Partner von:

Vorsicht, witzig!

Lächeln, Frau (Quelle: freeimages.com, Autor: godoflite)

Quelle: freeimages.com, godoflite

'Lachen ist gesund', weiß der Volksmund. Aber macht Lachen auch erfolgreich? Erleichtert Humor den Umgang mit Kollegen oder ist im Job besser Seriosität angesagt? Soviel ist sicher: Der Grat zwischen produktivitätsfördernder Heiterkeit und respektlosem Spott ist schmal. Gerade zwischen den Hierarchieebenen ist Humor mit Vorsicht zu genießen.

Humor senkt die Produktivität und lenkt von der Arbeit ab. Das dachte zumindest Henry Ford, der in seinen Automobilfabriken das Lachen verbot. Heute dagegen gilt es als Binsenweisheit, dass Spaß an der Arbeit die Leistungsfähigkeit erhöht und das Arbeitsklima verbessert.

Kalauer für die Karriere

Tatsächlich ist Humor der Karriere dienlich. Gemeinsames Lachen verbindet und macht einander sympathisch – das gilt zwischen Bewerber und Personaler genauso wie zwischen Chef und Angestelltem. Mit Humor lässt sich also durchaus in Vorstellungsgesprächen und Gehaltsverhandlungen punkten - wobei hier eher ein wohldosiertes Lächeln oder eine geistreiche Bemerkung übers Wetter gefragt sind statt Schenkelklopfer oder Büttenreden.

Lästern über den Chef

Auch Lästern ist lustig. Wer aber über Vorgesetzte und Kollegen herzieht, kann sich schnell ins eigene Fleisch schneiden, wenn das Opfer des Spotts davon erfährt. Gelegentliche Scherze über Höhergestellte wirken sich jedoch positiv auf die Mitarbeiterzufriedenheit aus, da die Hierarchie für kurze Zeit umgedreht wird: Der "kleine Angestellte" darf sich über seinen Chef erheben und Ärger und Gefühle der Machtlosigkeit herauslassen. Und das, ohne sich als "Meuterer" bloßzustellen, da ja alles nur "im Spaß" gesagt wird. Die Position des Verlachten wird dadurch keineswegs gefährdet, sondern vielmehr stabilisiert. Zudem stärkt Tratsch in Maßen den Teamgeist unter Angestellten.

Mit einem Lachen kritisieren

Unter dem Deckmantel des Humors lässt sich fast risikofrei Kritik üben, die sonst nicht gewagt werden würde. Wenn ein Kollege zum x-ten Mal zu spät ins Meeting kommt, kann man ihn beispielsweise fragen, ob er sich schon wieder in den verwinkelten Gängen des Büros verlaufen habe, statt ihn forsch zurechtzuweisen. Die Botschaft bekommt der Angesprochene genauso mit wie bei einer echten Standpauke, allerdings ohne dem Spötter wirklich böse sein zu können.

Führungskraft als Spaßmacher

Auch wer schon weiter aufgestiegen ist, muss zum Lachen nicht in den Keller gehen. Führungskräfte, die Spaß verstehen und sich auch mal selbst aufs Korn nehmen, festigen damit ihren Status, weil sie somit Kritikfähigkeit beweisen. Und einem humorvollen Chef nimmt man schlechte Nachrichten weniger krumm als einem, der sich hinter seiner unnahbaren Seriosität verschanzt. Wenn der Vorgesetzte es nicht übertreibt und zum Büro-Clown wird, ist Humor also eine wichtige Führungsqualität.

Humor als Spiegelbild der Hierarchie

Wer über wen Witze machen kann und wer über diese Witze lacht, ist ein deutliches Zeichen dafür, wer im Büro etwas zu sagen hat. In der Regel gilt: Wer den Startschuss für Humor gibt, hat Macht. In Meetings wird der Gesprächsverlauf von dem Teilnehmer mit der höchsten Position bestimmt. Dazu gehört auch, von ernsten Themen ins humorvolle Plaudern abzuschweifen – und ebenso zu sagen, wann es wieder genug des Komischen ist.

"Sehr witzig, Chef!"

Der Status beeinflusst auch die Wirkung einer Pointe: Angestellte finden die Schoten ihres Chefs witziger als die von Gleichgestellten – sie lachen unbewusst stärker, haben Psychologen der Florida State University herausgefunden. Grundsätzlich richten sich Scherze übrigens meist von oben nach unten: Der Höhergestellte darf den Untergebenen "aufziehen" – umgekehrt geht das in weit geringerem Maß. Auch in Sachen Humor gilt also: Was einer Führungskraft erlaubt ist, darf ein einfacher Angestellter noch lange nicht.

nach oben

"Das mach ich dann morgen" ist dein Standardsatz? Hier gibt's Tipps für den Kampf gegen den inneren Schweinehund.

Verwandte Artikel

Hol dir Karriere-Infos,

Jobs und Events

regelmäßig in dein Postfach

Kommentare (0)

Zum Kommentieren bitte einloggen.

Das könnte dich auch interessieren