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Paragraphenreiter mit Jagdinstikt

Welche besonderen Fähigkeiten machen einen guten Prüfer aus? Wer beim EPA arbeiten möchte, sollte Spaß an einer sehr präzisen Verwendung von Sprache haben, die Schnitzeljagd nach versteckten Hinweisen lieben und ein gewisses Faible für Paragraphen und Gesetzestexte mitbringen.

Im Patentamt sind gute Spürnasen gefragt

Während der Recherchephase muss er konzentriert und selbstständig arbeiten, braucht schnelle Auffassungsgabe und einen gewissen Jagdinstinkt, denn es gilt, aus einem Wust an Papieren möglichst rasch die relevanten Dokumente herauszufiltern, die belegen könnten, dass die angemeldete Erfindung nicht neu oder zumindest gegenüber bereits Bekanntem naheliegend ist.

Verantwortung für Erfinder und Öffentlichkeit

In der Recherchephase ist genaues Lesen und logisches Argumentieren gefragt. Außerdem muss sich der Prüfer seiner Verantwortung bewusst sein, denn er agiert sowohl im Interesse der Öffentlichkeit wie auch des Anmelders – für keinen von beiden wäre es von Vorteil, wenn ein Patent für eine Erfindung erteilt würde, die de facto schon früher von jemand anderem gemacht wurde. Hier muss ein Prüfer unter Umständen Entscheidungen treffen, die für den Anmelder weitreichende – insbesondere finanzielle – Konsequenzen haben können. Dies ist ständige Herausforderung und Befriedigung zugleich. Ein besonderes, ja sogar erhebendes Gefühl ist es, wenn einem eines Tages ein Produkt im täglichen Leben wieder begegnet, für das man selbst das Patent erteilt hat.

Was müssen Bewerber mitbringen?

Wer sich für eine Stelle als Prüfer interessiert, kann sich über die allgemeinen Voraussetzungen und das Bewerbungsprozedere gut unter www.epo.org informieren: Bewerber müssen die Nationalität eines gegenwärtigen oder zukünftigen Mitgliedsstaates der Europäischen Patentorganisation haben, einen Hochschulabschluss besitzen, müssen eine der drei Amtssprachen Deutsch, Englisch und Französisch perfekt beherrschen und die anderen beiden verstehen und in ihnen kommunizieren können.

Achtung Einbahnstraße

Ein Bewerber sollte sich aber auch darüber im Klaren sein, dass er sich auf eine berufliche Einbahnstraße begibt: Für Naturwissenschaftler ist es beispielsweise äußerst schwer, nach einiger Zeit beim EPA wieder in die angewandte Forschung zurückzugehen. Obwohl es in der Natur der Sache liegt, dass keine Anmeldung der anderen gleicht, spielt sich doch nach einiger Zeit eine gewisse Routine ein. Deshalb suchen sich viele Kollegen außerhalb der Arbeit ein Ventil für die eigene Kreativität. Dafür eignen sich beispielsweise die zahlreichen und gut besuchten, vom EPA geförderten Clubs für diverse Hobbys und Aktivitäten, vom Tennisclub bis hin zum Haus- und Gartenverein.

Attraktive Zusatzleistungen

Das EPA bietet ein sehr attraktives Gehalt, das in den Mitgliedsstaaten nicht der nationalen Einkommensteuer unterliegt. Je nach persönlicher Situation des Prüfers können weitere Zulagen hinzukommen, wie zum Beispiel eine Mietzulage. Darüber hinaus bietet das Amt ein sehr gutes Paket an Sozial- und Versicherungsleistungen, das unter anderem Kinderkrippen, eine private Krankenversicherung und eine kapitalgedeckte Alterssicherung umfasst, die von nationalen Vorsorgesystemen unabhängig ist. Zudem haben die Kinder der EPA-Bediensteten das Recht, die Europäische Schule in München zu besuchen. Nicht zu vernachlässigen sind auch die große Sicherheit des Arbeitsplatzes und die geregelten Arbeitszeiten.

Karrierewege im Europäischen Patentamt

Im EPA gibt es im Prinzip drei Arten von Karrieren: Man bleibt Prüfer und wird Spezialist in einem bestimmten technischen Bereich, man bewirbt sich und wird Mitglied in einer Beschwerdekammer, der zweiten Instanz am EPA, oder man wechselt ins Management. Da eine EPA-Karriere jedoch nicht nur von den persönlichen Fähigkeiten und vom Einsatzwillen, sondern auch vom Dienstalter abhängt, kann es im Vergleich zur freien Wirtschaft bis zum nächsten Karriereschritt relativ lang dauern – in der Regel zehn Jahre und mehr. Zur Führung einer so vielseitigen Organisation wie dem EPA werden jedoch viele verschiedene Talente benötigt, sodass sich während der Arbeit als Prüfer immer wieder Gelegenheiten ergeben, auch in anderen Aufgaben und Projekten mitzuwirken.
 
Sollte man nach einiger Zeit beim EPA einen Wunsch nach beruflicher Veränderung verspüren, besteht natürlich auch die Möglichkeit, "die Seite zu wechseln" und als Patentanwalt in einer Anwaltskanzlei oder der Patentabteilung eines Unternehmens zu arbeiten: Das EPA unterstützt und fördert auch die Ausbildung zum europäischen Patentvertreter. Insgesamt ist das EPA ein sehr attraktiver Arbeitgeber, der neben einer fordernden und ausfüllenden Berufstätigkeit auch noch Zeit für Privates lässt.

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