zero Waste) kann man auch Mehrweg-Holzstäbchen oder Mehrweg-Metallstäbchen nehmen. Letztere kosten etwas mehr, halten aber ein Leben lang (wahrscheinlich auch für die nächste Generation) und können vom ganzen Haushalt genutzt werden. Die muss man nur nach der Nutzung abwaschen. Gibt es auch im Unverpackt-Laden. Sehr empfehlenswert sind (meiner Meinung nach) auch Rasierhobel. So eine Klinge hält (für Frau) gute 20-25 Rasuren aus. Im Gegensatz zu Plastikrasierern hat man sein Geld nach ein paar Jahren wieder raus. Die Klinge ist geht auch sehr gut. Gibt auch unterschiedliche Versionen für Männer und Frauen. Man kann sehr viel einfach und schnell machen, auch Haarspray, Mundspülung, Peeling... [In eigener Sache: Wer mehr Interesse an dem Thema und generell nachhaltigem Leben hat, kann sehr gerne einen Blick in meinen Blog werfen: https://cathagoessustainable.wordpress.com/] Ansonsten findet man im Internet für alles gute Anleitungen und Tipps :)

  2. Anonym

    Bezüglich Bio-Abfälle habe ich sehr gute Erfahrungen mit einer Wurmbox in der Küche gemacht. Bauanleitungen und Sets findet man via Google. Stinkt nicht, sind sehr genügsame Haustiere und produziert hochwertige Erde.

  3. Anonym

    Sinnvoller Artikel! :) Ein kleiner Einwand: Ich bezweifle dass das Einfrieren von Bioabfällen ökologisch ist! Sicher bleibt es angesichts des hohen Energieaufwandes ökologischer eine Biotonne zu bestellen. Für dieses kommt zwar auch ein Müllauto, ich schätze dies als weniger energieintensiv ein. Kann natürlich sein, dass ich mich nicht genug auskenne. Würde aber von dieser Empfehlung abrücken, wenn klare Evidenz besteht, dass diese ökologischer ist.

  4. Anonym

    "bei aller Liebe und nichts gegen Umweltschutz aber eine Großpackung (teure) OB-Tampons kostet 5€. Eine normale Frau hat ihre Periode nur einmal im Monat. Keine Frau braucht 64 Tampons für eine Periode. Mir reichen die ja eher für min. 6 Mal, also ein halbes jahr. Das sind also 10€ im Jahr und nicht 5€ im Monat!!" Dein Einwand ist berechtigt, wir haben den Text an der entsprechenden Stelle korrigiert. LG Sebastian

  5. Anonym

    Tolle Tipps :) Noch einen Punkt für die, denen die Papierwattestäbchen zu unstabil sind: Gibt mittlerweile viele auch mit Holzstab in der Mitte.

  6. Anonym

    Ein paar gute Ansätze! Hier noch eine Übersicht der Unverpackt-Läden, in denen man (überwiegend) müllfrei einkaufen kann: https://enorm-magazin.de/unverpackt-laeden-DEUTSCHLAND Wenn man Putzmittel etc. in Plastikverpackungen kauft, kann man darauf achten, dass die Verpackung aus recyceltem Material besteht (etwa bei den Marken "Frosch" und "ecover").

  7. Anonym

    Ihr habt da auch einen kleinen Logik-Fehler eingebaut: "Deo umweltfreundlich selber herstellen", aber die Zutaten ganz einfach im Internet bestellen? Das macht bei 5 Zutaten vermutlich schon 5 Plastiktütchen + 5 Pappkartons, die durch die Gegend transportiert wurden...

  8. Anonym

    .. .und dass elektrische Zahnbürsten wirklich umweltfreundlicher sind, wage ich ja auch zu bezweifeln. Die sind in der Herstellung wesentlich aufwendiger und verbrauchen auch noch regelmäßig Strom. Und so viel kleiner ist der Zahnbürstenaufsatz auch nicht. (Dazu müsste man eine Studie machen, um das zu beweisen). ICh meine aber es gibt auch Handzahnbürsten bei denen man den Kopf wechseln kann.

  9. Anonym

    bei aller Liebe und nichts gegen Umweltschutz aber eine Großpackung (teure) OB-Tampons kostet 5€. Eine normale Frau hat ihre Periode nur einmal im Monat. Keine Frau braucht 64 Tampons für eine Periode. Mir reichen die ja eher für min. 6 Mal, also ein halbes jahr. Das sind also 10€ im Jahr und nicht 5€ im Monat!! Natürlich lohnen sich die Tassen immer noch und ich möchte das ausdrücklich befürworten. Aber wenn man schon Vergleiche anstellt, dann doch bitte richtig ;)

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