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Zahlen Sie mehr in die Rentenkasse!

Geldscheine, Euro [Quelle: pixabay.com]

Quelle: pixabay.com

Wer ab 50 freiwillig Geld in die Rentenkasse steckt, macht ein gutes Geschäft: Am Ende bringt das mehr Zinsen als die private Vorsorge.

Geschenkt wird ja heute keinem Sparer mehr etwas. Vor allem keine Zinsen mehr. Es ist also kein Wunder, dass sich viele Anleger Gedanken machen, wie sie überhaupt noch genügend Geld fürs Alter zusammensparen sollen. Auf eine Idee kommen dabei aber die wenigsten, und sie klingt zugegeben auch überraschend: Beschäftigte könnten freiwillig mehr Geld in die gesetzliche Rentenkasse einzahlen. Denn das lohnt sich zurzeit außergewöhnlich stark, da die Rendite der staatlichen Rente derzeit mit den Zinsen am Kapitalmarkt mehr als konkurrieren kann. Zudem hat die Bundesregierung die Regeln in der abgelaufenen Woche mit einem neuen Gesetz noch erleichtert, sie hat die Flexi-Rente verabschiedet.

Vom Grundsatz her regelt das neue Gesetz, dass Arbeitnehmer jetzt einfacher eine vorzeitige Teilrente beziehen und trotzdem in einem Nebenjob weiterarbeiten können. Bisher galten dafür starre Einkommens- und Hinzuverdienstgrenzen. Und in einem weiteren Passus geht es um die Frühverrentung, insbesondere um die Frage, wie man die Rentenabschläge ausgleichen kann, die bei einem vorzeitigen Berufsausstieg üblich sind. Genau diese Regelung eröffnet Vorsorgesparern jetzt mehr Möglichkeiten.

Viele ältere Beschäftigte liebäugeln schließlich damit, nicht bis zur Regelaltersgrenze weiterzuarbeiten, sondern schon früher aus dem Beruf auszusteigen – zumal der Rentenbeginn gerade für sie stufenweise von 65 auf 67 angehoben worden ist. Der Haken dabei ist: Wer schon mit beispielsweise 63 Jahren aufhört, hat satte Abschläge bei der Rente zu erwarten, ein Leben lang.

Das ist nicht neu, macht aber viel Geld aus. Für jeden Monat, den jemand vorzeitig aufhört, zieht der Staat ihm 0,3 Prozent der gesetzlichen Altersbezüge ab. Das bedeutet für einen heute 58-Jährigen, der mit 63 aussteigt (also drei Jahre früher als regulär) dass er auf 10,8 Prozent seiner Rente verzichten muss. Ein 1.000-Euro-Durchschnittsrentner verliert damit 110 Euro monatlich, hat also 1.320 Euro weniger Rente im Jahr. Ein Gutverdiener verzichtet auf 162 Euro im Monat, knapp 1.950 Euro im Jahr. Und das gilt, wie gesagt, für den Rest des Lebens.

Neues Gesetz ermöglicht große zusätzliche Einmalzahlungen

Nun gibt es aber eine Methode, um nicht auf diese Summe verzichten zu müssen: Man kann freiwillig vorab einen größeren Betrag in die gesetzliche Rentenkasse einzahlen, um die späteren Abschläge auszugleichen. Freiwillig mehr einzahlen kann man übrigens immer, aber in jüngerem Alter nur in geringem Umfang. Dank des neuen Gesetzes sind aber große zusätzliche Einmalzahlungen jetzt schon ab 50 Jahren möglich (nicht erst ab 55 wie bisher). Allerdings darf man sich keine Illusionen machen, denn der Betrag, den man dafür braucht, ist fünfstellig. Aber es lohnt sich dennoch, momentan noch viel mehr als bisher.

Vor allem – jetzt kommt der Trick –, wenn man gar nicht früher in Rente gehen will. Denn mit dieser Einzahlung gleicht man quasi vorab die Rentenlücke aus, die bei Frühverrentung entstehen würde. Man ist aber nicht an einen frühen Berufsausstieg gebunden, sondern hält sich die Option der Frühverrentung sozusagen nur offen. Arbeitet man trotz der Einzahlung weiter bis zum gesetzlichen Rentenalter oder sogar darüber hinaus – was politisch durchaus erwünscht ist –, dann bekommt man später nicht nur die ursprünglich angepeilte Altersrente gezahlt, sondern sammelt noch ein paar Entgeltpunkte obendrauf. Damit hat man sich dann ein echtes Rentenplus erarbeitet, und das wirkt wie ein kleiner Turbo. Wieso lohnt sich die freiwillige Einzahlung nun besonders jetzt?

Weil die Höhe der Ausgleichzahlung von der Rentenversicherung jetzt schon errechnet wird und später nicht mehr verändert werden kann. Mit den derzeitigen Parametern beziffern die Behörden, wie hoch der spätere Rentenabschlag in Euro und Cent wohl ist. Und eine Ausgleichssumme dafür zahlt der Sparer heute bereits ein. Der Clou dabei: Es ist davon auszugehen, dass die Renten auch in Zukunft moderat steigen werden, da sie an die jeweilige Wirtschaftskraft angepasst werden.

Tatsächlich würden die Abschläge also später höher ausfallen, wenn sie erst beim erfolgten Berufsausstieg ermittelt würden. Wer jetzt schon den Betrag einzahlt, bleibt davon verschont und profitiert lediglich vom positiven Effekt, dass er in ein paar Jahren mehr Rente ausgezahlt bekommt, als ihm derzeit prognostiziert wird. Außerdem sind die Rentenbeiträge zurzeit mit 18,7 Prozent vom Bruttoeinkommen so niedrig wie seit 25 Jahren nicht mehr und der Rentenabschlag damit niedriger.

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