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Wie sorge ich optimal für das Alter vor?

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Quelle: Pixabay.com, webandi

An regelmäßigem Sparen führt kein Weg vorbei. Und an einem strengen Blick auf die Kosten. Ansonsten ist es gar nicht so schwer.

Altersvorsorge ist kein Hexenwerk. Sie müssen dazu nicht diese Papierstapel durchlesen, die Ihnen Ihr Bankberater mitgibt. Das sind entweder verquaste juristische Texte oder inhaltsschwaches Marketingmaterial. Sie müssen auch nicht das Innenleben einer Lebensversicherung verstehen. Wer tut das schon? Und Sie sollten auch nicht glauben, vorhersagen zu müssen, wie sich die Kapitalmärkte, die Weltwirtschaft oder der Weltfrieden künftig entwickeln. Das weiß keiner. Auch nicht Ihr Bankberater.

Sie müssen nur den Entschluss fassen, etwas für das Alter oder die Kinder oder Enkel zur Seite legen zu wollen. Nicht weil Ihnen das irgendjemand einredet. Die wollen mit Ihnen meistens nur Geld verdienen. Sie sollten es tun, wenn Sie den Eindruck haben, sich mit dieser Rücklage besser zu fühlen. Dieses persönliche Gefühl, die innere Überzeugung, ist viel wichtiger als alle Details der Geldanlage. Wenn Sie sich gezwungen oder überfordert fühlen, ist das keine gute Grundlage.

Für Überforderung besteht aber eigentlich kein Grund. Regelmäßiges Sparen kann ganz banal sein. Sie nehmen eine Keksdose und werfen da jeden Monat 50 Euro rein. Oder 100. Das läppert sich. Fragen Sie mal einen ehemaligen Raucher, der dort das Geld, das er sonst für Zigaretten ausgegeben hat, ansammelt.

Diese Art der Ersparnis ist einfach und kostet nichts. Sie hat aber auch Nachteile. Wenn das Geld im Portemonnaie gerade knapp ist, ist die Keksdose so nah. Zinsen gibt es auch keine. Außerdem kann die Keksdose gestohlen werden. Auf einem Sparkonto gibt es derzeit fast keine Zinsen. Wenn es nicht zu einer großen Bankenkrise kommt, ist das Geld aber dort sicherer. Außerdem ist die Hemmschwelle zur spontanen Entnahme von Geld etwas höher als bei der Keksdose.

Wer 35 Jahre 100 Euro im Monat spart, sammelt ohne Zinsen und Gebühren 42.000 Euro an. Vergessen werden sollte dabei jedoch nicht, dass es im Laufe der Zeit üblicherweise zu einer Geldentwertung durch Inflation kommt. Wer eine Rate von 2 Prozent unterstellt, dessen angesparte 42.000 Euro haben dann nur noch eine Kaufkraft von 21.000 Euro. Der Sparer gibt sein Geld dem schleichenden Kaufkraftverlust preis. Auch deshalb macht es Sinn, über Alternativen zum reinen Sparen auf einem zinslosen Konto oder in der Keksdose nachzudenken. Nicht, um Banken und Börsen zu mehr Geschäft zu verhelfen. Nein, um Ihr Erspartes zu mehren.

Als kleiner Anreiz soll die Übersicht des Fondsverbandes BVI dienen. Wer 35 Jahre seine 100 Euro in Aktienfonds gespart hat, kam mit global anlegenden Fonds am Ende nach Abzug der Kosten auf eine Ansparsumme von 138.000 Euro. Wer sich für Mischfonds aus Aktien und Anleihen entschieden hat, kam auf 106.000 Euro. Und reine Anleihefonds sowie Immobilienfonds erbrachten eine Endsumme von rund 90.000 Euro nach Kosten.

Das ist alles deutlich mehr als das Sparen ohne Zinsen auf dem Konto und in der Keksdose. Wenn Ihnen diese Differenz von 48.000 bis 96.000 Euro Anreiz genug sind, auch über einen solchen Fondssparplan nachzudenken, dann lesen Sie weiter.

Anlage, Strategie, Sparen [Quelle: F.A.Z.]

Der erste Schritt ist die Auswahl der geeigneten Bank. Hier müssen Sie die Grundsatzentscheidung treffen, ob es Ihnen reicht, alle Geschäfte online von zu Hause aus abzuwickeln und bei Bedarf mit der Hotline einer Direktbank zu telefonieren, oder ob Sie einer Filialbank bedürfen, deren Rat und Tat Sie schätzen, und Sie gerne einem Menschen Auge in Auge gegenübersitzen und mit ihm über Ihre Geldanlage reden.

Bei der Entscheidung sollten Sie bedenken, dass eine Filialbank in der Regel deutlich teurer ist. Das gilt für die Gebühren für Ihr Depot, das Sie für den Sparplan brauchen. Es ist bei reinen Online-Banken in der Regel kostenlos, während Filialbanken oft Gebühren verlangen. Aber auch der Kauf und Verkauf von Wertpapieren ist bei einer Filialbank teurer.

Ein entscheidender Unterschied, den Sie unbedingt bedenken sollten, ist jedoch die Auswahl der Fonds, die für die Sparpläne zur Verfügung stehen. In den Filialbanken sind meistens nur die teureren Fonds verfügbar, während die Direktbanken über ein großes Angebot der günstigeren Indexfonds (ETF) verfügen. Gerade die erfolgreichsten Verkäufer von Fondssparplänen sind besonders teuer: die Volksbanken über ihre Fondsgesellschaft Union Investment und die Sparkassen über ihre Fondsgesellschaft Deka. 4,8 Millionen Fondssparpläne zählen die Volksbanken derzeit, 4,4 Millionen die Sparkassen bis Ende September. Die Tendenz ist jeweils stark steigend.

Doch die Kosten sind üppig. Viele Anleger unterschätzen das Kostenthema. Das ist ein Fehler. Denn während die künftigen Erträge der Geldanlage leider ungewiss sind, die Kosten sind es nicht. Die lassen sich leicht berechnen. Von jeder Sparrate wird der volle Ausgabeaufschlag der Fonds abgezogen. Dieser beträgt in der Regel 3 bis 5 Prozent. Wer 100 Euro spart, verliert also 3 bis 5 Euro - jeden Monat. Hinzu kommt eine Fondsgebühr von etwa 1 bis 1,5 Prozent im Jahr. In unserem Aktienbeispiel, wo der Anleger nach 35 Jahren auf 138 000.Euro nach Gebühren kam, waren die vollen Gebühren unterstellt. Das Endergebnis bleibt erfreulich. Doch der Anleger sollte wissen, dass er im Laufe der 35 Jahre 2.100 Euro an Ausgabeaufschlag gezahlt hat und gut 24.000 Euro an Verwaltungsgebühren für den Fonds.

Wer sich stattdessen bei einer günstigen Direktbank einen Indexfonds auf einen globalen Aktienindex wie den MSCI World bespart hätte, würde sich sehr viele dieser Gebühren sparen. Dieselbe Aktienperformance unterstellt, würde wegen des Wegfalls des Ausgabeaufschlags und einer deutlich geringeren Verwaltungsgebühr von unterstellten 0,5 Prozent ein Endergebnis von 183.000 Euro statt 138.000 Euro stehen. Jeden Monat werden die vollen 100 Euro im Fonds angelegt und eben nicht nur die 95 Euro wie bei den Fonds, die von den Volksbanken und Sparkassen angeboten werden. Außerdem addiert sich die Verwaltungsgebühr nur auf 10.000 und nicht auf 24.000 Euro.

Daher kann die klare Empfehlung für einen solch langfristigen Sparvertrag nur lauten, ihn bei einer Online-Bank abzuschließen und auf günstige Indexfonds zu setzen.

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