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Klatsch im Büro

Gespräch reden small talk sprechblasen mitarbeiter [Quelle: freeimages.com, DaVinciS]

Quelle: freeimages.com, DaVinciS

'Hast du den Ausschnitt von der dicken Rothaarigen gesehen? Die hat doch garantiert was mit dem Chef!' 'Ähm, das ist die neue Abteilungsleiterin – und außerdem meine Freundin'. Uuups… Als Firmen-Frischling lauern die Fettnäpfchen überall. Natürlich kann man dem Tratsch einfach ganz abschwören. Doch wer das tut, schadet seiner Karriere, sagt ein Soziologe.

Wo Menschen zusammenkommen, wird getratscht, gelästert, geklatscht – und da sind auch 80 Prozent der e-fellows gerne mit dabei. 65 Stunden pro Jahr verbringt der Mensch damit, Büro-Klatsch zu verbreiten, so eine Studie der Software-Firma Equisys.

Richtig so, meint der Soziologe Christian Schuldt im Fach-Organ Bild: "Klatsch ist ganz generell wichtig für das menschliche Miteinander, denn er ruft immer auch dazu auf, sich an die Werte und Normen zu halten, die in der jeweiligen Gruppe gelten. Durch Klatsch werden Regelverstöße geahndet. Somit stabilisieren die Klatschenden die Werte der Gruppe."

Tratsch ist gesund!

Klatsch, so der Forscher, sei ein Produktivitätsfaktor, schaffe Teamgeist und senke sogar den Krankheitsstand. Das geheime Klatschwissen schweißt Kollegen zu Komplizen zusammen – und solche Allianzen haben im Job noch nie geschadet.

Klatsch – der Weg zur Beförderung

Im Gegenteil: Klatsch ist gut für die Karriere! Schuldts Untersuchungen zufolge haben wir 70 Prozent unseres Job-Wissens dem Flurfunk und Kantinengesprächen zu verdanken. Dass Herr Müller zum Projektleiter befördert wird und nicht Herr Meier – das liegt nicht an Herrn Müllers Fachkompetenz, sondern in 90 Prozent aller Fälle daran, dass Herr Müller beliebter ist als sein Kollege. Und beliebt ist, wer immer etwas Interessantes zu erzählen hat, sprich: wer klatscht.

Neu im Büro? Dann Ohren auf und Klappe halten

Gerade wer neu im Büro ist, sollte sich dem Klatsch darum nicht entziehen – immerhin bietet das Gerede eine gute Orientierungshilfe: Wer hat in dem Laden das Sagen, wem sollte man besser nicht vertrauen? Klüger, als selber mitzumischen ist es am Anfang aber, die Ohren aufzusperren – und den Mund zu halten.

Dos and Don'ts:

1. Nicht per E-Mail!

Klatsch in der Pause oder nach Feierabend, aber nicht per E-Mail oder Messenger! Wer neben der Arbeit ständig E-Mails liest und schreibt, dessen Leistung nimmt so stark ab, als hätte er einen zehn Punkte niedrigeren IQ. Die ständige Ablenkung beeinträchtigt die Arbeit mehr als ein Joint – und das fällt irgendwann auf. Ganz zu schweigen von der Gefahr, dass die E-Mail versehentlich an die falsche Adresse geht – ein Klick, und die ganze Abteilung ist per Rundmail über deine heißen Erlebnisse im Kopierraum informiert.

2. Beim Mobbing hört der Spaß auf

Fiese Gerüchte in die Welt setzen oder Verleumdungen – das hat mit Tratsch nichts zu tun, sondern ist Mobbing.

3. Sei lustig!

Einfach nur über andere reden – das kann jeder. Sei witzig, setzte Pointen, wahre immer ein bisschen emotionale Distanz und lache auch mal über dich selbst – dann fliegen dir die Herzen deiner Zuhörer zu.

4. Klatsche nicht mit jedem!

Teile deine Informationen nicht mit jedem. Versorgst du nur einen kleinen Kreis mit deinem Wissen, empfinden deine Komplizen dies als Privileg - erzählst du jedes neue Gerücht überall herum, giltst du als jemand, der nichts für sich behalten kann.

5. Tratsche mit dem Chef!

Tratsche ab und zu mit dem Chef – er wird dir dankbar sein! Die meisten Chefs haben das Gefühl, dass sie nur die Hälfte von dem mitbekommen, was sich die Kollegen privat erzählen – und das ist ja auch so. Einem Konkurrenten ist ein peinliches Missgeschick passiert? Prima, so was hört dein Chef am liebsten!

6. Nie öffentlich im Internet!

Ganz gefährlich: Im eigenen Blog, öffentlichen Foren oder Social Networks über den Chef oder den Job ablästern. Einmal den Firmennamen oder den eigenen Namen gegoogelt, und schon ist dein Chef im Bilde, was du wirklich über ihn denkst. Das kann im ganz schnell mit einer fristlosen Kündigung enden!

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Kommentare (10)

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  1. Julia

    Hallo Leute, danke für eure Meinungen! Finde die Diskussion hier auch sehr spannend. Da einige das Gefühl hatten, e-fellows.net oder vielmehr ich als Autorin würde hier zu unkameradschaftlichem oder unmoralischem Verhalten aufrufen: Das ist natürlich nicht gemeint. Es geht, wie auch Mona zwei Postings über mir gesagt hat, um den täglichen Small-Talk unter Kollegen, nicht über fieses Ablästern. Und klatschen muss man ja nicht über die Kollegen, da gibt es ja auch noch Politiker, Promis, Sportler etc. etc. Deswegen ja auch die Präzisierung: reden ja, mobben nein. Und natürlich ist mit "einem Konkurrenten ist ein Missgeschick passiert" ein Konkurrent des Chefs gemeint, nicht ein eigener! Sorry, bin gar nicht auf den Gedanken gekommen, dass das uneindeutig sein könnte, aber das ist wohl missverständlich gewesen. Der Artikel sollte mit einem kleinen Augenzwinkern gelesen werden - dass wir von e-fellows.net nicht möchten, dass ihr fies über eure Kollegen herzieht, versteht sich ja hoffentlich von selbst! Schöne Grüße Julia

  2. Maurice

    Hallo, ich finde die Diskussion hier spannend, wundere mich aber warum nun gerade Klatsch diese "außergewöhnliche" Funktion haben soll "Regelverstöße zu ahnden". Realistischer ist wohl, dass die Regelverstöße einseitig "propagiert werden". Ob nun jemand das Gesagte in seinen "Wertekatalog" übernimmt oder nicht hat mehr damit zu tun wie die "tratschenden" in der internen Hierarchien im Unternehmen zueinander stehen. Ob jemand sich unter Kollegen gleicher Ebene mit Tratsch durchsetzen kann bezweifle ich stark. Zweitens ist Tratschen für mich an mündliche Kommunikation gebunden, daher ist die Wirkung auch schwer einzuschätzen, da ein kommunikativer Aushandlungsprozess (über Dritte) statt findet. Sobald schriftlich (im Internet) Gerüchte fixiert sind, hat der Autor natürlich die "Problem" immer darauf verwiesen zu werden (selbst wenn der Chef 2 Jahre später vielleicht 10 Kilo abgenommen hat;) ). Dies würde ich aufgrund dieser "Merkfähigkeit" des Internets nicht als Tratsch bezeichnen. Dieses hohe Risiko sollte man daher nicht eingehen (auch nicht über Buschfunk und FB-Statusmeldungen an Freunde, diese sind einfach zu recherchieren). Liebe Grüße Maurice

  3. katharina

    haha geil geschrieben bin ich so durchgeflogen, werde mal versuchen davon einige sachen umzusetzen... binja auch sone kleine lästerbacke, hihi

  4. Mona

    Hallo, ich sehe die Diskussion ein bisschen anders. Ich denke nicht, dass hier mit "Klatsch" gemeint ist, man soll sich den ganzen Tag das Maul über andere zerreissen. Ich denke, hier geht es eher darum, "Small-Talk" unter Kollegen zu halten (der ist in der Tat extrem wichtig, für das Zusammengehörigkeitsgefühl). Es geht um die kleinen Geschichten, die eben auf der Arbeit passieren (dazu gehört auch, mal was über sich selber zu erzählen) oder um den angestauten Frust, der einfach auch mal raus muss (sei es über Kollegen, die extrem nerven oder einfach Arbeit auf andere abschieben oder den launischen Chef, der schon wieder alle Termine über den Haufen geworfen hat...) - nicht um voll fiese Lästerattacken à la "Boah, guck dir den/die mal an"! Ich arbeite seit 7 Jahren und kann aus eigener Erfahrung bestätigen, dass sich ein Chef auch gerne mal 5 Minuten Zeit nimmt, um mit seinen Mitarbeitern einfach nur mal zu reden. Ein Chef ist auch mal gefrustet und besser er redet mit Kollegen darüber, als es an den Kollegen auszulassen! Allerdings sollte man als "Vertrauter" nicht mit solchen Informationen hausieren gehen, sonst hat der Chef das erste und letzte Mal mit einem gesprochen... Man sollte sich nur eine Sache vor Augen halten: JA, es kann alles auf einen zurück fallen und genau deswegen sollte man (wie überall im Leben) nur Dinge von sich geben, die man im Fall der Fälle auch vor der betroffenen Person wiederholen würde. Liebe Grüße, Mona

  5. Jonathan

    Hi e-fellows.net Team, ich habe ja wirklich schon viel gelesen in eurem Newsletter, aber dieser Artikel zum Klatsch im Büro ist wirklich das Letzte: Anstatt die Leute zu moralischem, kameradschaftlichem Verhalten und Teamworking zu animieren, versucht dieser pseudo Psychologe noch rechtzufertigen, dass Klatsch auch förderlich sein kann. Mit dem Klatsch & Tratsch ist das wie mit einem Kissen: Man schneidet mit einem Messer in das Kissen rein und schüttelt so lange bis alle Federn rausfallen. Und dann versucht man sie wieder einzufangen..;-) So ist das mit Lästern auch: Einmal in die Welt gesetzte Gerüchte sind nicht mehr revisibel, verletzend und zerstören das Betriebsklima. Normalerweise gibt es keinen Grund über Dritte Menschen zu sprechen. Ich finde diesen Artikel für e-fellows Stipendiaten nicht förderlich; es gibt genug Menschen, die nicht ohne Lästern auskommen, um ihre eigenen Defizite auszugleichen aber man sollte nicht dazu anraten- das ist eher peinlich. hier ein paar Auszüge auf die ich mich beziehe: "Klatsch – der Weg zur Beförderung Im Gegenteil: Klatsch ist gut für die Karriere! Schuldts Untersuchungen zufolge haben wir 70 Prozent unseres Job-Wissens dem Flurfunk und Kantinengesprächen zu verdanken. Dass Herr Müller zum Projektleiter befördert wird und nicht Herr Meier – das liegt nicht an Herrn Müllers Fachkompetenz, sondern in 90 Prozent aller Fälle daran, dass Herr Müller beliebter ist als sein Kollege. Und beliebt ist, wer immer etwas Interessantes zu erzählen hat, sprich: wer klatscht." Tratsche ab und zu mit dem Chef – er wird dir dankbar sein! Die meisten Chefs haben das Gefühl, dass sie nur die Hälfte von dem mitbekommen, was sich die Kollegen privat erzählen – und das ist ja auch so. Einem Konkurrenten ist ein peinliches Missgeschick passiert? Prima, so was hört dein Chef am liebsten! (MEIN CHEF JEDENFALLS AUF KEINEN FALL; und wenn das so wäre, würde ich dort nicht mehr arbeiten) Liebe Grüße, Jonathan

  6. Eva

    @Björn: vermutlich ist der Konkurrent des Chefs gemeint, wobei ich dein Entsetzen verstehe, da ich selber beim Lesen gestolpert bin. Anders kann und will ich mir das nicht vorstellen, zumindest bei allem Realismus nicht als Vorschlag.

  7. Irma

    Und was ist mit den Kollegen ueber die getratscht wird? Steigert dass auch ihre Produktivitaet und senkt ihren Krankheitsstand? Bueroklatsch wird fast immer von einer Gruppe gelangweilter und eher ungluecklichen Menschen betrieben und kann schnell ausarten - was ist die Grenze zwischen "witzigem Klatsch" und Mobbing. Letzteres baut sich meistens langsam auf, auf der Basis von "harmlosen Klatsch". Mein Fazit: Klatsch senkt das Zusammengehoerigkeitsgefuehl der gesamten Gruppe da es zu In- und Outsider fuehrt, verschwendet wertvolle Arbeitszeit und sinkt daher Produktivitaet.

  8. Björn

    Ihr habt mir unter 5. nicht gerade wirklich empfohlen, einen Konkurrenten beim Chef schlecht zu reden, oder?! Denn genau so hat sich das für mich angehört: "Einem Konkurrenten ist ein peinliches Missgeschick passiert? Prima, so was hört dein Chef am liebsten!" Zum berühmt-berüchtigten Thema "Elite" gehört auch ein guter Schuss Anstand und Moral! Ich persönlich kann jedenfalls nur jedem empfehlen, sich so gut es geht aus jeder Art von "Office Politics" herauszuhalten, denn früher oder später fällt so etwas auf einen zurück - denn was werden die Kollegen denken, über die man sich "das Maul zerrissen" hat, wenn Sie es herausfinden? Und früher oder später werden sie das. Fallt durch gute Leistungen auf, nicht dadurch, dass Ihr am Besten über den tiefen Ausschnitt der neuen Kollegin Bescheid wisst!

  9. Hans

    Wirkliche Führungskompetenz kommt auch ohne diese Machtstrategien der leistungsschwächeren Menschen aus! Frauen und Soziologen scheinen in solchen Themen sehr aufzugehen...oha...wieso lese ich eigentlich dieses Zeugs? Schnell...auf auf... Menschen führen :)

  10. Tinka

    like! Daumen!

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