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Interview mit dem Diplompsychologen Hajo Horst

Worauf sollten Bewerber beim Thema Selbstmarketing achten?

Bewerber sollten sich als jemanden darstellen, der etwas zu bieten hat. Im Vorfeld kann ein Bewerber mit Hilfe eines Freundes oder eines Coachings klären, worin seine Stärken bestehen. Am Ende dieses Prozesses steht eine konzentrierte Sammlung: Sie enthält alle beruflich relevanten Stärken. Bewerber sollten sich nicht darauf verlassen, dass ihnen diese Stärken im richtigen Moment schon einfallen. Das funktioniert nicht. 

Gilt das auch für die Schwächen?

Der Umgang mit Schwächen gehört auch zum Selbstmarketing. Auf die Frage nach den eigenen Schwächen müssen sich Bewerber ebenso vorbereiten. Mit möglichst charmanten und diplomatischen Antworten können sie auf diese Fragen richtig reagieren. 

Wieviel Ehrlichkeit verträgt das Selbstmarketing in der Bewerbung?

Die Bewerbung ist eine Marktplatzsituation. Alles dreht sich um die Frage: Was hat der Bewerber anzubieten? Das setzt dem Ehrlichkeitsprinzip gewisse Grenzen. Bei strategischen Fragen des Arbeitgebers sind strategische Antworten des Bewerbers durchaus erlaubt. 

Aber wo liegt die Grenze?

Eine feste, bestimmbare Grenze existiert nicht. In meinen Bewerbercoachings bitte ich die Bewerber, sich den Super-Gau in einem künftigen Vorstellungsgespräch vorzustellen: "Was wäre die schlimmste Frage?" Wir spielen das gemeinsam durch. Dann kann man Antworten erarbeiten, die stimmig sind. Bewerber können in der einschlägigen Literatur Infos über immer wieder gestellte Fragen bekommen. Man sollte für sich selbst fragen, worauf man überhaupt nicht antwortet und auf welche Fragen man strategisch antwortet. 

In welche Fallen tappen Bewerber, die sich selbst möglichst gut verkaufen wollen?

Viele Bewerber sind sich über die eigenen Stärken nicht richtig im Klaren. Sie bauen in das Gespräch Formulierungen ein wie "eigentlich", "im Grunde genommen". Das weist darauf hin, dass sie sich ihrer Sache nicht ganz sicher sind. Das merkt der geschulte Interviewer sofort. Die gründliche Selbstanalyse steht am Anfang eines guten Selbstmarketings. Bewerber sollten ihren Lebenslauf durch die positive Brille schildern. Mögliche Schwachstellen im Lebenslauf sollten sie nicht verschweigen, sondern zu Lernsituationen aufwerten.

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