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Duales Studium (© DOC RABE Media - Fotolia.com )

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Theorie oder Praxis? Beides! Das geht mit einem dualen Studium. Die wichtigsten Fragen und Antworten.

Was ist ein duales Studium?

Ein Studium, kombiniert mit Arbeit in einem Unternehmen. Man lernt an zwei Orten - an der Hochschule die Theorie, in der Firma die Praxis. Bei einem ausbildungsintegrierenden Studium macht man zusätzlich eine Ausbildung, etwa zur Industriekauffrau oder zum Mechatroniker. Bei einem praxisintegrierenden Studium bekommt man nur den Bachelor, hat aber auch viel praktisch gearbeitet.

Wie läuft ein duales Studium ab?

Es gibt verschiedene Modelle bei dualen Studiengängen. Häufig wechseln sich dreimonatige Lernphasen an einer Hochschule oder Berufsakademie mit dreimonatigen Praxisphasen in einem Unternehmen ab. Es ist aber auch möglich, dass man jede Woche Theorie- und Praxiseinheiten hat oder vor allem nach Feierabend und an den Wochenenden unterrichtet wird. Ein duales Bachelorstudium dauert zwischen drei und fünf Jahre und beginnt meist zum Wintersemester.

Was ist der Unterschied zu einer normalen Ausbildung?

Dualstudenten lernen Hochschulstoff, ihr Unterricht hat akademisches Niveau, auch wenn er kompakt und anwendungsbezogen vermittelt wird. Beim Berufseinstieg können sie in der Regel mehr Gehalt verlangen als reguläre Azubis, weil sie einen Studienabschluss haben.

Was ist anders als beim normalen Studium?

Die Doppelbelastung. Man muss sich gut organisieren können und braucht Disziplin, um Studium und Arbeit zu schaffen. Wer dual studiert, ist gleichzeitig auch Angestellter und muss während der Arbeitszeiten dem Unternehmen zur Verfügung stehen. Statt monatelanger Semesterferien haben die dualen Studenten nur so viel Urlaubsanspruch wie andere Auszubildende: mindestens 24 Werktage im Jahr. Trotzdem brechen Dualstudenten ihr Studium seltener ab als andere Studenten.

Welche Fächer kann man dual studieren?

Duale Studiengänge gibt es vor allem für Wirtschafts- und Ingenieurfächer. Daneben gibt es duale Studiengänge im sozialen Bereich, etwa für Pflege und Soziale Arbeit. Einen Überblick gibt die Datenbank des Bundesinstituts für Berufsbildung unter www.ausbildungplus.de. Die Datenbank verzeichnet mehr als 1.500 duale Studienmöglichkeiten in ganz Deutschland. Man muss sich die Anbieter allerdings genau ansehen, denn der Begriff "dual" ist nicht geschützt. Also: unbedingt darauf achten, dass der Studiengang akkreditiert ist, ein akademischer Grad verliehen wird und der Praxisanteil mindestens zwölf Monate beträgt. Finger weg von unrealistischen Angeboten, die den Bachelor in einem Jahr versprechen.

Was kostet das Studium?

Oft gar nichts. Viele Unternehmen, die duale Studenten ausbilden, übernehmen die Kosten für den theoretischen Teil ganz oder zumindest teilweise. Wer selbst dafür aufkommen muss, zahlt an Berufsakademien oder an privaten Hochschulen 400 Euro und mehr im Monat. An staatlichen Hochschulen zahlt man Semestergebühren wie andere Studenten.

Was verdient man dabei?

Das Gehalt hängt von der Studienrichtung, aber auch vom Arbeitgeber ab. Große Konzerne zahlen meist mehr als Mittelständler, und in wirtschafts- und ingenieurwissenschaftlichen Studiengängen verdient man besser als im sozialen Bereich. Laut einer Umfrage der Plattform www.duales-studium.de beträgt das Monatsgehalt durchschnittlich rund 860 Euro.

Wie bewirbt man sich?

Direkt beim Unternehmen. Erst wenn man dort einen Platz sicher hat, meldet man sich bei der Hochschule oder der Berufsakademie an, mit der das Unternehmen kooperiert. Wer gleich nach der Schule studieren will, muss sich meistens schon ein Jahr vor dem Abitur bewerben.

Wer wird übernommen?

Die meisten der dualen Studenten werden von ihren Ausbildungsbetrieben eingestellt. Zum Teil gibt es eine Übernahmeklausel im Vertrag: Die Studenten verpflichten sich darin, nach dem Abschluss für ein bis drei Jahre zu bleiben. Wenn man trotzdem wechseln will, muss man eventuell die Kosten für den theoretischen Teil des Studiums zurückzahlen. Wird man nicht übernommen, hat man in der Regel dank der Praxiserfahrung auch bei anderen Betrieben gute Chancen.

© ZEIT ONLINE (Zur Original-Version des Artikels)

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Kommentar (1)

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  1. Anonym

    Duales Studium behandelt Stoff oberflächlicher als Universitätsstudium

    Vielen Dank für den Artikel über das duale Studium, ich selbst habe vor zwei Jahren Wirtschaftsingenieurwesen dual studiert und mich entschieden zu einem normalen Studium zu wechseln. Ich hatte mich damals für das duale Studium unter anderem aufgrund folgendes Satzes entschieden: "Dualstudenten lernen Hochschulstoff, ihr Unterricht hat akademisches Niveau, auch wenn er kompakt und anwendungsbezogen vermittelt wird." Hierbei möchte ich hervorheben, dass der Unterricht im dualen Studium nicht in vollem Umfang akademisches Niveau besitzt. Zum Einen kann nicht der gleiche Umfang an Stoff vermittelt werden. Dies liegt vor allem an den verkürzten Theoriesemestern: 3 Monate im Vergleich zu 4-5 Monaten an der TU München. Zum Anderen spielt der Praxisbezug eine Rolle. Somit wird der Stoff üblicherweise oberflächlicher vermittelt, da man für die Praxis üblicherweise kein vertieftes Theoriewissen benötigt. Wer sich also in seinem Fachgebiet theoretisch vertiefen will und nicht nach dem Bachelor in das Arbeitsleben einsteigen will, trifft meiner Meinung nach mit einem Universitätsstudium die bessere Wahl. Wer praxisorientiert studieren will, mit dem Ziel möglichst früh zu arbeiten, könnte mit dem dualen Studium die richtige Entscheidung treffen. Viele Grüße, Björn

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