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Steile Karriere im eigenen Haus

Mann Laptop Block Stift [Quelle: Pexels.com, Autor: Startup Stock Photos]

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Der neue Deutschlandchef hat seine gesamte Laufbahn bei McKinsey verbracht. Er gilt als Teamplayer – auch in der büroeigenen Rockband.

Bassisten stehen in Rockbands meist nicht im Vordergrund. Dabei spielen sie die wichtigste Rolle, wenn Rhythmus und Melodie verbunden werden und der Song richtig ins Ohr gehen soll. Als Teamplayer halten sie die Musik und auch die Band zusammen. Genauso versteht sich Fabian Billing, der künftige Deutschlandchef von McKinsey und langjährige Bassgitarren-Spieler in der Office-Band der "Meckies" im Düsseldorfer Büro. Am Montag teilte ihm der globale McKinsey-Chef Kevin Sneader mit, dass er Nachfolger von Cornelius Baur an der Deutschlandspitze der weltgrößten Strategieberatung wird. Am Mittwoch wurde er vorgestellt.

Billing wird zum 1. März die Führung der Geschäfte in Deutschland und Österreich übernehmen. Der 46-Jährige ist Senior Partner im Düsseldorfer Büro von McKinsey und leitet dort die Organizational Practice. In dieser Rolle berät er Unternehmen bei großen Transformationen und Umbauprojekten und hat zahlreiche Fusionen begleitet. Die Übergabe von Baur an Billing folgt dem Rotationsprinzip bei den Führungskräften. Danach sollen die Managing Partner nur sechs Jahre im Amt bleiben. Auf Landesebene ist dies zwar nicht festgeschrieben, soll aber gelebte Praxis sein. Baur hatte diese Frist schon überschritten, er stand seit Januar 2014 und damit sieben Jahre an der Spitze.

Zudem greift bei dem 58-jährigen Baur absehbar die interne Altersregel von McKinsey: Spätestens mit 60 Jahren müssen die Partner das Unternehmen verlassen und ihre Anteile zurückgeben. Bei Baur ist dies im März 2022 der Fall. Er bleibt aber weiter im weltweiten Führungsgremium von McKinsey und soll ab März den Übergang auf Billing begleiten.

Der künftige Chef wandte sich per Videokonferenz an die McKinsey-Mitarbeiter in Deutschland und Österreich: "Ich freue mich sehr, diese verantwortungsvolle Rolle zu übernehmen", sagte er. "Wir erleben alle gerade eine Zeit des Umbruchs. Ich werde mich mit voller Energie dafür einsetzen, diese Veränderungen gemeinsam mit unseren Klienten zu meistern und erfolgreich zu gestalten." Billing ist ein echtes McKinsey-Gewächs, denn er hat seine gesamte Karriere bei der Strategieberatung verbracht. Er studierte BWL an der Universität des Saarlandes und an der Universität in Michigan. 2002 promovierte er an der TU Berlin zum Thema Innovationsmanagement. 2008 wurde er zum Partner von McKinsey und sechs Jahre später zum Seniorpartner ernannt. Interne Führungserfahrung hat Billing bei der Leitung des wichtigen Düsseldorfer Büros der Beratung zwischen 2014 und 2018 gesammelt.

Der globale McKinsey-Chef Sneader stellte Billing in seiner Ansprache als richtige Führungskraft für die aktuelle und kommende Zeit vor – als Manager, der die nächste Generation mit einem kollaborativen Führungsstil verkörpert. Tatsächlich steht der Wechsel für eine gewisse Kulturveränderung bei der Beratung, wenn man sich die Reihe der Chefs der vergangenen Jahre anschaut. Baur hat als Managing Partner die industrielle Beratungspraxis vertreten, sein Vorgänger Frank Mattern wiederum war ein ausgewiesener Banken-Spezialist. Billing hat zwar auch einen Branchenschwerpunkt, er berät vor allem Mandanten aus Telekommunikation und Technologie. Er verkörpert aber ein Querschnittsthema – nämlich den Umbau oder das Zusammenführen großer Organisationen.

Billing wurde nicht von den 270 McKinsey Partnern in Deutschland und Österreich gewählt, sondern von Sneader nach ausgiebigen internen Konsultationen ernannt. Auf Akzeptanzprobleme dürfte der 46-Jährge unter den Kollegen aber kaum stoßen, denn er gilt innerhalb der Partnerschaft als angesehen und beliebt. In der internen McKinsey-Runde präsentierte sich der künftige Managing Partner als überzeugter Teamplayer – wortwörtlich sei er ein "strong believer in the power of teams". Kollegen beschreiben ihn als bodenständigen und eher bescheidenen Typ, was nicht unbedingt dem in der Öffentlichkeit geltenden Image eines McKinsey-Mitarbeiters entspricht.

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