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Von der Finanzierung bis zur Fortbildung

5. Startkapital sammeln

In deinem Businessplan hast du einen Kapitalbedarfsplan aufgestellt. Daran kannst du ablesen, wie viel Geld du in den ersten Monaten benötigst, um dein Gründungsvorhaben umzusetzen. Du musst dich dabei nicht nur auf deine eigenen finanziellen Reserven verlassen, du kannst auch auf Fremdkapital zurückgreifen: indem du Bankkredite aufnimmst, dich von Business Angels mit Kapital und bestenfalls auch mit Know-how unterstützen lässt, Förderdarlehen beantragst oder eine Kapitalbeteiligungsgesellschaft ins Boot holst.

Wer vor der Existenzgründung Arbeitslosengeld I bezogen hat, kann unter bestimmten Voraussetzungen einen Gründungszuschuss erhalten. Wenn du ein Technologieunternehmen gründen willst, das aussichtsreiche Forschungsergebnisse umsetzt, kannst du dich beim High-Tech-Gründerfonds bewerben. Im Erfolgsfall erhältst du auf diesem Wege bis zu zwei Millionen Euro. An dem Fonds sind unter anderem das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie, die KfW-Bankengruppe und mehrere Wirtschaftsunternehmen beteiligt.

6. Anmelden

Wer eine gewerbliche Tätigkeit aufnehmen möchte, muss das beim Gewerbeamt anmelden. Kaufleute müssen sich bei dem jeweiligen Amtsgericht in das Handelsregister eintragen und diese Eintragung notariell beglaubigen lassen. Als Kaufleute gelten nach Handelsgesetzbuch alle, die ein „Handelsgewerbe“ betreiben. Darunter fallen keine Einzelunternehmer oder Gesellschaften bürgerlichen Rechts.

Freiberufler müssen im ersten Monat nach der Existenzgründung beim Finanzamt eine Steuernummer beantragen. Sie sind nicht verpflichtet, sich im Handelsregister einzutragen, können das aber freiwillig tun.

Frage vorab bei der Industrie- und Handelskammer nach, ob du besondere Zulassungen, Genehmigungen oder Nachweise benötigst. Wenn du sozialversicherungspflichtige Mitarbeiter, Auszubildende oder Minijobber beschäftigen möchtest, musst du bei der Bundesagentur für Arbeit eine Betriebsnummer beantragen. Der Behördenwegweiser des Bundeswirtschaftsministeriums hilft dabei, sich im Gewirr der Behörden und Anmeldeformalitäten zurechtzufinden (www.bmwi-wegweiser.de).

7. Loslegen

Die Gewerbeanmeldung hast du hinter dir, die Steuernummer liegt vor, du hast Büroräume angemietet oder dir ein Arbeitszimmer eingerichtet; du bist offiziell selbstständig – nun geht es darum, Aufträge zu akquirieren. Nutze dabei verschiedene Kanäle. Knüpfe fleißig Kontakte, sprich über deine Selbstständigkeit und schließe dich Branchennetzwerken an. Selbst wenn sich darüber keine neuen Aufträge ergeben, hilft der Erfahrungsaustausch sehr.

Sorge außerdem für einen guten Online-Auftritt: Eine eigene Website oder zumindest ein gepflegtes Profil in sozialen Medien wie Xing oder LinkedIn ist Pflicht. Unternehmen suchen durchaus auch über diese Kanäle nach Selbstständigen für Projektaufträge.

Wer möchte, kann auch Online-Auftragsbörsen nutzen. Viele der Projektbörsen sind (zumindest in ihrer Basisversion) kostenfrei. Dort kannst du dich entweder auf ausgeschriebene Projekte bewerben und/oder ein eigenes Profil anlegen. Es kann sich auch lohnen, an Wettbewerben oder Förderpreis-Ausschreibungen teilzunehmen. Wenn du auf einem der vorderen Plätze landest, sorgt das für gute Publicity.

Die unbestritten erfolgreichste Art der Kundenwerbung ist gute Mundpropaganda. Wenn du bereits einige Aufträge erfolgreich abgeschlossen hast, bitte deine Kunden um Referenzen oder um aktive Weiterempfehlung.

8. Bürokratie beherrschen

Neben der Kundenakquise und der eigentlichen Projektarbeit müssen sich Selbstständige auch um die Buchhaltung kümmern. Rechnungen schreiben ist der angenehme Teil dieser Arbeit, doch leider muss auch regelmäßig eine Umsatzsteuererklärung gemacht werden, und die Buchführung ist ebenfalls auf dem aktuellen Stand zu halten.

Wer sich in diese Themen nicht einarbeiten möchte, kann Fachleute – z. B. einen Steuerberater – einschalten. Trotzdem kommt man nie ganz darum herum, sich mit der Bürokratie des eigenen Unternehmens zu beschäftigen.

Auch die Frage nach einer geeigneten Versicherung für den Betrieb (z. B. Berufshaftpflicht) will beantwortet werden. Selbstständige sind nicht versicherungspflichtig. Das heißt: Du musst dich selbst privat oder freiwillig gesetzlich krankenversichern. Bedenke außerdem, dass du selbst für deine Altersvorsorge zuständig bist. Das ist ein nicht zu unterschätzender Kostenfaktor.

9. Weiterbilden

Die Welt steht nicht still. Umso wichtiger ist es, sich immer fachlich auf dem Laufenden zu halten – durch Fortbildungen, Online-Seminare oder die Lektüre einschlägiger Fachzeitschriften oder Blogs.

Wenn du keinen Steuerberater engagieren möchtest, kannst du ein Steuerseminar oder eine Fortbildung zu Buchführung und Rechnungswesen besuchen. Auch ein BWL-Kurs kann nicht schaden. Es gibt eine Vielzahl von Anbietern, darunter die Industrie- und Handelskammern und viele Hochschulen/Career Center. Achte bei der Auswahl des Weiterbildungsanbieters darauf, dass es sich um ein seriöses Unternehmen handelt. Gibt es authentische Erfahrungsberichte oder Bewertungen zu den Seminaren?

Studien über die Zeiteinteilung von Selbstständigen zeigen: Rund ein Drittel der zur Verfügung stehenden Zeit entfällt auf Kundenakquise, ein weiteres Drittel auf Buchhaltung bzw. Verwaltung. Nur ein Drittel der Zeit bleibt für die eigentliche Arbeit übrig. Das erfordert ein gutes Zeitmanagement. Wenn du damit Probleme hast, solltest du frühzeitig über eine Weiterbildung zu diesem Thema nachdenken.

Wer sich bei der Ansprache von Neukunden schwertut, kann im Rahmen einer Fortbildung passende Vertriebs- und Vermarktungsstrategien erlernen. Je nachdem, wen man wie von den eigenen Produkten oder Dienstleistungen überzeugen will, können Seminare zu Elevator Pitching, zu souveränem Telefonieren oder zu erfolgreichem Netzwerken helfen. Erfreulicherweise gibt es im Internet auch zahlreiche kostenlose Online-Tutorials und Anleitungen für die kleine Lerneinheit zwischendurch.

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