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Grundkurs in Sachen Geldanlage

Begriffe an der Börse (Quelle: freeimages.com, Autor: svilen001)

Quelle: freeimages.com, svilen001

Eine super Rendite, kein Risiko und jederzeit verfügbares Bargeld - das wäre die eierlegende Wollmilchsau unter den Finanzprodukten. Gibt's leider nicht - aber was es gibt und für wen sich welche Anlageform eignet, erfährst du hier.

Sparbuch/Tagesgeldkonten/Geldmarktkonten

Sparbücher, Tagesgeldkonten und Geldmarktkonten sind kurzfristige Anlagen, die zu einem festgelegten Prozentsatz verzinst werden. Der Zinssatz dieser Anlagen ist in der Regel variabel und wird regelmäßig - etwa alle drei Monate - angepasst. Der Anleger trägt theoretisch kein Risiko. (Ausnahme: das Ausfallrisiko der Bank, welches aber in Deutschland dank des Einlagensicherungsfonds und der Staatsgarantie so gut wie ausgeschlossen ist).

Vorteil: Du kannst jederzeit über den Anlagebetrag verfügen.

Für wen? Diese Anlageform eignet sich für alle, die kurzfristig Geld anlegen möchten.

Achtung: Bei der Suche nach einem passenden Geldmarktkonto solltest du nicht nur auf den höchsten Zinssatz achten, sondern auch darauf, wie deine Anlage im Falle einer Insolvenz abgesichert ist. Bei deutschen Banken ist eine Anlage meist ausreichend abgesichert. Jedoch werden auch von ausländischen Banken Tagesgeldkonten angeboten, die nicht voll abgesichert sind. Beispiel ist die isländische Bank Kaupthing, die im letzten Herbst insolvent wurde. Anleger, die ihr Geld bei dieser Bank angelegt hatten, mussten Monate lang um ihre Entschädigung bangen.

Festgeld/Sparbriefe/Bundesschatzbrief/Anleihen

Bei Festgeldern, Sparbriefen, Bundesschatzbriefen und Anleihen handelt es sich um eine ähnliche Anlageform wie das Tagesgeldkonto mit dem Unterschied, dass diese Anlagen eine feste Laufzeit haben. Der Zinssatz steht für die gesamte Laufzeit fest. Durch die längere Laufzeit ist der Zinssatz meistens höher als bei kurzfristigen Tagesgeldern.

Achtung: Als Anleger ist dein Kapital für die vereinbarte Laufzeit gebunden. Du kommst nur dann vorzeitig an dein Geld, wenn deine Anlage börsennotiert ist, wie beispielsweise bei Anleihen. Bei einem vorzeitigen Verkauf können dir möglicherweise Verluste entstehen.

Bausparvertrag

Ein Bausparvertrag ist ein Sparvertrag, den du mit einer Bausparkasse abschließt. Ein Bausparvertrag ermöglicht es dir, zu vorher festgelegten Konditionen Vermögen anzusparen. Wenn du dich entscheidest, eine Wohnung oder ein Haus zu kaufen, kannst du zusätzlich einen zweckgebundenen Kredit aufnehmen. Dafür musst du eine bestimmte Bewertungszahl erreichen. Die Bewertungszahl ermittelt die Bausparkasse aus der bisherigen Laufzeit, dem bisher angesparten Betrag und dem Einzahlungszeitpunkt der Beträge. Die Höhe der Bewertungszahl, die du erreichen musst, um einen Kredit in Anspruch nehmen zu können, hängt auch von den Bewertungszahlen der anderen Bausparer ab sowie von dem Kapital, das der Bausparkasse zur Verfügung steht.

Für wen? Diese Anlageform eignet sich für dich, wenn du planst, dir langfristig ein eigenes Haus oder eine eigene Wohnung zuzulegen. Doch Bausparverträge können auch für andere Anleger interessant sein, da die Guthabensverzinsung für die gesamte Laufzeit festgeschrieben ist. Der Staat will es seinen Bürgern erleichtern, Wohneigentum zu erwerben und fördert daher jeden Bausparer mit bis zu 87,36 Euro jährlich (45,06 Euro Wohnungsbauprämie und 42,30 Euro Arbeitnehmersparzulage). Um die staatlichen Prämien zu erhalten, musst du bestimmte Mindestbeträge auf dem Bausparvertrag eingezahlt haben: 512 Euro, um die volle Wohnungsbauprämie zu erhalten und 470 Euro, um die volle Arbeitnehmersparzulage zu erhalten. Außerdem darfst du bestimmte Einkommensgrenze nicht überschreiten: 17.900 Euro für Ledige und 35.800 Euro für Verheiratete, um die Arbeitnehmersparzulage zu erhalten; 25.600 Euro für Ledige und 51.200 Euro für Verheiratete, um die Wohnungsbauprämie zu erhalten.

Achtung! Beim Abschluss solltest du nicht nur auf die Zinssätze achten, sondern auch auf die Gebühren, die bei deinem Bausparvertrag anfallen.

Kapitalbildende Lebens-/Rentenversicherung

Ziel von Lebens- und Rentenversicherungen ist es, langfristig Kapital für den Anleger aufzubauen. Die Versicherungen bieten dir eine garantierte Mindestverzinsung, die zurzeit bei 2,25 Prozent liegt. Der Staat begünstigt die Geldanlage in Renten- oder Kapitallebensversicherungen steuerlich, sobald sie eine Mindestlaufzeit von zwölf Jahren hat.

Achtung! Bei dem Abschluss einer derartigen Versicherung fallen zum Teil hohe Abschlusskosten an. Diese werden in der Regel in den ersten Jahren deinem Angesparten entnommen und werden nicht (oder nur zum Teil) erstattet, solltest du den Vertrag vorzeitig kündigen. Daher solltest du eine solche Versicherung nur abschließen, wenn du sicher bist, während der gesamten Laufzeit auf das angesparte Kapital verzichten zu können und die monatlichen Beiträge zahlen zu können. Leider sind die meisten Versicherungen nicht sehr transparent, und so fällt es schwer, Versicherungen objektiv zu vergleichen. Sprich am besten mit einem unabhängigen Berater.

Für wen? Diese Anlageform eignet sich für dich, wenn du dein Geld langfristig anlegen willst und eine sichere Anlageform suchst.

Aktien, Fonds, Gold

Aktien

Historisch betrachtet bieten Aktien gegenüber anderen Anlageformen über lange Zeiträume - zehn Jahre und länger - meistens die beste Rendite. Jedoch schwanken die Aktienkurse teilweise sehr stark.

Für wen? Aktien eignen sich für dich, wenn du auf dein Geld längere Zeit verzichten kannst und auch bei kurz- bis mittelfristigen Kursrückgängen ruhig schlafen kannst. Wenn du direkt in Aktien investieren möchtest, solltest du bereits erste Erfahrungen am Kapitalmarkt gesammelt haben. Außerdem solltest du genügend Zeit haben, um die Entwicklung der Aktiengesellschaft zu verfolgen und dich mit betriebswirtschaftlichen Themen auskennen. Erfahrungen kannst du durch Börsenspiele oder durch das Anlegen eines Musterdepots bei einem der vielen Finanzportale sammeln. Du willst dein Kapital nur kurzfristig anlegen oder wirst bei zeitweisen Marktschwankungen nervös? Dann lass besser die Finger von Aktien. In Aktien solltest du nur investieren, wenn du selbst bei einem Totalverlust nicht in finanzielle Schwierigkeiten gerätst.

Wie? Aktien kannst du an verschiedenen Börsen erwerben. Beim Aktienkauf solltst du darauf achten, dass du an der Börse handelst, an der der meiste Umsatz stattfindet. So kannst du sichergehen, dass deine Order zu einem marktgerechten Preis ausgeführt wird. Eventuell solltest du eine deine Order mit einem Preis-Limit versehen. Dadurch wird deine Order erst ab einem bestimmten Kurs ausgeführt. Die Kosten für eine Transaktion in Höhe von 2.000 Euro belaufen sich je nach Bank und Börsenplatz auf zirka 7 bis 35 Euro.

Achtung: Wichtig bei der Anlage in Aktien ist, dass du nie dein gesamtes Kapital in eine Aktie investierst. Lege dein Geld besser in verschiedene Aktien aus unterschiedlichen Ländern und Kontinenten an, um das Risiko zu minimieren.

Investmentfonds

Einen Investmentfonds kannst du dir wie einen großen Korb vorstellen, in dem verschiedene Wertanlagen gesammelt werden. Wenn du in einen Investmentfonds investierst, kaufst du einen Bruchteil des Korbes. Es gibt verschiedene Arten von Investmentfonds:

  • Aktienfonds (investiert in Aktien)
  • Rentenfonds (investiert in festverzinsliche Wertpapiere)
  • Immobilienfonds (investiert in Immobilien in der Regel Gewerbeimmobilen)
  • Mischfonds (investiert in verschieden Anlageformen)

Ein wichtiges Unterscheidungsmerkmal ist die Art und Weise, wie der Investmentfonds gemanagt wird. Bei den aktiv gemanagten Investmentfonds entscheidet der Fondsmanager, welche Aktien gekauft oder verkauft werden. Die passiv gemanagten Fonds dagegen bilden bestimmte Indizes wie beispielsweise den Dax eins zu eins nach und sind daher meist billiger, da kein Fondsmanager bezahlt werden muss.
Der Vorteil für dich besteht darin, dass durch die vielen verschiedenen Wertpapiere in einem Fonds das Risiko reduziert wird. Fällt eine Aktie, kann das ausgeglichen werden durch eine andere Aktie, die steigt. Bei vielen Fondsgesellschaften ist es außerdem möglich, bereits kleine Beträge (ab 50 Euro) in einen Investmentfonds zu investieren. Nachteil: Es fallen Gebühren an, die sich je nach Fondstyp auf zwischen 0,3 und 2 Prozent pro Jahr belaufen. Zusätzlich musst du beim Kauf meist einen Ausgabeaufschlag in Höhe von 2 bis 5,5 Prozent zahlen.

Für wen? Investmentfonds eignen sich für nahezu jeden Anleger, denn es gibt so unterschiedliche Fonds, dass jeder Anleger einen passenden Fonds finden kann. Doch in welchen Fonds solltest du investieren? Ein gutes Indiz sind die Fondsratings verschiedener Ratingagenturen wie FERI, Morningstar und Lipper. Außerdem solltest du die Performance gegenüber anderen Fonds und Benchmarks vergleichen.

Gold

Gold ist zurzeit in aller Munde und konnte in den letzten Tagen (Stand: Dezember 2009) einen historischen Hochstand erreichen.

Für wen? Gold ist eine Sachanlage. Sie eignet sich für dich, wenn du davon ausgehst, dass die Inflation in der nächsten Zeit stark ansteigen wird.

Wie? Wenn du in Gold investieren möchtest, kannst du

  • entweder Goldbarren oder Goldmünzen kaufen
  • in Fonds investieren, die physisch Gold halten oder
  • Aktien oder Fondsanteile kaufen, die mit Gold ihr Geld verdienen.

Achtung! Wenn du physisches Gold kaufst, solltest du beachten, dass du es an einem sicheren Ort aufbewahrst. Eine reine Anlage in Gold ist nur eine Wertsicherung, da Gold keine Erträge erwirtschaftet (wie beispielsweise ein Unternehmen oder eine Anleihe). Wie stark Gold schwankt, kannst du sehr gut sehen, wenn du dir das Chartbild von Ende der 1970er Jahre bis heute anschaust.

Dieser Artikel dient ausschließlich der Information. Die in diesem Artikel enthaltenen Informationen und Einschätzungen zu Anlageformen stellen keine Empfehlung dar. e-fellows.net übernimmt keine Gewähr und keine Haftung für die Richtigkeit und Vollständigkeit der hierin enthaltenen Informationen. Die in dem Artikel enthaltenen Informationen und Meinungen basieren auf öffentlich zugänglichen Informationen.

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