Drei Monate Auszeit für den Berater

Take Time McKinsey (Autor: S. Bachstroem, Quelle: Fotolia.com)

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Poker-WM in den USA, Konzerte geben, im Vorstand einer Stiftung aktiv sein - das alles machen McKinsey-Berater. Wann sie die Zeit dafür finden? In den drei Monaten Auszeit, die sie sich ab sofort jedes Jahr nehmen können.

McKinsey hat "Take Time" für seine Berater eingeführt - was bedeutet das?

Jeder Berater bei McKinsey hat ab sofort die Möglichkeit, jedes Jahr bis zu drei Monate freizunehmen - neben dem regulären Urlaub also zusätzlich zwei Monate. Während dieser Auszeit ist er weiterhin sozial- und krankenversichert und bekommt sein angepasstes Gehalt. Wenn ein Kollege zum Beispiel zwei Monate frei nehmen möchte, bekommt er das ganze Jahr über 10/12 seines Gehalts.

Und wieso haben Sie "Take Time" eingeführt?

Wir haben unsere Mitarbeiter befragt und wollten von ihnen wissen, was sie sich von uns wünschen. Ergebnis: Ein Konzept wie das von "Take Time". Wir stellen Menschen ein, die tolle Qualifikationen haben und spannende Dinge in ihrem Leben machen. Wir möchten ihnen noch mehr Freiraum für diese Aktivitäten geben. Das macht unsere Mitarbeiter nicht zuletzt auch zu besseren Beratern und Führungskräften, weil sie sich nicht nur einseitig auf den Job konzentrieren. Außerdem wissen wir aus den Gesprächen mit den High Potentials, dass sie mehr von ihrem Leben möchten, als möglichst schnell Partner bei McKinsey zu werden. Ein ausgefülltes Privatleben ist ihnen sehr wichtig.

Was ist der Unterschied zwischen "Take Time" und einem Sabbatical?

Das Neue an "Take Time" ist, dass sie jedem Berater jederzeit zur Verfügung steht. Unsere Kollegen können sie unbürokratisch beantragen: Am Anfang des Jahres legen sie fest, ob und wie viel "Take Time" sie für die nächsten 12 Monate einplanen. Sie müssen die freien Tage auch nicht am Stück nehmen. Außerdem war ein Sabbatical schon immer eher eine Ausnahme - "Take Time" soll etwas Normales sein. Ein weiterer Vorteil gegenüber dem Sabbatical: Man ist während "Take Time" weiterhin kranken- und sozialversichert. Und nicht zuletzt: Das Gehalt wird weiter gezahlt, angepasst natürlich.

Wie kurzfristig kann man "Take Time" nehmen?

Die Planung vom Anfang des Jahres kann man zum Halbjahr noch einmal überdenken. Aber auch zwischendurch sind Änderungen noch möglich - außer natürlich mitten im Projekt.

Was planen die Kollegen für die Zeit, wenn sie "Take Time" nutzen?

Die Bandbreite ist sehr groß: Eine Kollegin möchte im Beirat einer Stiftung aktiv werden, ein anderer nimmt an einer Poker-WM in den USA teil. Wir haben auch einen Kollegen, der ein sehr guter Pianist ist und mit seiner Frau Konzerte geben möchte. Davor muss er aber mehrere Wochen lang jeden Tag üben, und dafür wird er sich "Take Time" nehmen. Andere möchten die Zeit mit ihrer Familie und Freunden verbringen oder eine Weltreise machen. Das Schöne an "Take Time" ist ja, dass es überhaupt nicht zweckgebunden ist. Die Berater können die Auszeit für das nützen, was ihnen wichtig ist.

Wie fangen Sie die Fehlzeiten intern ab?

Natürlich können nicht alle Berater gleichzeitig "Take Time" nehmen. Das werden wir in gewissem Umfang steuern müssen, um Engpässe zu vermeiden. Auszeiten in Sommer- und Ferienmonaten, die auf Klientenseite ruhiger sind, eignen sich für "Take Time" natürlich gut. Das Projektgeschäft bietet hier viel Flexibilität.

Gibt es einen Ausgleich für die Berater, die "Take Time" nicht in Anspruch nehmen?

Nein, wieso auch? Diejenigen, die "Take Time" nicht beanspruchen, bekommen ja weiter ihr volles Gehalt. Wir möchten unseren Mitarbeitern eben einfach ermöglichen, selbst zu entscheiden, welche Prioritäten sie setzen.

Wie ist bisher das Feedback zu "Take Time"?

Das Konzept ist noch ganz neu, aber viele Kollegen interessieren sich bereits dafür. Wir haben schon oft gehört: "Das ist genau das, was ich eigentlich immer wollte." Dieses Jahr haben die meisten Kollegen Projektarbeit und arbeitsfreie Phasen schon anders organisiert. Viele haben aber die klare Absicht, "Take Time" im nächsten Jahr für sich zu nutzen.

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