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Heuschrecken, Honigbienen und harte Verhandlungen

Sicher: Je mehr Nullen hinter einer Transaktionssumme stehen, desto beeindruckender macht sich der Deal. Wer aber in M&A Erfolg haben will, sollte nicht nur nach den Zahlen schielen. Sonst kann es passieren, dass man sich von den Riesensummen blenden lässt und die entscheidenden Risiken übersieht. Außerdem liegt die Zukunft der rechtlichen M&A-Beratung vielleicht beim gerne verkannten, aber immer wichtigeren Mittelstand.

M&A-Markt Mittelstand

Der Mittelstand merkt noch nichts, während die großen Konzerne schon unter der Wirtschaftskrise stöhnen. Unbemerkt wird die Rezession aber auch an den "KMU", den kleinen und mittelständischen Unternehmen nicht vorbeigehen. Die Erfahrung zeigt, dass der Mittelstand Konjunkturschwankungen erst mit drei, vier Monaten Verzögerung zu spüren bekommt. Dann aber - so die Erwartungen - werden Unternehmen in Kreditschwierigkeiten und damit als Kaufobjekte auf den Markt kommen.

Strategie statt kurzfristigem Gewinn

Die rein auf den kurzfristigen Gewinn fokussierten Deals, die vor allem durch Hedgefonds - seltener auch durch Private-Equity-Investoren - getätigt werden, werden derzeit tatsächlich weniger. Weiterhin aber gibt es strategische, langfristig angelegte Übernahmen. Und das ist gut so. Schließlich rieten sogar viele der Experten von Allianz, Lenovo, Bosch, Nestlé und anderen Unternehmen, die sich im Januar 2009 zur Handelsblatt-Konferenz "M&A Summit" trafen: Jetzt kaufen - und die Gunst der Krisenstunde nutzen. Was sie nicht sagten, was aber dazugehört: Und sich gut beraten lassen!

Die Ruhe vor dem Sturm

Denn die momentane M&A-Flaute ist nur die Ruhe vor dem Sturm, hieß es bereits in der Ankündigung der Konferenz; es schlage "die Stunde der Strategen". Daneben gibt es aber natürlich auch die Verlierer und kurzfristigen Notverkäufe in den besonders krisengeschüttelten Branchen. Ein Beispiel? Die eventuell bevorstehende Fusion der beiden größten spanischen Geschäftsbanken Santander und BBVA. Fusionsvolumen: 70 Milliarden. Bei derartigen Deals werden ganze Batallione an Rechtsberatern benötigt - vor allem international renommierter Wirtschaftskanzleien mit entsprechenden Referenzen.

Beratungsbedarf besteht immer

Expertenwissen für transnationale Deals ist ohnehin gefragt. Denn auch wenn sich die deutschen und amerikanischen Investoren in Zurückhaltung üben werden - ruhig wird es noch lange nicht. Viele Unternehmen aus dem asiatisch-pazifischen Raum planen, sich 2009 in Europa oder den USA einzukaufen. Auch Russland spekuliert auf deutsche Firmen. Am liebsten solche aus dem Mittelstand. Das bedeutet für die Berater: zwei Rechtssysteme, zwei Kulturen, eine umstrittene Novelle des Außenwirtschaftsgesetzes, ein Dutzend unterschiedlicher Interessen ... Kurz: eine anspruchsvolle Aufgabe.
 
Was wirklich wird, kann niemand vorhersagen. Zu viele Faktoren spielen - wie zu jeder anderen Zeit - in die Entwicklung des Jobmarkts hinein. Die Zeichen für die juristische M&A-Beratung stehen aber auf: Chance. Auch für engagierten Nachwuchs in diesem spannenden Rechtsgebiet.

Die Rolle des Anwalts in den M&A-Projektschritten

  1. Absichtserklärung (Letter of Intent) - bereits hier muss der Anwalt konsultiert werden, um bspw. auf kartellrechtliche Schwierigkeiten aufmerksam zu machen.
  2. Prüfung des Unternehmens (Due Diligence) - die Legal Due Diligence, die eine realistische Risikoeinstufung beinhaltet, ist alleinige Aufgabe des Anwalts.
  3. Vertragsentwürfe (Drafting) - rechtliche Prüfung durch den Anwalt.
  4. Vertragsverhandlungen (Negotiation) - je nach Thema entweder in Anwesenheit oder in zwischenzeitlicher Konsultation mit dem Anwalt; nur bei technischen Absprachen zum Beispiel muss kein Anwalt einbezogen werden.
  5. Unterzeichnung des Kaufvertrags (Signing)
  6. Erfüllung vorher festgelegter Bedingungen, zum Beispiel Erhalt wichtiger Genehmigungen (Conditions Precedent)
  7. Abschluss der Transaktion (Closing)
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