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Berufseinstieg

Wahlweise ein Riester-Ver-trag, ein Vertrag über vermögenswirksame Leistungen, ein Bausparvertrag oder im besten Fall ein Fondssparplan und eine günstige Risikolebensversicherung liegen auf dem Tisch, wenn sich ein Jobneuling zu seinen Finanzen beraten lässt. Nicht jeder startet gleich so glamourös die Finanzlaufbahn wie die UBS-Beispiele Jane und Joe. Schon mit 24 Jahren haben sie eine Million geerbt und wären damit bei Banken besonders umworbene Kundschaft. Eichlers Rat für eine gelungene Vorsorgestrategie aber würde auch für sie gelten – unabhängig vom Geschlecht: "Sie sollte immer aus drei Säulen bestehen."

Die bis zum Rentenalter bezahlte und selbst genutzte Immobilie wird zum größten Posten. Als Rückzugsort sei sie wichtig und mache unabhängig von der Mietpreisentwicklung. Mieter riskieren eine Kündigung wegen Eigenbedarfs und bekommen mitunter bei steigenden Mietpreisen keine adäquate neue Bleibe. Eichler rät zu Optimismus und Selbstbewusstsein bei der weitreichenden Entscheidung zum Immobilienkauf. Sie versteht nicht, warum selbst viele Gutverdiener so zögerlich sind. Eichler selbst hat kurz nach der Finanzkrise mutig einen gut bezahlten Job als Bankmanagerin aufgegeben, um sich selbstständig zu machen. Eine Immobilie hat sie auch vor Jahren gekauft. "Vermögensbildung bedeutet auch, dass man jetzt die niedrigen Zinsen nutzt und einen Kredit aufnimmt." Dass die Rückzahlung zum Sparen zwingt, sei kein schlechter Nebeneffekt.

Das zweite Finanzpolster sind monatliche Rentenzahlungen der gesetzlichen, betrieblichen und privaten Altersvorsorge. Durch die sollten im Alter die laufenden Ausgaben gedeckt werden.

Als dritter Baustein kommt ein liquides Polster aus Wertpapieren oder Sparguthaben hinzu, das für unvorhergesehene Ausgaben genutzt werden kann. Eichler zählt dazu etwa den altersgerechten Umbau einer Immobilie. Aber in den Jahrzehnten bis zum Ruhestand gibt es manche andere Herausforderung für die Finanzen.

Karrierepause

Wer so früh wie möglich Geld zurücklegt und schon beim Berufseinstieg die langfristigen Ziele im Blick hat, kann sich mitunter wie UBS-Beispielfrau Jane schon mit Mitte 30 eine Auszeit gönnen. Jane lebte ein Jahr lang von ihren Ersparnissen, wer Nachwuchs bekommt, kassiert ein Jahr lang zumindest einen Teil seines alten Einkommens als Elterngeld.

Die Rückkehr in den Beruf aber ist bei Frauen oft holprig. Jane verdiente schon immer zehn Prozent weniger als Joe, bei ihrer Rückkehr in den Job reduziert sie ihre Stundenzahl und fällt beim Einkommen weiter zurück.

Aber Geld ist nicht alles. Eltern haben häufig wegen schlechter Betreuungsmöglichkeiten kaum die Chance, voll zu arbeiten. Eichler hat eine Tochter im Teenageralter und weiß, dass sie als Mutter auch in dem Alter noch gefragt ist. Sie hat Verständnis für Frauen, die in der Familie kostbare Arbeit leisten. Wer aber eine Rückkehr in den Beruf anstrebt, dem rät sie, die aktuell gute Konjunktur zu nutzen. "Jetzt gibt es am Arbeitsmarkt auch die Chance, in Teilzeit zu arbeiten." Es sei auch für die Partnerschaft gut, dass Frauen neben der Familie noch ein Feld haben, in dem sie sich bewähren könnten.

Trennung

Eine Scheidung trifft Frauen, die nicht arbeiten, mitunter finanziell besonders hart. Zwar bekommen sie durch einen Versorgungsausgleich einen Teil der Rentenansprüche des Mannes. Auch ein Teil des Zugewinns an Vermögen, der während der Ehe erzielt wurde, steht ihnen zu. Aber nicht immer reicht das, um ihr ein eigenes Einkommen zu sichern. "Wer mit 55 geschieden wird, muss noch lange auf die Rente warten und wird ohne Vermögen schnell zu einem Fall für Hartz IV", sagt Eichler.

Erbschaft

Als Bankmanagerin hat Eichler viele Fälle erlebt, in denen Frauen plötzlich von Eltern oder einem verstorbenen Partner erbten und mit der Verwaltung des Vermögens überfordert waren. "Der Verantwortung muss man sich stellen", rät sie. Dass eine Gesellschafterin, die Anteile an einem millionenschweren Familienunternehmen geerbt hat, sich lieber weiter einem Teilzeitjob widmet und ihre Gesellschafterrolle vernachlässigt, hält Eichler für falsch. "Sie sollte sich einbringen und – wenn sie das nicht selbst kann– auch hier Beratung in Anspruch nehmen." Es ist wie im Film: Jane fürchtet sich erst vor dem Dschungel, gewöhnt sich dann aber schnell an das neue Leben.

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