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Verunsicherung bei Versicherungen

Versicherung, Berufseinstieg, Vorsorge [Quelle: tempus corporate, Getty Images]

Quelle: tempus corporate, Getty Images

Wie sehr werden die Berufseinsteiger von heute später einmal von ihren Sozialbeiträgen profitieren? Der Trend geht dahin, dass immer mehr soziale Leistungen privat abgesichert werden müssen. Der Dschungel an Angeboten und Bedingungen ist nur schwer durchschaubar. Welche Versicherung lohnt sich also wirklich und worauf sollte man vor der Unterschrift unter die Police achten?

Vater Staat ist gut zu seinen Bürgern. Die Renten- und Sozialbeiträge der Arbeitnehmer garantieren einen Ruhestand in relativem Wohlstand. Und sollte man noch vor 65 berufsunfähig werden, so nimmt man einfach die staatliche Berufsunfähigkeitsrente in Anspruch ... Diese Idealvorstellung wirkt heute wie ein Märchen aus Wirtschaftswunderzeiten. Die Realität sieht anders aus. Trotz ständig steigender Lohnnebenkosten lassen die Leistungen des Staates, gerade bei jüngeren Arbeitnehmern, immer weiter nach. Wie viel Rente die heute 30-Jährigen einmal bekommen werden, wie lange sie überhaupt arbeiten müssen - niemand kann das heute abschätzen. Zudem wurde Ende 2000 auch die gesetzliche Berufsunfähigkeitsrente faktisch abgeschafft. Wer heute seinen Beruf krankheitsbedingt nicht mehr ausüben kann, bleibt auf sich gestellt. 

Verloren im Versicherungsdschungel

Absicherung im Arbeitsalltag und Vorsorge fürs Alter wird also für junge Berufseinsteiger zunehmend zum Thema. Doch Angebote gibt es im Überfluss, und es stellt sich die Frage, wo man objektive Informationen findet, welche Versicherungen für Berufseinsteiger besonders wichtig sind und auf welche Bedingungen man achten muss, um ein bestmögliches Preis-Leistungs-Verhältnis zu erzielen. Eines scheint klar: Der Weg zur richtigen Versicherung ist steinig und lang, wenn man an einer wirklich guten Absicherung interessiert ist. 

Wichtige Versicherungsarten

Der unabhängige Versicherungsberater Georg Pitzl von Durstin & Kollegen aus Mering bei Augsburg rät jungen Berufstätigen, sich beim Eintritt ins Berufsleben folgende Versicherungen zuzulegen: 

  • Privathaftpflichtversicherung (wenn man nicht schon im Studium eine PHV abgeschlossen hat)
  • Krankenversicherung/Auslandskrankenversicherung
  • Berufsunfähigkeitsversicherung (BUV)
  • private Unfallversicherung: sie kann die BUV ergänzen, ist aber nicht zwingend notwendig
  • Risikolebensversicherung: zu überlegen bei Paaren ohne Kinder
  • Todesfallabsicherung: für Väter und Mütter

(mehr dazu in der "Kleinen Versicherungsberatung" später im Artikel) 

Versichern vom Sparen trennen

Die Kapitallebensversicherung (auch kapitalbildende Lebensversicherung genannt), vor 10 Jahren noch der Deutschen liebstes Vorsorgeinstrument, lohnt sich heute hingegen kaum noch, wie die Stiftung Warentest feststellt. Die steuerliche Förderung sei seit 2005 im Vergleich zur privaten Rentenvorsorge schlechter geworden. Zwar verfügen klassische Lebens- und Rentenversicherungen über eine garantierte Mindestverzinsung, doch befindet sich dieser Zins aufgrund des fallenden allgemeinen Zinsniveaus ebenfalls im Sinkflug. Seit 2015 liegt der Garantiezins bei 1,25 Prozent, ab 2017 soll er auf 0,9 Prozent gesenkt werden.

Zudem werden bei der Kapitallebensversicherung Versicherung und Sparanlage miteinander vermischt. Doch bei einer Versicherung, so Pitzl, solle man vor allem eines beachten: "Immer das Versichern vom Sparen trennen." Wer sein Geld gerne mit etwas Risiko investiert, sollte parallel bei allen Anlagen, die für Notfälle und für das Alter gedacht sind, unbedingt auf sichere, langfristige Anlagen setzen. Ein gesundes Maß an Spießigkeit ist hier ratsam.

Die Fähigkeit zur Berufsunfähigkeit erlernen

Durch sein Studium wusste Tobias Riefe bereits früh, welche Versicherung für Berufseinsteiger relevant ist. Eine Haftpflicht- und eine private Unfallversicherung hatte er bereits abgeschlossen. Nach seinem Studium wollte er noch eine Berufsunfähigkeitsversicherung (BU-Versicherung) abschließen und besorgte sich zunächst einmal einschlägige Verbraucherliteratur. "Aus heutiger Sicht muss ich feststellen, dass ich mir dabei ein gefährliches Halbwissen angeeignet hatte", so Riefe, "denn die Erklärungen waren recht allgemein und berücksichtigten meinen individuellen Bedarf nicht". Dennoch ließ er sich einige Angebote von Versicherungen schicken, die in den dort geführten Ratings besonders empfohlen wurden. Doch die Preis- und Leistungsunterschiede waren sehr hoch. Riefe traf daraufhin vier Versicherungsmakler, um sich ausführlicher beraten zu lassen. Doch bei drei von vier Gesprächen war er nicht zufrieden. Riefe: "Die meisten Makler wirkten auf mich nicht kompetent und eher verkaufs- als beratungsorientiert. Fragen, die bei einer Berufsunfähigkeitsversicherung besonders wichtig sind, allen voran Gesundheitheitszustand und Absicherungsdauer, taten sie als 'nicht so wichtig' ab. Nur eine Maklerin betonte, das in meinem Antrag alle bisherigen Gesundheitsprobleme genau aufgeführt sein müssen." Wer das versäumt, bekommt im Ernstfall Probleme. Die meisten Versicherungen prüfen die Angaben, die im Versicherungsantrag gestellt werden, erst dann sehr genau, wenn die Berufsunfähigkeit eingetreten ist. Wenn es dann Unstimmigkeiten gibt, weigern sie sich, zu bezahlen. Die bis dahin gezahlten Beiträge sind verloren. 

Ein halbes Jahr bis zum richtigen Vertrag

Gemeinsam mit der Maklerin stellte Riefe dann Anträge bei mehreren Versicherungen. Die Antragsbearbeitung dauert oft lange. Und der Rücklauf war sehr unterschiedlich. Riefe: "Nur zwei Angebote waren interessant für mich. Die anderen boten mir eine Absicherung nur mit dem Ausschluss bestimmter Krankheiten an." Das ist ein übliches Vorgehen. Versicherungen sichern sich zusätzlich dadurch ab, dass sie gesundheitliche Probleme und Krankheiten, unter denen der Kunde bisher litt, ausschließen. Wer zum Beispiel Probleme mit dem linken Kniegelenk hat, dem kann es passieren, dass Kniegelenksleiden bei der Feststellung der Berufsunfähigkeit ausgeschlossen werden. Auf derartige Ausschlüsse sollte sich ein Kunde möglichst nicht einlassen. Bei Riefe dauerte es deshalb noch ein weiteres halbes Jahr, bis er endlich den Berufsunfähigkeitsschutz bekam, den er wollte – ohne Ausschlüsse und mit guten Bedingungen. Mehrere Arztbesuche und Bescheinigungen waren dafür notwendig. Riefe: "Während dieser Zeit habe ich mich immer wieder gefragt, ob eine Versicherung zu diesem Preis und unter den gegebenen Bedingungen (mit Ausschlüssen) ihr Geld auch wirklich Wert ist. Erst wer diese Frage mit Ja beantworten kann, sollte die Versicherung abschließen."

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