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Landwirtschaft 2.0 – KI auf dem Feld

Landwirt auf dem Feld mit Smartphone [Quelle: BASF Xarvio]

Quelle: BASF Xarvio

Täglich eine gute Tat – das nehmen sich viele vor. Bei der BASF Digital Farming GmbH bleibt es nicht nur beim guten Vorsatz. Mit ihrer Arbeit unterstützen die Teams täglich Millionen Landwirt:innen auf der ganzen Welt und verhelfen ihnen zu einer ertragreicheren Ernte. Wie sie das schaffen und warum die Arbeit so viel Spaß macht, erzählt Dr. Thomas Schilling, Head of Information Technology/Engineering, im Interview.

Was kann man sich unter Ihrem Jobtitel Head of Information Technology/Engineering bei der BASF Digital Farming GmbH vorstellen? Welche Aufgaben gehören zu Ihrem Job?

Meine Position umfasst einerseits Aufgaben im Personalmanagement. Ich betreue zum Beispiel die Weiterentwicklung meiner Teammitglieder. Andererseits sind mein Team und ich dafür zuständig, Lösungen für die weltweite Landwirtschaft zu konzeptionieren, zu entwickeln und letztlich auch umzusetzen. Präzisionslandwirtschaft, wie GPS-gesteuerte Traktoren, gibt es schon länger. Doch die Verbindung mit agronomischen Ansätzen – also die Frage, wie eine Pflanze behandelt werden muss, damit sie optimal wächst – ist recht neu. Dafür entwickeln wir Lösungen, die von uns bereits auf dem Markt angeboten werden. Deshalb ist es wichtig, dass jede:r von uns, auch die Entwickler:innen, verstehen, mit welchen Problemen Landwirt:innen konfrontiert sind.

Hat der Klimawandel einen starken Einfluss auf Ihre Arbeit? Wenn ja, inwiefern?

Definitiv. Die Landwirtschaft muss derzeit Herausforderungen meistern, die sie so in der Vergangenheit nicht kannte. Eine davon ist durchaus der Klimawandel, der auch mit Wetterextremen einhergeht. Wir sehen eine leichte Verschiebung der Klimazonen, was dazu führt, dass langjährige Erfahrungswerte aus der Landwirtschaft nicht mehr anwendbar sind. Oftmals werden Höfe und Ackerland über Generationen weitergegeben, wodurch mehr als 100 Jahre Familiengeschichte und auch Erfahrung überliefert werden. Diese Erfahrung hilft jedoch nur, wenn sich die Randbedingungen nicht ändern, was sie derzeit teils drastisch tun.

Was bedeutet das für die Landwirte und Ihre Arbeit?

Feldfrüchte haben immer mit Insekten- oder Pilzbefall zu kämpfen. Diese schädigen die Ernte. Solche Faktoren wandern mit der Klimaverlagerung mit. Das heißt, gewisse Unkräuter und Insekten, die Landwirt:innen vorher gar nicht kannten, treten auf einmal auch bei ihnen auf.

Das nutzen wir bei der BASF Digital Farming als Chance, um den Landwirt:innen zu helfen. Unser großer Vorteil ist, dass wir weltweit tätig sind. Dadurch wissen wir, wie Landwirtschaft auch unter anderen klimatischen Bedingungen funktioniert. Dieser stetige Wandel ist natürlich auch eine Herausforderung, da unsere Forschungsabteilung laufend neue Feldversuche durchführen, auswerten und die Modelle immer weiter optimieren muss.

Mit welchen Problemen von Landwirt:innen werden Sie in Ihrem Arbeitsalltag konfrontiert?

Eine häufige Problematik sind Unkräuter. Ziel ist es, sie mit möglichst wenig Aufwand und möglichst wenig Schaden für die Umwelt zu behandeln. Dazu müssen Landwirt:innen aber frühzeitig wissen, um was es sich handelt. Nur so können sie entscheiden, ob und was zu tun ist.

Dafür haben wir unter Einsatz von künstlicher Intelligenz eine App entwickelt, die mithilfe trainierter Algorithmen per Smartphone-Kamera präzise vorhersagen kann, welches Unkraut gerade entsteht. So können die Landwirt:innen frühzeitig reagieren. Unser Anliegen ist es, eine digitale Lösung zu schaffen, die für die breite Masse erschwinglich ist.

Ein zweites Beispiel ist unsere Arbeit mit Satellitendaten. Große Felder haben nicht an jeder Stelle die gleiche Beschaffenheit. Durch die Daten erkennen die Landwirt:innen, wie ihr Boden an welcher Stelle beschaffen ist und können sehen, wo die Kulturpflanze wie behandelt werden muss. Dadurch erzielen sie eine gleichmäßigere Ernte.

Wo werden die Technologien der BASF Digital Farming GmbH bereits eingesetzt?

Unsere Produkte sind in Europa, aber auch in den USA, in Kanada, Brasilien, Argentinien und in Teilen Asiens vertreten. Wir haben zum Beispiel eine Scouting-App, die unter anderem von Kleinbauern in Indien oder Japan genutzt wird. Andere Produkte, wie unseren Field-Manager, verwenden eher größere Betriebe, da er optimal in Kombination mit großen Landmaschinen eingesetzt werden kann.

Klingt spannend. Was gefällt Ihnen ganz besonders an Ihrem Job?

Das Wesentliche für mich und viele meiner Kolleg:innen ist, dass wir etwas Wichtiges für die Weltgemeinschaft tun. Ernährung ist ein elementares Gut und es gibt großen Optimierungsbedarf. Dieses Ziel motiviert mich jeden Tag. Mir gefällt die Verbindung von Technik und Natur sowie die interdisziplinäre Zusammenarbeit, da ich dabei über meinen fachlichen Tellerrand hinausblicken kann. Es ist schön, dass wir mit Kolleg:innen weltweit zusammenarbeiten und dadurch sehen, wie Landwirtschaft in Asien, Süd- oder Nordamerika funktioniert.

Suchen Sie nach Unterstützung für Ihren Bereich und wenn ja, wen?

Wir sind aktiv auf der Suche für all unsere Bereiche. Vor allem suchen wir Software Entwickler:innen für unseren IT-Bereich. Besonders gefragt sind Kenntnisse in Java, Python und im GIS (Geographic information system). Aber auch für die Bereiche Data Engineering, Data Science sowie für den Vertrieb, im Marketing oder für unser Design-Team suchen wir Unterstützung. Außerdem sind wir immer auf der Suche nach Spezialisten und Spezialistinnen, die sich mit Pflanzenwachstum beschäftigen.

Neben Bewerbungen von Berufseinsteiger:innen freuen wir uns auch über Einsendungen von Personen, die bereits Berufserfahrung im produktiven und internationalen Umfeld sammeln konnten. Diese müssen nicht unbedingt in der Agronomie gearbeitet haben – auch Erfahrungen im IT-Umfeld oder in einer anderen Industrie sind bei uns gern gesehen. Es ist hilfreich, wenn Bewerber:innen wissen, was es bedeutet, für mehrere Millionen Kund:innen ein produktives System bereitzustellen, mit Java und Python zu arbeiten, Datenbanktechnologien zu verstehen und mit Machine Learning umzugehen.

Uns ist es wichtig, dass unsere Mitarbeiter:innen offen für Neues sind, da sich unser Geschäftsfeld laufend weiterentwickelt. Eine wichtige Rolle spielt außerdem, dass Kandidat:innen gut ins Team passen und unsere Mentalität teilen. Wir haben eine offene Feedback-Kultur, das heißt wir sagen auch offen, wenn etwas nicht passt – auch auf Management-Ebene.

Haben Sie Tipps für Bewerberinnen und Bewerber?

Es ist wichtig, das du herausstellst, warum du gerne bei der BASF Digital Farming einsteigen möchtest und welche Pläne du für die nächsten drei bis fünf Jahre hast. Auch wenn natürlich nicht alles unmittelbar umgesetzt werden kann, ist es für uns spannend zu sehen, welche Ambitionen du hast und in welche Richtung du dich entwickeln möchtest. Es ist gut, wenn wir merken, dass du weißt, wo du hinwillst und uns zeigst, was du bisher geleistet hast und worauf du stolz bist. Auch wenn neue Kolleg:innen gut von uns eingearbeitet werden, legen wir großen Wert darauf, dass sie eigenständig arbeiten und den Willen haben, ein gewisses Teilgebiet selbstständig nach vorne zu bringen.

An welchen Standorten kann man einsteigen?

Unser Hauptstandort ist in Köln. Aber wir haben auch Büros in Münster und in der BASF-Zentrale in Ludwigshafen. Im Ausland sind wir in Kanada, den USA, in Brasilien, in Frankreich und in Japan vertreten. Diese Standorte bieten die tolle Möglichkeit, für einige Zeit von dort zu arbeiten. Beispielsweise ist ein Kollege aktuell für ein paar Jahre in São Paulo eingesetzt. Er fungiert als Schnittstelle zwischen den Kolleg:innen vor Ort und unserem Headquarter in Köln. Dadurch ermöglichen wir es Mitarbeiter:innen, sich weiterzuentwickeln und fördern die internationale Zusammenarbeit.

Warum empfehlen Sie Bewerber:innen, sich bei BASF Digital Farming GmbH zu bewerben?

Wir arbeiten mit den neuesten Technologien an wichtigen und sinnvollen Aufgaben. Dabei stehen wir im engen Austausch mit Kolleg:innen, arbeiten interdisziplinär und haben eine gute Atmosphäre über die verschiedenen Bereiche hinweg. Zudem profitieren wir als Teilbereich der BASF von den Vorteilen eines Großkonzerns, wie der Möglichkeit, nach einigen Jahren auch innerhalb der BASF wechseln zu können. Trotzdem haben wir innerhalb der Digital Farming GmbH noch ein gewissen Start-up-Mindset. Darüber hinaus gibt es ein riesiges Trainingsangebot, viel Flexibilität und die Möglichkeit, internationale Konferenzen zu besuchen.

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