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Souverän durchs Bewerbungsgespräch

Bewerbungsmappe [Quelle: Fotolia]

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Wer sich auf ein Vorstellungsgespräch gut vorbereitet, hat schon fast gewonnen. Doch welche Fragen sind zu erwarten? Und wie sollte man darauf reagieren?

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Dies ist oftmals die Einstiegsfrage nach den ersten lockeren Gesprächsminuten. Der Bewerber sollte hier in maximal drei Minuten ein Kurzprofil von sich präsentieren. "Die Selbstbeschreibung sollte dabei mit dem Stellenprofil übereinstimmen. Daher ist es sinnvoll, einige Keywords aus der Jobbeschreibung zu verwenden", rät Iris Kadenbach von Kadenbach Coaching. Zur Vorbereitung gilt es, mit Blick auf den Lebenslauf herauszuarbeiten, bei welchen Gelegenheiten die geforderten Fähigkeiten schon einmal unter Beweis gestellt werden konnten – zum Beispiel in Seminaren, Praktika oder im Rahmen der Bachelorarbeit.

Warum haben Sie sich bei uns beworben?

Personaler hören es am liebsten, so die Bewerbungsprofis, wenn der Bewerber einen persönlichen Bezug zum Unternehmen oder zur Branche herstellen kann. Wer im Vorstellungsgespräch bei einem Automobilunternehmen ist, könnte zum Beispiel davon erzählen, wie er schon als Kind mit dem Vater am Auto oder der eigenen Seifenkiste gebastelt hat. Von Vorteil ist außerdem, wenn man einen Zusammenhang zwischen den Unternehmenswerten und den eigenen Werten herstellen kann. Beispielsweise kann man sagen: "Ich finde es wichtig, dass ein Unternehmen auf die Work-Life-Balance seiner Mitarbeiter achtet. Sie sind ein solcher Arbeitgeber für mich."

Was, glauben Sie, erwartet Sie in der Position?

Bei dieser Frage erwarten Recruiter eine realistische Tätigkeitsvorausschau, so Christian Püttjer, Geschäftsführer von karriereakademie.de. Zur Vorbereitung sollte man im Internet nach Erfahrungsberichten von Young Professionals suchen oder allgemeine Jobbeschreibungen sichten. In diesem Zusammenhang kann auch die Frage nach der Gehaltsvorstellung kommen. Auch hier sollte man sich vorher erkundigen, etwa auf Vergleichsportalen im Internet, welche Gehälter in der jeweiligen Position üblich sind. "Bei der Antwort sollte man auch darauf hinweisen, dass und wo man sich über Gehälter erkundigt hat", rät Kadenbach. Damit nicht der Eindruck entsteht, man habe die Antwort aus dem Bauch heraus getroffen.

Welche Tätigkeiten liegen Ihnen, welche weniger?

Hier geht es um die Frage nach den eigenen Stärken und Schwächen im Hinblick auf die zukünftige Tätigkeit. An erster Stelle sollte man die Stärken nennen und sie stets mit einer persönlichen Entwicklung verbinden. Etwa so: Wer gut im Präsentieren ist, kann sagen, dass er bereits viel positives Feedback für seine Präsentationen bekommen hat und sich dadurch sogar noch verbessern konnte. Erfolge wie beispielsweise die Anfrage eines Kommilitonen, ob man für ihn die Präsentation hält, kann man einbringen. Aber auch eine Schwäche, wie beispielsweise das Schreiben von Protokollen, sollte man ansprechen, diese aber gut verpacken. Etwa, dass man hier noch an sich arbeite und schon Fortschritte machen konnte.

Wie würden Freunde, Kollegen oder Professoren Sie beschreiben?

Laut Püttjer handelt es sich hier um eine von verschiedenen Checkfragen, mit denen Personaler vorher gestellte Fragen auf ihren Wahrheitsgehalt hin prüfen wollen – hier sollen die Stärken und Schwächen nachgeprüft werden. Das heißt gleichzeitig, die Antwort auf diese Frage sollte ähnlich ausfallen wie die auf die Stärken-Schwächen-Frage. "Man sollte stets in den Vordergrund stellen, was andere gut an einem finden", so Püttjer. Zum Beispiel: Meine Freunde kennen mich als sehr zuverlässigen und pünktlichen Menschen.

Was hat Sie in Ihrem Leben geprägt? Oder auch: Worauf sind Sie stolz?

Gemessen an den Beispielen, die ein Bewerber bringt, wollen Personaler herausfinden, ob er eher berufs- oder freizeitorientiert ist. "Man möchte so erkennen, warum jemand arbeitet – macht er es, um Geld für die Freizeit zu verdienen, oder bringt er eine intrinsische Motivation mit und ist bereit, im Job richtig anzupacken", erläutert Püttjer. Zudem gehe es um die Frage nach dem eigenen Selbstbild, also was man bisher über sich selbst gelernt hat.

Wie gehen Sie mit Konflikten und Kritik um?

Ein guter Bewerber sollte flexibel, lernwillig und teamfähig sein und muss daher auch Kritik einstecken können. Eine mögliche Antwort ist laut den Bewerbungsexperten daher: "Wenn mir Kritik weiterhilft, nehme ich sie gerne an. So konnte ich in Teams bereits verschiedene hilfreiche Tipps bekommen und dadurch meine Präsentationen deutlich verbessern." Wichtig sei, darauf hinzuweisen, wie man sich durch die Kritik oder den Konflikt weiterentwickeln konnte und was man daraus für sein Arbeiten gelernt hat.

Wo sehen Sie sich und Ihren Lebensmittelpunkt in den nächsten x Jahren?

Diese Frage ist natürlich zulässig, sollte jedoch nicht ins Private gehen. Das heißt, als Bewerber sollte man hier auch nicht auf private Probleme eingehen. "Zum Teil wird mit dieser Frage geprüft, wie freimütig ein Bewerber von sich erzählt", warnt Kadenbach. Eine passende Antwort könne deshalb auch zunächst die Nachfrage sein, warum diese Information für die Qualifikation wichtig sei.

Wenn Sie ein Fußballspieler wären, welche Position hätten Sie?

Es kann immer vorkommen, dass man nicht auf jede Frage vorbereitet ist und eine Frage sogar irritiert. Kein Problem, sagt Padideh Kaschefi, Geschäftsführerin des Coachingunternehmens karriere². "Im Fall von eher kuriosen Fragen gilt es, souverän zu bleiben und sich nicht ins Inhaltliche zu verlieren. Man kann seinem Interviewpartner ruhig spiegeln, dass man von der Frage überrascht ist." Und beispielsweise mit einer Verständnisfrage antworten: Offen gesagt, die Frage überrascht mich. Worauf möchten Sie hinaus? "Oder man leitet für sich einen Sinn ab, zum Beispiel die Teamfähigkeit", so die Beraterin.

Haben Sie noch Fragen?

Diese Frage ist als Chance zu sehen, sich noch einmal ins rechte Licht zu rücken, sagt Kaschefi. "Hier geht es nicht um einen riesigen Fragenkatalog, das würde die meisten Personaler sogar eher erschrecken. Genauso klinge ein 'Ich habe keine Fragen, so weit ist alles klar' nach Flucht aus dem Gespräch", so die Expertin. Sie rät, im ersten Schritt eine kleine Zusammenfassung des Gesprächs zu machen, um zu vermitteln, dass man alles verstanden hat. Und anschließend ein, zwei Fragen nach dem Team oder zur Einarbeitungsphase zu stellen – im besten Fall mit persönlichem, emotionalem Statement: "Ich arbeite gerne im Team, wie kann ich mir die Zusammenarbeit bei Ihnen vorstellen?"

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