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Welche Qualifikation bringt mehr Chancen?

Fundiertes Wissen über alles, was Recht ist, schön und gut. Aber der Job in der Wirtschaft, für den du keine Ahnung von Wirtschaft zu haben brauchst, muss erst noch erfunden werden. "Zusatzqualifikationen" ist also das Zauberwort. Doch was wählen? Eine ganze Branche lebt vom Weiterbildungsdrang junger Arbeitswilliger in Deutschland. Und auch die oft so verschlafen wirkende Hochschulwelt scheint den Trend erkannt zu haben. Mehr und mehr Aufbaustudiengänge und Zusatzausbildungen sind das Resultat. Aber was kommt in Personalabteilungen wirklich an? 

Sprachkurse

Das Juristensprech ist nicht nur im Deutschen eine ganz spezielle Angelegenheit. In aller Herren Länder haben sich die Rechtsgelehrten ihren ganz eigenen Code erdacht - Mitreden für Laien ausgeschlossen. Abhilfe schaffen spezielle Sprachkurse für Juristen. Die bieten mittlerweile fast alle Universitäten an. Englisch ist als internationale Vertragssprache besonders wichtig - du dürftest kaum Chancen haben, wenn du in dieser Sprache nicht auf juristischem Vordermann bist. Andere Sprachen sind zunächst einmal Beiwerk. Dennoch bieten einige Universitäten eine fachspezifische Fremdsprachenausbildung an. So besteht die Möglichkeit, sich an der Universität Trier zusätzlich in anglo-amerikanischen, französischen, italienischen, japanischen, portugiesischen oder spanischen Recht ausbilden zu lassen. Besonders wichtig wird diese Qualifikation, wenn dein künftiger Arbeitgeber auf bestimmte Länder spezialisiert ist. Ganz unabhängig von Sprachkursen lohnt sich ein längerer Auslandsaufenthalt natürlich immer. 

Zusatzzertifikate

Und auch Zertifikate in anderen Fächern schaden nicht. Denk dran: Punkten kannst du später vor allem mit dem, was dich betriebs- oder volkswirtschaftlich kompetent macht. Denn damit beweist du schon mal, dass du keine Angst vor Zahlen hast. Der Spruch "judex non calculat" ist nämlich inzwischen genauso tot wie die Sprache, in der er geschrieben steht.
 
Ein Beispiel: An der Universität Bayreuth kannst du an einer wirtschaftswissenschaftlichen Zusatzausbildung teilnehmen. Diese umfasst Klausuren, eine Hausarbeit und endet mit einer mündlichen Prüfung. Als Absolvent darfst du dann den stolzen Titel Wirtschaftsjurist/in (Univ. Bayreuth) führen. 

Aufbaustudiengänge

Wem das nicht reicht, sollte über einen der zahlreichen Aufbaustudiengänge nachdenken. An der Uni Bremen zum Beispiel kannst du nach dem ersten Staatsexamen den Master of Laws in Europäischem und internationalem Recht (LL.M.Eur.) erlangen. Die Universität des Saarlandes in Saarbrücken bietet ein deutsch-französisches Doppelstudium an. Am Ende stehen deutsches Staatsexamen und ein französischer Abschluss. Wenn du an eine Karriere mit Frankreichbezug denkst, ist das zu empfehlen. Vergiss aber nicht, dass Englisch die internationale Vertragssprache schlechthin ist. Mit Top-Französisch kannst du daher mäßiges Englisch nicht ausgleichen.

Auch die Unis in Niedersachsen machen inzwischen einen wirtschaftlichen Schwerpunkt möglich: Wenn du das erste Staatsexamen bestanden hast, kannst du den Titel Diplom-Wirtschaftsjurist erwerben. Noch früher setzen freilich Alternativen zum klassischen Jura-Studium an.

Alternative Studiengänge

An Universitäten entstehen langsam Magisterstudiengänge - Deutsch-Französische Rechtswissenschaften in Köln und Paris sind da ein Paradebeispiel. Je zwei Jahre verbringst du dabei in den beiden Städten. Außer dem Magister (LL.M.) erwirbst du auch die französische Maîtrise. Aber Achtung: Magister ist nicht gleich Staatsexamen. Anwalt oder Richter in Deutschland kannst du mit diesem Abschluss also nicht werden.
 
Und auch Fachhochschulen haben den Bedarf erkannt und gehen bei den Juristen mit ihren Stärken ins Rennen - kürzere Studienzeiten und deutlich mehr Praxisbezug. Das Manko: Noch ist nicht bis in alle Personalabteilungen durchgesickert, dass es so etwas wie FH-Wirtschaftsjuristen überhaupt gibt. Einige Personalverantwortiliche gehen aber davon aus, dass sich das in ein paar Jahren geändert haben wird - und du dann mit deiner kompakten Ausbildung gut da stehst. An welchen FHs du Wirtschaftsrecht studieren kannst? Die FH Pforzheim beispielsweise bietet 35 Studienplätz pro Semester an.

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