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Darum lohnt sich das Studium in der Provinz

Wiese Hügel Land Provinz [Quelle: tempus corporate, Getty Images]

Quelle: tempus corporate, Getty Images

Es muss nicht immer Berlin sein: Auch ein Studium in einer Kleinstadt hat Vorteile. Die Unis locken mit einem guten Betreuungsverhältnis und familiärer Atmosphäre. Nur eines sucht man meist vergebens.

Endlich raus aus der Provinz, rein in die Großstadt. Für viele Studenten gehört dieser Erleichterungsseufzer genauso zum Studienstart wie die Ersti-Kneipentour. Christian Howe seufzte nicht – er wählte lieber die noch kleinere Provinz. Der heute 27-Jährige zog zum Studium vom brandenburgischen Oranienburg nach Eichstätt in Bayern. Einwohnerzahl: rund 13.000. Seine Heimatstadt ist mit rund 43.000 Einwohnern immerhin noch dreimal so groß.

Für Howe war das kein Problem: "Ich bin eher der Kleinstadttyp. Eichstätt ist überschaubar, familiär und nicht total anonym", sagt er. Und vor allem bot die Katholische Universität Eichstätt-Ingolstadt genau das, was sich der Oranienburger von einer Hochschule erhofft hatte: ein passendes Studienangebot, eine gute Betreuung und kurze Wege auf dem Campus.

Cort-Denis Hachmeister vom Centrum für Hochschulentwicklung (CHE), das jährlich ein Hochschulranking erstellt, kennt die Vorteile von kleineren Universitäten und Fachhochschulen: "Die Betreuungsrelation ist oft günstiger und die Hochschule ist stärker auf die Lehre ausgerichtet." Zudem seien Hochschulen in Provinzstädten selten überlaufen.

Ein Studium in einer Kleinstadt kann noch weitere Vorzüge haben: Viele Hochschulen arbeiteten stärker an der Schärfung des eigenen Profils, um Studenten anzulocken, hat Autor und Studienberater Sebastian Horndasch beobachtet. So seien beispielsweise die FH Lübeck oder die Hochschule Wismar führend beim E-Learning.

Kontakte zum lokalen Arbeitsmarkt

Wiederum ganz andere Anreize setzt die TU Clausthal. Wegen ihrer Lage im Harz bezeichnet sie sich als "einzige Universität Deutschlands in einem Wintersportgebiet". Die Hochschule bietet rund 60 verschiedene Sportarten an. Zudem kann sie im CHE-Ranking bei der Betreuung durch die Lehrenden punkten. "Mit der Note 1,4 belegt sie einen absoluten Spitzenwert", sagt Experte Hachmeister. Für ihre Räume und IT-Infrastruktur sowie den Kontakt zu anderen Studierenden erhielt die Hochschule eine 1,5 und eine 1,6.

Dagegen hätten Großstadt-Unis im CHE-Ranking öfter das Problem, dass sich ihre Überfüllung negativ auf die Zufriedenheit der Studenten auswirke. Das sei zwar nicht durchgängig so, aber die Tendenz gibt es laut Hachmeister: "Zwei Großstadt-Unis, die früher regelmäßig schlechte Studierendenurteile bekamen, machen in unserem Ranking gar nicht mehr mit."

Universitäten sind in kleinen Städten jedoch eher selten, Fachhochschulen überwiegen. Dadurch sei die Fachauswahl nicht immer riesig, gibt Hachmeister zu bedenken. Wer aber schon genaue Vorstellungen hat, kann auch hier fündig werden. Auch aus Karrieregründen kann sich das Studium in einer kleineren Stadt lohnen: "Lokale Fachhochschulen bilden oft auch für den lokalen Arbeitsmarkt aus und vermitteln während des Studiums schon Kontakte zu regionalen Firmen", so der CHE-Experte.

Gutes Verhältnis zu Professoren

Auf der Suche nach dem passenden Medienstudium wurde Marcus Jänecke im sächsischen Mittweida fündig. In diesem Wintersemester sind an der Uni der 15.000-Einwohner-Stadt beeindruckende 6.800 Studenten eingeschrieben. Jänecke bekam zwar auch eine Zusage von der größeren, knapp 20 Kilometer entfernten TU Chemnitz, trotzdem war die Entscheidung für ihn damals sofort klar: "Erstens genießt der Standort in der Medienbranche einen gewissen Ruf, insbesondere im Vergleich mit Chemnitz. Und zweitens reizte mich damals der große Praxisbezug, den Mittweida versprach."

Auch die Atmosphäre an der Fachhochschule punktete. Mit knapp 60 Kommilitonen im Studiengang Medien-Management fühlte sich Jänecke wie in einer großen Familie statt wie in einer anonymen Großstadtsiedlung. "Da haben sich viele sehr gute Freundschaften und ein mittlerweile weit über Deutschland gefächertes Netzwerk verschiedenster junger Medienmenschen entwickelt", sagt er.

Enge Kontakte entstanden nicht nur zwischen den Kommilitonen, sondern auch zwischen Professoren und Studenten. "Es kommt sogar vor, dass man mit seinem Prof ganz unkompliziert gemeinsam in der Mensa essen gehen kann. Dann spürt man von den unterschiedlichen Rollen nur noch wenig", erzählt Jänecke.

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