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"Bauschen Sie Ihren Lebenslauf nicht auf"

Studentin vor einem Kurs [© micromonkey - Fotolia.com]

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Wie wichtig ist die Kaffeepause im Assessment-Center? Was hast du vom Mentorenprogramm? Und was hat Gerhard Schröder mit der Friedrich-Ebert-Stiftung zu tun? Vertreter der Konrad-Adenauer-Stiftung und der Friedrich-Ebert-Stiftung antworten.

Frau Niesyto, gibt es eigentlich berühmte Alumni der Friedrich-Ebert-Stiftung?

Ja, wir haben einige Alumni, die der eine oder die andere vielleicht kennt. Dr. Frank-Walter Steinmeier gehört zum Beispiel zu unseren Ehemaligen. Er ist auch Schirmherr des FES-Mentoring-Programms. Dr. Gerhard Schröder, Marion von Haaren und Prof. Dr. Julian Nida-Rümelin waren auch FES-Stipendiatinnen und -Stipendiaten. Es gibt daneben viele Alumni, die eher einer Fachöffentlichkeit bekannt sind. Wir haben viele Ehemalige, die sich heute aktiv in die Gestaltung unserer Gesellschaft einbringen.

Was ist das Besondere an Ihrem Mentorenprogramm?

Es gibt immer konstant 1.000 Mentor-Mentee-Paare, damit hat die FES eines der größten Mentoring-Programme innerhalb aller Begabtenförderungswerke. In unserem Community-Portal können sich die Stipendiaten selbst eine Liste mit ihren fünf Wunschkandidaten erstellen. Einer davon wird dann ihr Mentor.

Welche Erfahrungen konnten Sie mit dem Programm bislang machen?

Wir haben seit 2004 zahlreiche Erfahrungen mit dem Programm gesammelt. Darunter sind schöne Geschichten, auch Geschichten von enger Freundschaft. Insgesamt lässt sich sagen: Je länger eine Mentoring-Beziehung dauert, desto besser ist sie. Ein Mentor kann natürlich bessere Tipps geben, wenn er seinen Mentee gut kennen und einschätzen gelernt hat. Mentoring reicht von der Begleitung beim Studium über Unterstützung bei der Praktikumssuche oder beim Berufseinstieg bis hin zu gemeinsamen Forschungsprojekten. Besonders für unsere ausländischen Stipendiaten ist das Programm auch auf persönlicher Ebene hilfreich. Mentoring ist aber keine Einbahnstraße. Es geht darum, dass beide Seiten Vernetzung erfahren und ihre Erfahrungen austauschen.

Wer trifft nach der Online-Bewerbung die Vorauswahl der Kandidaten?

FES-Mitarbeiter treffen eine allererste Vorauswahl der Kandidaten. Dabei kommt es der FES immer auf das Gesamtbild von gesellschaftspolitischem Engagement, Persönlichkeit und überdurchschnittlich guten Leistungen an. Das ist nur die Vorauswahl, darauf folgen weitere Schritte, in denen auch die fachliche Beurteilung über Gutachten erfolgt. Die Idee hinter den verschiedenen Stufen des Bewerbungsprozesses ist es, die Schwelle für die Bewerbung so niedrig wie möglich zu halten. Die Online-Bewerbung selbst ist also nur der erste Schritt, danach gibt es weitere Schritte wie die Anforderung von schriftlichen Unterlagen und die Einladung zu Gesprächen mit einem Vertrauensdozenten und einem Mitglied des unabhängigen Auswahlausschusses der FES. Hier ein Überblick über den Bewerbungsprozess.

Geben Sie den Bewerbern Feedback unabhängig davon, ob sie aufgenommen werden?

Leider können wir Bewerbern grundsätzlich kein Feedback geben. Für die Vergabe von Stipendien stehen der FES jährlich begrenzte Mittel zur Verfügung. Manchmal müssen deswegen auch Kandidaten abgelehnt werden, die wir sehr gerne genommen hätten.

Frau Bücker, gibt es etwas, das Bewerber um ein Stipendium auf jeden Fall vermeiden sollten?

Generell sollten Bewerber es vermeiden, ihren Lebenslauf aufzubauschen. Unsere Juroren merken spätestens bei der Auswahltagung, wenn jemand übertrieben hat. Ansonsten kann ich jedem nur raten, sich nicht zu verstellen und einfach er selbst zu sein. 

Das Bewerbungsverfahren umfasst eine schriftliche Bewerbung und eine Auswahltagung, die der Prüfung in einem Assessment-Center ähnelt. Wie schwierig ist es, eine Einladung zur Auswahltagung zu bekommen?

Die schriftliche Bewerbung ist definitiv die höhere Hürde. Hier prüfen wir intensiv auf Leistung, Engagement und Persönlichkeit. Wer eine Einladung zur Auswahltagung bekommt, kann schon stolz auf sich sein. Dort möchten wir dann, dass die Kandidaten den Eindruck auch bestätigen, den sie durch ihre Bewerbung auf uns gemacht haben.

Welche Aspekte sind bei der schriftlichen Bewerbung wichtig?

Wir verlangen einen mehrseitigen ausformulierten Lebenslauf, aus dem die persönliche Entwicklung, der Studien- und gegebenenfalls auch schon der Berufswunsch hervorgehen und wir möchten erfahren, warum der- oder diejenige sich gesellschaftlich engagiert. Im Abiturzeugnis ist uns nicht nur der Notendurchschnitt wichtig, sondern wir möchten auch sehen, in welchen Fächern der Bewerber besonders gut war. Daran kann man häufig schon erkennen, ob er sein gewähltes Studium zügig und erfolgreich abschließen wird.

Wie wichtig sind im Assessment-Center die informellen Momente wie beispielsweise das Abendessen oder die Kaffeepause?

Diese Teile der Auswahltagung zählen für uns nicht zum Prüfungszeitraum. Im Gegenteil: Die Bewerber haben hier die Chance, sich gegenseitig ganz ungezwungen kennenzulernen und werden von ihren Juroren weder beobachtet noch bewertet.

Wie können sich die Kandidaten am besten auf die Auswahltagung vorbereiten?

Wir erwarten von unseren Bewerbern, dass sie gesellschaftlich und politisch interessiert sind. Daher sollten sie mindestens in den letzten drei Wochen vor der Auswahltagung aufmerksam die Nachrichten verfolgen. Wichtig ist auch, dass sie sich mit der Konrad-Adenauer-Stiftung als Organisation befassen und sich überlegen, wie sie zu den christlich-demokratischen Grundwerten stehen, die unserer Stiftung zu Grund liegen.

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