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Bewerbungsmappe mal anders

Bewerben in USA (Quelle: fotolia, Autor: Jiri Hera)

© Jiri Hera - Fotolia.com

Arbeitsproben und Referenzen, Zeugnisse und Lebenslauf - die Bewerbungsmappe kann in den USA ganz schön dick werden. Außer, man bewirbt sich per E-Mail - dann ist Minimalismus angesagt. Das gilt auch für das Anschreiben.

Bewerbungen werden in den USA genauso oft per E-Mail verschickt wie in Deutschland. Dann gehören zu den Unterlagen nur ein Anschreiben und ein Lebenslauf. Eine vollständige, schriftliche Bewerbung (complete dossier) beinhaltet außerdem ein Bewerbungsformular (application form) des jeweiligen Unternehmens, Referenzen und einige Arbeitsproben. Dazu kommen andere Dokumente, die deine Qualifikationen oder bestimmte Erfolge belegen - zum Beispiel auch Urkunden oder Belobigungen. Wichtig ist zudem eine Tabelle (transcript), in der Kurse und Noten des Studiums aufgelistet werden.

Die Bewerbungsmappe

Sie sieht in den USA ganz anders aus, als wir sie kennen: Ein hochwertiger, eventuell marmorierter oder dezent gefärbter DIN-A3-Bogen wird in der Mitte gefaltet. So entsteht eine DIN-A4-Mappe mit vier Seiten: Die erste Seite dient als Deckblatt und steht für die eigene Adresse zur Verfügung. Seite zwei, drei und vier sind für den Lebenslauf vorgesehen. Die vierte Seite kann aber auch für Referenzen genutzt werden oder sie bleibt einfach frei. Zusätzlich musst du das Anschreiben erstellen. Die Gestaltung einer solchen Mappe lohnt sich nur für einen mindestens zweiseitigen Lebenslauf.

Das Anschreiben

Diesen Brief solltest du möglichst kurz halten. Er sollte zudem an den richtigen Ansprechpartner gerichtet sein. Zum formalen Aufbau: An erster Stelle steht deine vollständige Adresse (mit Telefonnummer, Faxnummer, E-Mail). Diese kannst du entweder links oder rechts oben ansetzen. Nach dem Datum, das du ebenfalls entweder rechts- oder linksbündig setzen kannst, folgt der Name des konkreten Adressaten deiner Bewerbung und die Postadresse des Unternehmens. Darunter kommt nun die Anrede.

Betreffzeile

Auch im anglo-amerikanischen Raum wird in der Regel eine Betreffzeile verwendet. Sie ist jedoch kein Muss. Wie im Deutschen bezieht man sich auf die ausgeschriebene Stelle oder auf ein Telefonat. Anders als bei deutschsprachigen Geschäftsbriefen wird der Betreff nach der Anrede platziert, und durch Fettdruck oder Unterstreichung hervorgehoben. Am Anfang dieser Zeile steht "RE:" ("with reference to"). Anschließend folgt dein frei formulierter und ausgeschriebener Bewerbungstext. Wenn du die nötigen Unterlagen für eine Arbeitserlaubnis bereits besorgt hast, solltest du das im Anschreiben kurz erwähnen - es unterstreicht dein Interesse daran, in den USA zu arbeiten.

Der Lebenslauf

Im US-amerikanischen Raum ist es üblich, einen eigenen "Resume"-Kopf zu erstellen. Die in Großbritannien übliche Überschrift "Curriculum Vitae" entfällt. Ganz oben gehört, ebenso wie beim Anschreiben, der Name des Bewerbers mit der vollständigen Kontaktadresse. Diese wird meist mittig platziert, du kannst sie aber auch links- oder rechtsbündig setzen. Der Lebenslauf soll nicht länger als eine Seite sein, der Inhalt sollte sich auf das Wesentliche beschränken. Baue deinen Lebenslauf entweder nach Themengebieten oder umgekehrt chronologisch auf. Die aktuelle Tätigkeit steht dann also am Anfang der Auflistung. Mache im Lebenslauf keine Angaben, wann du die Stelle antreten kannst. Der Arbeitgeber geht davon aus, dass du kurzfristig anfangen kannst, denn sonst hättest du dich gar nicht beworben. Unterschrieben wird der Lebenslauf in den USA nicht.

Tabus in Lebenslauf und Anschreiben

Einige Angaben, die in Deutschland völlig normal sind, sollten in einer Bewerbung für die USA auf keinen Fall auftauchen. Hintergrund sind die strengen US-amerikanischen Gesetze gegen Diskriminierung - und die Angst vor Klagen abgelehnter Bewerber.

Verzichte also in den Bewerbungsunterlagen unbedingt auf ein Foto und auf Angaben zu:

  • Religion
  • Alter
  • Herkunft
  • Familienstand und Kindern
  • Gesundheit

Das Bewerbungsgespräch

Das Vorstellungsgespräch verläuft in den USA ähnlich wie in anderen Ländern: Meist führen die Unternehmen mit den Bewerbern strukturierte Interviews. Je nach Größe der Firma und der jeweiligen Stelle gibt es auch Intelligenztests oder Assessment-Center. Pünktlichkeit ist in den USA sehr wichtig. In Gesprächen kommen Amerikaner nach einem kurzen Small Talk gerne schnell auf den Punkt, die Atmosphäre ist dabei vergleichsweise locker.

Beispiele für Anschreiben und Lebensläufe

  • Muster-Anschreiben für die USA findest du auf monster.de.
  • Beispiel-Lebensläufe zum Download findest du in unserer Bewerbungs-Rubrik
  • Fragen und Antworten zum Thema Arbeiten und Studieren in den USA kannst du in diesem Expertenforum nachlesen.
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Kommentare (4)

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  1. Melanie Grell

    Hallo Franziska, danke für dein Feedback. Hättest du vielleicht Lust, den Artikel für uns zu aktualisieren? Wir freuen uns ja immer, wenn wir bei solchen Themen, bei denen wir uns nicht so gut auskennen, Hilfe bekommen. Du würdest natürlich als Autorin genannt! Melde dich einfach bei mir, wenn du Lust hast. VG, Melanie

  2. Anonym

    Referenzen

    Liebe Franziska, danke für deine Anmerkungen. Wir sind immer dankbar für Leute, die Erfahrungen in dem jeweiligen Gebiet haben und einen besseren Eindruck als wir vermitteln können. Deine Korrekturen sind natürlich richtig. Viele Grüße, Julia

  3. Simon

    Visum?

    Hallo zusammen, noch ein nicht *ganz* unerheblicher Punkt ist das Visum. Ohne Greencard wird das meist nichts. Das ist leider de facto so. Es gibt noch Möglichkeiten sich von einem dt. Unternehmen zu einem Sitz in den USA transferieren zu lassen (H1-B bspw.), aber selbst da muss die aufnehmende Legaleinheit nachweisen, dass kein US-Amerikaner den Job auch machen kann. VG und trotzdem viel Erfolg! Simon

  4. Franziska Mittermayr

    Bewerbungsmappe

    Liebes e-fellows team, ich lese und schaetze seit Jahren Ihre Newsletters. Als ich den obigen Arikel gelesen habe, war ich jedoch sehr erstaunt. Ich lebe seit ueber 8 Jahren in Nordamerika und bin gerade durch eine intensive Bewerbungsphase durchgegangen. Waehrenddessen habe ich einige Buecher zum Thema Lebenslauf gelesen. Keines dieser Buecher hat die Bewerbungsmappe auch nur ansatzweise so beschrieben, wie Ihr Artikel. Was mich auch sehr stutzig gemacht hat, ist das Format. In Nordamerika verwenden wir 'letter-size' statt DIN. Die angegebenen Referenzen (Buecher) sind fast zehn Jahre alt. In dieser Zeit hat sich einiges veraendert. Ich rate Lesern dringends sich nicht auf diese veraltete Information zu verlassen. Ich kann das Buch 'What colour is your parachute?', das jaehrlich neu herausgegeben wird, sehr empfehlen. Es wird hier als Standardwerk fuer den Bewerbungsprozess gesehen. Viel Glueck beim Bewerben!

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