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6 Geschichten, die dir nur in einer WG passieren

Wohnen [Quelle: unsplash.com, Eduard Militaru]

Quelle: unsplash.com, Eduard Militaru

Egal, ob ausgesucht oder aufgezwungen: Teilst du deinen Wohnraum mit anderen Menschen, fördert das so manche skurrile Begebenheit zu Tage. Hier die Kriegsgeschichten der e-fellows.net-Redaktion.

Spanische Sauberkeit
Schwamm [Quelle: pixabay.com, Robfoto]

"Die einzige Hürde, die sich mir zu Beginn meines Auslandssemesters in Spanien stellte, war die Wohnungssuche. Nach vielen Verständigungsproblemen und zwei enttäuschenden Besichtigungen traf ich Marisol. Sie war zwar schon 34, vermietete aber zwei ihrer vier Zimmer regelmäßig an internationale Studenten und bestritt damit ihren Lebensunterhalt. Direkt nach der Wohnungsbesichtigung schleppte sie mich mit ihrer Schwester und deren Freundin in eine Bar, um Fußball zu schauen. Die Truppe gefiel mir und so bezog kurz entschlossen ein 6 Quadratmeter großes Zimmer in Marisols Wohnung.

Wenig später gesellte sich auch noch eine junge Holländerin zu uns. Obwohl ich zuvor noch nie in einer WG gewohnt hatte, fand ich durchaus Gefallen an dem Konzept. Lynn war wie eine kleine charmante Schwester, Marisol wie eine große verrückte Schwester mit einem kleinen Alkoholproblem. In den kommenden Monaten zeigte sich, dass Marisol eine waschechte Andalusierin war. Abends zogen wir durch Tapas-Bars oder saßen auf der Dachterrasse. Und Marisol sang und tanzte Flamenco.

Nur in einer Sache war sie eine veritable Spießerin: Nichts durfte uns von der Einhaltung des Putzplans abhalten. Jeden Samstag schrubbten wir fleißig Küche, Bad und Wohnzimmer, Möbelpolitur inklusive. Auch eine kleine individuelle Staubsauger-Session um 5 Uhr morgens konnte durchaus vorkommen. Als wir eines heißen Samstags wieder gemeinschaftlich schrubbten, sah ich Lynn mit Marisols Duschschwamm im Bad hantieren. Als ich wissen wollte, was sie denn damit vorhabe, meinte Lynn: "I still need to clean the toilet." Ungläubig schaute ich sie an – "But this sponge isn't for the toilet?! It's Marisol's sponge for the shower!" In der folgenden Unterhaltung stellte sich heraus, dass Lynn schon seit Wochen Marisols Duschschwamm zum Kloputzen verwendet hatte. Die Vorstellung, dass Marisol ihren Körper – auf dessen Pflege sie ebenso viel Wert legte wie auf die Pflege der Wohnung – seit Monaten mit den schönsten Klobakterien einschmierte, führte zu einem minutenlangen Lachflash. Ein stolzer Flamenco auf der Fería de Sevilla mit diesem besonderen "Eau de toilette", das war einfach zu viel für meine Fantasie. Marisol hat von Lynns Untaten natürlich nie erfahren. Vermutlich hätte sie die Komik der Geschichte nicht ganz erkannt …"

Adventure Zone: WG-Zimmer
WG-Unheil

"Manche Menschen dekorieren, streichen Wände und putzen Fenster. Ich lebe in einer WG. Als während eines Praktikums mein WG-Zimmer zum ersten Mal leer stand, verwandelten meine Mitbewohner mein Fenster mit Window Colours in ein Kirchenfenster. Ein Kirchenfenster mit Hanfblättern, Raketenschafen und Pikachu versteht sich. Das sah eigentlich ganz gut aus – jedenfalls besser als das Schweinchenrosa, mit dem sie beim nächsten Mal mein Zimmer strichen. Und es war auch weniger sperrig als das Bällebad, das mich nach Praktikum Nummer 3 erwartete. Die Baustellenabsperrung, mit der sie bei ihrem letzten Coup mein Bett verrammelt haben, ist da fast schon wieder harmlos."

Hygiene? Kann man das essen?

"Auslandssemester in England: Meine Unterkunft war ein Haus, das ich mir mit zehn anderen Erasmus-Studenten geteilt habe. In Erinnerung sind mir vor allem zwei Vorfälle geblieben:

Eines schönen Morgens, als ich verschlafen zur Kaffeetasse griff, lag sie vor mir – eine benutze Damenbinde direkt auf der Küchentheke. Irritiert und etwas angeekelt versuchte ich dennoch den Vorfall hinter mir zu lassen – bis es Zeit fürs Mittagessen war. Als ich mich mitsamt meiner Mahlzeit gemütlich an den Esstisch setzen wollte, wartete da schon das nächste benutzte Damenhygieneprodukt auf mich. Und das war noch lange nicht das Ende der unschönen Begegnungen. In der Tat war ich nicht die einzige Hausbewohnerin, die in den nächsten Tagen mit der Periode unserer gemeinsamen Mitbewohnerin unangenehm vertraut wurde. Der einzige Ort, an dem ihre Binden anscheinend nicht landeten, war der Mülleimer im Bad. Das schlimmste: Die besagte Dame war sich ihres Vergehens nicht einmal bewusst und es brauchte unzählige mehr oder weniger dezente Hinweise auf den existierenden Mülleimer, bis sich das Problem langsam legte und Platz für den nächsten Hygiene-Faux-Pas machte:

Nach ein paar Wochen in unserem Haus fiel uns auf, dass das Geschirr in unserer Küche immer weniger wurde. Teller verschwanden. Besteck. Gläser. Sogar Töpfe und Pfannen. Gleichzeitig nahm der Geruch im Zimmer unseres einzigen männlichen Mitbewohners immer mehr zu.

Geschirr [Quelle: pixabay.com, hans]

Zuerst haben wir diesen Umstand auf seinen quasi konstanten Gras-Konsum geschoben, dessen Geruch das gesamte Haus erfreute. Doch die Geschirr-Sache flog letztendlich auf, als ein Roomcheck bevorstand. Kurz bevor sich die Hausverwaltung angekündigt hatte, hörten wir unseren Mitbewohner, wie er Stapel um Stapel an dreckigem Geschirr – inklusive verschimmelten Essensresten – die Treppe hinauf in die Küche beförderte. Seine Version von Abwasch bestand dann darin, die gröbsten Verschmutzungen in den Müll zu werfen und die Teller zwei Sekunden unter den Wasserhahn zu halten. Das Schlimmste: Das war tatsächlich nicht alles, was er mit unserem Geschirr angestellt hatte. Wir haben ihn auch öfter mal dabei beobachtet, wie er Teller, Besteck und Co. mit auf die Toilette genommen hat. Wir haben uns allerdings nie getraut, nach diesen Aktionen zu fragen."

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