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Die zehn größten Fehler bei der Bachelor-Arbeit

Fehler, die man vermeiden sollte [Quelle: Pixabay.com, Autor: geralt]

Quelle: Pixabay.com, geralt

Die Bachelor-Arbeit: Quälende Motivationstiefs wechseln sich mit hektischen Schreibphasen ab, etliche Entwürfe landen im Papierkorb, bis du schließlich mehr schlecht als recht etwas zusammenbastelst, was halbwegs einer wissenschaftlichen Arbeit ähnelt. Ein durchaus zutreffendes Bild, wenn du in eine dieser zehn Fallen tappst.

Mit der Bachelor-Arbeit beweist du laut Kultusministerkonferenz die Fähigkeit, "innerhalb einer vorgegebenen Frist ein Problem aus dem jeweiligen Fach selbständig nach wissenschaftlichen Methoden zu bearbeiten". Klingt gar nicht so schwer, kann aber zur reinsten Qual werden, wenn du die Arbeit falsch angehst. Diese Fehler solltest du keinesfalls machen:

1. Du wählst ein Thema, das dich nicht wirklich interessiert.

Es ist schon hart genug, sich monatelang einem Thema zu widmen und 40 Seiten oder mehr damit zu füllen. Wenn dir dann noch die intrinsische Motivation fehlt, der Fragestellung auf den Grund zu gehen, sind Schreibblockaden und Motivationstiefs programmiert. Auch noch so gut gemeinte Motivations-Tipps laufen dann ins Leere.

2. Du wählst dein Thema zu breit.

30, 40, 50 Seiten mögen dir viel erscheinen, sind aber für die tiefgehende Bearbeitung einer Fragestellung sehr begrenzt. "Supply Chain Management" ist beispielsweise ein viel zu allgemeines Thema. Eingeschränkt auf "die Disposition von Produktrückläufern in Reverse Supply Chains" entspricht es schon eher dem Umfang einer Bachelor-Arbeit.

3. Du wählst ein Thema, zu dem du wenig Vorwissen hast.

Ein Thema zu Controlling scheint dir reizvoll, in letzter Zeit hast du dich aber vor allem mit Marketing befasst? Du sparst dir sehr viel Gehirnschmalz und Recherche-Aufwand, wenn du "bei deinen Leisten bleibst". Lass die letzten Semester Revue passieren, dann kristallisiert sich sehr wahrscheinlich ein Spezialgebiet heraus. Idealerweise kannst du mit dem Thema deiner Bachelor-Arbeit sogar an vergangene Seminararbeiten anschließen.

4. Du fängst zu spät an

Sobald du das Thema mit deinem Betreuer abgestimmt hast, beginne, es zu bearbeiten. Das kannst du auch schon tun, bevor du deine Bachelor-Arbeit offiziell im Prüfungsamt anmeldest. Schreibe zum Start alles nieder, was dir zu deinem Thema einfällt. Leihe dir gleich die wichtigste Literatur aus. So setzt du dich ein wenig selbst unter Druck, dich einzulesen.

5. Du machst die Gliederung erst am Schluss

Eine wissenschaftliche Arbeit bedeutet nicht, alles Relevante zu einem Thema zusammenzuschreiben und dann zu schauen, wie man es am besten in Kapitel einteilen könnte. Vielmehr solltest du schon zu Beginn eine vorläufige Gliederung schreiben und diese dann Punkt für Punkt ausformulieren. Der grobe Aufbau deiner Arbeit sollte stehen, bevor du mit dem eigentlichen Schreiben anfängst.

6. Du sprichst nicht mit deinem Betreuer

Dein Betreuer ist nicht nur dazu da, dein Thema abzusegnen und das fertige Werk entgegenzunehmen. In regelmäßigen Gesprächen kann dir seine Kritik helfen, Schreibblockaden zu lösen und deine Arbeit voranzutreiben. Allein schon der Druck, bis zum nächsten Termin vom bisherigen Stand der Arbeit zu berichten, setzt das Reflektieren über dein Thema und den Schreibprozess in Gang.

7. Du quälst dich durch Schreibblockaden hindurch

Wenn du seit drei Tagen über deiner Arbeit sitzt und einfach nicht vorankommst, quäle dich nicht weiter, sondern nimm zwei bis drei Tage frei - nicht um vor dem Fernseher zu sitzen, sondern um Freunde in einer anderen Stadt zu treffen, deine Oma zu besuchen oder Skifahren zu gehen. Wenn du danach dein bislang Geschriebenes noch einmal durchliest, "flutscht" es wahrscheinlich wieder. Da du ja früh angefangen hast (siehe 4.), kannst du dir hin und wieder solche Auszeiten gönnen.

8. Du unterschätzt die technischen Details

Außer dem eigentlichen Text gehören noch Inhaltsverzeichnis, Fußnoten und Literaturverzeichnis zu deiner Bachelorarbeit. Und gerade bei diesen Formalitäten liegt der Teufel im Detail. Du kannst dir viel zeit- und nervenraubendes Geklicke sparen, wenn du dich mit ein paar nützlichen Tools beschäftigst: Mit Formatvorlagen in Word gestaltest du beispielsweise Überschriften, Zitate und Absätze einheitlich. Citavi hilft dir beim Erstellen des Literaturverzeichnisses und Latex erleichtert dir das Arbeiten mit Formeln. Mehr dazu in unserer Rubrik Software fürs Studium.

9. Du vergisst, ein Backup deiner Arbeit anzulegen

Speichere deine Bachelor-Arbeit unbedingt doppelt ab. Viren infizieren deinen Computer besonders gerne dann, wenn du es am wenigsten brauchen kannst. Also speichere dein vorläufiges Werk nach jeder Schreib-Session an einem anderen Ort als deinem Rechner, sei es auf einem USB-Stick oder in einer Cloud (etwa auf Google Drive).

10. Du lässt die Arbeit nicht Korrektur lesen

Formale Kriterien werden oftmals unterschätzt, obwohl diese zu wesentlichen Teilen in die Bewertung einfließen. Dazu gehören eine einheitliche Zitierweise, möglichst keine Rechtschreibfehler und eine durchgängig einheitliche Formatierung. Du solltest deine Arbeit unbedingt von mehreren Personen Korrektur lesen lassen - von Kommilitonen oder auch von einem professionellen Korrektorat.

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Kommentare (5)

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  1. Anonym

    Eine Lanze gebrochen für LaTeX

    Da's oben nur in nem Nebensatz erwähnt ist: Einheitliche Formatierung, Indexerstellung, Gleiderung; mit LaTeX alles kein Problem ;) Wenn ihr euch nicht an Punkt 4 gehelten habt, ists wohl bisschen zu aufwändig; es lohnt sich aber auf jeden Fall. Außerdem sollte meiner Meinung nach jeder, zumindest in den Naturwisssenschaften TeXen können. Für grundlegende Funktionen ist der Einarbeitungsaufwand auch nicht hoch; wenn ihr dann Schaubilder lieber mit einem anderen Programm erstellt, könnt ihr die auch problemlos einbinden.

  2. Anonym

    Kostenlose Schreibberatung an der Uni

    Einige Universitäten haben Schreibzentren, an denen geschulte Tutoren (meist wissenschaftliche Hilfskräfte) Abschlussarbeiten seitenweise Korrektur lesen. Während der gemeinsamen Schreibberatung lernt man schnell, was wissenschaftlicher Stil ist und welche Fehler man persönlich häufig macht. Da man gerade letztere im weiteren Schreibprozess vermeiden kann, lohnt sich eine Schreibberatung auch dann, wenn erst Gliederung, Einleitung und die Hälfte des ersten Kapitels stehen. Deshalb: Als Student bitte kein Geld für eine Korrektur ausgeben, wenn eure Uni Tutoren dafür ausbildet!

  3. Andreas Klinger

    Backup und Urheberrecht

    An sich nich schlecht, nur der 9. Punkt stoert mich etwas, da ihr auf Google Drive verweist. Und gerade bei ner Bacherlorarbeit ist dass vllt denkbar unguenstig die damit zu sichern, denn wenn man mal die AGBs von Google Drive liest ( http://www.google.com/policies/terms/ ) dann heisst es dort unter "Ihre Inhalte in unseren Diensten", dass Google damit machen kann was es will. "Wenn Sie Inhalte in unsere Dienste hochladen oder auf andere Art und Weise in diese einstellen, räumen Sie Google (und denen, mit denen wir zusammenarbeiten) das Recht ein, diese Inhalte weltweit zu verwenden, zu hosten, zu speichern, zu vervielfältigen, zu verändern, abgeleitete Werke daraus zu erstellen (einschließlich solcher, die aus Übersetzungen, Anpassungen oder anderen Änderungen resultieren, die wir vornehmen, damit Ihre Inhalte besser in unseren Diensten funktionieren), zu kommunizieren, zu veröffentlichen, öffentlich aufzuführen, öffentlich anzuzeigen und zu verteilen." Ein Backup ist wichtig, aber man sollte doch pruefen wo man etwas online sichert.

  4. Anonym

    Ich gebe David Recht. Es gibt da in der Bib doch von Zeit zu Zeit Aushänge aller: "Lieber Dieb, bitte schicke mir wenigstens meine Arbeit an die Emailadresse ..." Mir persönlich ist auch schon einmal die Festplatte kaputt gegangen - da macht man gar nichts mehr. War da fix und fertig, bis ich sicher wusste, dass das Backup funktioniert hatte. Jedenfalls größtenteils - die Fotos etc. waren weg.

  5. David Wang

    Klasse Tipps! Besonders das Backup sollte man nicht vergessen, habe schon einige Geschichten gelesen, wo manch einer kein Backup gemacht hat, Laptop geklaut oder Festplatte defekt ... :)

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