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Als Studententeam die Welt bewegen

[Quelle: freeimages.com, Autor: jcam]

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Beim Enactus World Cup stellten 34 Studententeams vom 29. September bis 1. Oktober in Cancún, Mexiko, ihre Projekte vor. Enactus ist eine Non-Profit-Organisation, bei der sich in 39 Ländern mehr als 62.000 Studierende an 1.600 Hochschulen engagieren. Die Enactus-Studenten wenden Unternehmergeist und betriebswirtschaftliche Methoden an, um Lebensqualität und -standard für Menschen nachhaltig zu verbessern. Dabei werden sie von Unternehmen und Hochschulen unterstützt.

Im Interview berichtet Kai, wie sein Team die Jury mit den Projekten "Beeconomy" und "EinDollarBrille" überzeugte und den World Cup gewann.

Welche Projekte fördert Enactus München und welche haben Sie mit ihrem Team beim Enactus World Cup vorgestellt?

Unser Team, bestehend aus 70 Studenten aus München, betreut derzeit fünf Projekte. Beim Enactus World Cup haben wir die Projekte "Beeconomy" und "EinDollarBrille" vorgestellt.

Worum geht es bei diesen beiden Projekten?

"Beeconomy" entstand vor dem Hintergrund, dass Menschen in Burkina Faso, einem der ärmsten Länder der Welt, durch die Landwirtschaft allein nicht überleben können. Wir arbeiten mit der Kooperative Wend Puiré zusammen, die Bauern dabei unterstützt, sich als Imker ein zweites Standbein aufzubauen. Leider haben die meisten Bauern nie mit der Honigproduktion angefangen, weil sie Angst davor hatten, einen Kredit aufzunehmen, um die nötigen Bienenstöcke und die Ausrüstung zu finanzieren. Diese Bedenken wollten wir ihnen nehmen und unterstützen daher gemeinsam mit dem Stern Stewart Institute die Ausbildung von Wend Puiré.

Wie gehen Sie dabei vor?

Viele der Imker sind Analphabeten. Deswegen haben wir das Spiel Beeconomy entwickelt, das  komplett auf Symbolen basiert und keine Schrift benötigt. Ziel ist es, den Imkern die Grundlagen in Investitionsplanung, Angebot und Nachfrage, Mikrokreditmanagement und den Umgang mit Risiken zu vermitteln. Diese Vermittlung erfolgt über von uns ausgebildete Trainer. Wir konnten bisher mit dem Spiel elf Trainer ausbilden, die bereits 150 Imker ausgebildet haben. Und das Beste: Die Imker nehmen Kredite auf und investieren.

Und worum geht es bei "EinDollarBrille"?

"EinDollarBrille" ist ein Projekt, das zusammen mit einem Lehrer aus Erlangen stattfindet, der eine Biegemaschine entwickelt hat, mit der man eine Brille  für weniger als einen US-Dollar herstellen kann. Mit diesem Projekt richten wir uns an 150 Millionen Menschen weltweit, die eine Brille benötigen, sich aber keine leisten können. Die Brillen werden für ungefähr 2 bis 7 US-Dollar weiterverkauft. Wir waren in den Ländern Ruanda, Burkina Faso und Bolivien und haben dort über 60 Leute ausgebildet. 15 davon haben von uns eine Biegemaschine bekommen, um die Brillen herzustellen. Sie arbeiten nun als Optiker in ihren Ländern und konnten inzwischen schon 25 Personen in ihren Geschäften anstellen.

Wie hat KPMG Sie und Ihr Team beim Enactus World Cup unterstützt?

Zwei Business Advisors von KPMG haben uns bei dem Enactus World Cup begleitet und unser Team mit ihrem Know-How unterstützt. Der große Vorteil für uns war, dass beide bereits Erfahrungen mit Enactus und dem World Cup hatten. So konnten sie uns bei der Umsetzung und Planung der Präsentation helfen und uns Tipps und Verbesserungsvorschläge geben.

Hatten Sie beim Enactus World Cup ein Erlebnis, das  Ihnen besonders in Erinnerung geblieben ist?

Neben dem World Cup gab es auch verschiedene Diskussionsrunden mit den Teams., zum Beispiel zum Thema "gender inequality". Im Raum war eine wahnsinnige Energie zu spüren, da 60 Studenten aus völlig unterschiedlichen Kulturen mit Herzblut über Lösungen diskutiert haben. Diese Diskussion hat mich nachhaltig beeindruckt und ich denke immer noch ab und zu daran zurück.

Wir haben sehr viele hochranginge Leute kennengelernt und konnten uns mit anderen Teams über unsere Projekte austauschen.  Es war toll, Menschen aus ungefähr 40 Ländern zu treffen, die alle das gleiche Ziel mit ihren Projekten verfolgen. Vor Ort herrschte eine unglaublich intensive und besondere Atmosphäre. Ich hatte sehr viele tolle zwischenmenschliche Erlebnisse. An einem Tag fing das Team aus Puerto Rico plötzlich an, auf Trommeln Musik zu spielen und zu singen. Die Teams der anderen Länder wurden von der guten Stimmung angesteckt und fingen auch an zu tanzen. Der World Cup ist eine große interkulturelle Familie, die sich darüber freut, gemeinsam an einem Ort sein zu dürfen und das zu feiern, was in dem Jahr erreicht und bewegt wurde.

Wie kann man Ihr Enactus-Team und Enactus allgemein unterstützen?

Unsere Mitglieder sind Studenten unterschiedlicher Fächer der TU München, FH München und der Ludwig-Maximilians-Universität. Wir freuen uns über jeden motivierten Studenten, der gemeinsam mit uns an neuen Projekten arbeitet und uns dabei unterstützt, unsere bestehenden Projekte in die Welt hinauszutragen oder auch neue Projekte einbringt. Nähere Informationen dazu findet man auf unserer Homepage und auf unserer Facebook Seite.

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