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So trimmen Sie Ihren Lebenslauf auf KI

Unterlagen auf dem Tisch [Quelle: unsplash, com, Autor: Green Chameleon]

Quelle: unsplash, com, Green Chameleon

Oft treffen Algorithmen bei Bewerbungen eine Vorauswahl. Diese vier Regeln helfen, Ihre Unterlagen fit für die Maschine zu machen.

Die meisten Bewerber dürften die Worte "Applicant Tracking System" oder ATS noch nie gehört haben. Dabei sind die Programme im Bewerbungsprozess so etwas wie wichtige Türsteher. In vielen Unternehmen sortieren ATS Bewerbungen automatisch vor. Die Software entscheidet somit im ersten Schritt mit, wer eingeladen wird – und wer nicht. Das Auslesen von Lebensläufen ermöglicht auch ein automatisches Extrahieren, Speichern oder Analysieren von Lebenslaufdaten. Einer Befragung der Berliner Recruiting-Plattform Taledo zufolge nutzen 37 der 50 umsatzstärksten Unternehmen Deutschlands schon heute ATS im Bewerbungsprozess, Tendenz steigend.

Auch von den 50 höchstfinanzierten Start-ups nutzen fast alle die Software. Doch wie genau trimmt man seinen Lebenslauf für den Algorithmus der Maschine? Die vier wichtigsten Regeln:

Regel 1: Achten Sie auf Schlüsselwörter – und vermeiden Sie Kreativität

 "Für den Algorithmus sind Schlüsselwörter extrem wichtig, um gefunden zu werden", sagt Claudia Bolliger-Winkler. Sie ist Unternehmenschefin des Schweizer Start-ups Lionstep, das mithilfe Künstlicher Intelligenz (KI) Konzernen wie Adidas oder Telefónica hilft, passende Kandidaten zu finden. Ihr Tipp: Wer Softwareentwickler für Java oder KeyAccount-Manager ist, sollte das genau so aufschreiben. "Das klingt simpel, wird aber gern missachtet, weil man kreativ wirken möchte." Ein Fehler. Wer in einem kreativen Beruf arbeitet, tut gut daran, Arbeitsproben in einem Cloud-Dienst oder auf der eigenen Webseite hochzuladen und den Link in die Bewerbung zu integrieren.

Regel 2: Beantworten Sie vier klassische Fragen in Ihrer Bewerbung – auch für die Maschine

Tatsächlich können Maschinen mit schönen Worten in der Bewerbung wenig anfangen. Was zählt, ist nüchterne Sprache. Lionstep-Chefin Bolliger-Winkler rät deshalb: "Nicht hieroglyphisch-philosophisch jede Station des Werdegangs nacherzählen", sondern in Lebenslauf und Anschreiben vier zentrale Fragen beantworten: Wer bin ich als Person? Was kann ich gut? Was kann ich zum Unternehmen beitragen? Und wo will ich hin? Das zählte auch schon vor dem Einsatz von KI zu den goldenen Regeln im Recruiting.

Regel 3: Fassen Sie sich kurz – und achten Sie auf Ihre Rechtschreibung

Auch wenn Firmen zunehmend KI im Bewerbungsprozess einsetzen, sichten am Ende immer noch Menschen die Unterlagen. Das heißt: Mag ein Zehn-Seiten-Dokument für die Maschine noch so gutes Algorithmen-Futter sein, fällt man bei der Person, die die Bewerbung am Ende liest, damit durch. "Es bringt nichts, nur die KI überlisten zu wollen", mahnt Bolliger-Winkler. Um Mensch und Maschine zu gefallen, sollten Bewerber deshalb kurz und präzise formulieren. Auch eine saubere Rechtschreibung goutieren sowohl Personaler als auch ATS-Programme. So kann der Algorithmus bei einem Tippfehler unter Umständen wichtige Kompetenzen nicht entziffern, etwa wenn aus der gefragten Programmiersprache "Python" versehentlich "Phyton" wird.

Regel 4: Das Auge entscheidet mit – nutzen Sie dafür klare Strukturen

Taledo-Mitgründer Marcel Poelker sagt: "Layout wie Grafiken und Farben oder auch Schriftgröße und -art sind für das Matching in den meisten Fällen irrelevant – hinterlassen aber einen bleibenden Eindruck beim menschlichen Recruiter." Für die Maschine ist dabei vor allem eine klare Struktur mit aussagekräftigen Zwischenüberschriften nützlich. Markus Kumpf, Recruiting-Leiter bei Siemens, rät: "Im Lebenslauf immer die jeweiligen konkreten Tätigkeiten darstellen, wenn möglich auch mit messbaren Erfolgen" – am besten in Bulletpoints. Außerdem werde es "wichtiger, die dabei erlernten Fähigkeiten und Kompetenzen konkret zu nennen und zu spezifizieren", so der Siemens-Personalmanager. 

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