Partner von:

Interview mit Villigst

Was haben Karriere und Kirche miteinander zu tun?

Sehr viel. Damit die Kirche in der heutigen Gesellschaft weiterhin wirken kann, müssen auch aus der Kirche heraus Führungskräfte ausgebildet werden. Zudem hat die Kirche ein Interesse daran, christliche Werte auch bei Karriere-Leuten zu vermitteln. Dies wird besonders in der derzeitigen Situation deutlich, wenn es um Wirtschaft und Werte geht.

Wozu gibt es kirchliche Begabtenförderungswerke?

Das Evangelische Studienwerk wurde im Jahr 1948 vor dem Hintergrund des Versagens - auch der Kirchen - in der Zeit des Nationalsozialismus gegründet. Das Evangelische Studienwerk versteht sich auch heute als ein Ort, an dem die Kirche auf ihre Bildungsverantwortung besinnt.

Wie verträgt sich der Gedanke der Elite-Förderung mit dem christlichen Menschenbild, nach dem besonders Schwache, Arme, Benachteiligte unterstützt werden sollten?

Um langfristig Lösungen für die globalen Probleme und drängenden Fragen der Gesellschaft, wie zum Beispiel Armut und Chancengleichheit, zu erarbeiten, braucht es kluge Köpfe, die ihr Wissen und ihre Kompetenz verantwortungsvoll einbringen können. Dafür ist die Förderung begabter Menschen notwendig.

Was unterscheidet Villigster von anderen Studenten?

Mir wäre es lieber, keine harte Grenze zwischen "Villigstern und anderen Studenten" zu ziehen - das ist nicht in unserem Sinne und widerspricht dem Grundsatz, dass unsere Stipendiaten mitten in der Gesellschaft wirken und sich nicht abgrenzen. Den Villigster oder die Villigsterin an sich gibt es auch gar nicht. Grundsätzlich zeichnen sich unsere Stipendiatinnen und Stipendiaten aus durch ihre Fähigkeit, auch einmal querzudenken. Sie geben sich nicht mit der erstbesten Lösung zufrieden. Und sie sind in hohem Maße sozial oder politisch engagiert und bereit, Verantwortung zu übernehmen - für sich und andere.

Die Bundesregierung will die Zahl Stipendiatenzahlen bis 2009 um etwa 50 Prozent erhöhen. Kann Villigst dann noch genauso gut betreuen?

Zunächst einmal muss man sagen, dass die Bundesregierung ihr Ziel, ein Prozent aller Studierenden in Deutschland durch eines der elf großen Begabtenförderungswerke zu fördern, bereits im November 2008 erreicht hat - dank der Hilfe aller Begabtenförderungswerke. Auch wir haben einen enormen Anstieg der Stipendiatenzahlen verzeichnet - allein 13 Prozent im letzten Jahr. Da sich das Evangelische Studienwerk insbesondere durch seine individuelle Förderung auszeichnet, stellt der Zuwachs natürlich eine große Herausforderung dar. Wir haben daher unser Angebot ausgeweitet - bei der Sommeruniversität etwa haben im Vergleich zu den Vorjahren alle Seminare stattgefunden. Unsere Studienleiter, die die Studierenden betreuen, sind permanent im Einsatz. Wir haben hier sogar eine neue Stelle geschaffen, um auch weiterhin die Betreuung zu gewährleisten.

Was wünschen Sie sich von Bewerbern, was vermissen Sie bei Bewerbern?

Wir wünschen uns, dass wir bei den Bewerberinnen und Bewerbern in den Auswahlgesprächen Persönlichkeiten entdecken. Zu uns müssen keine fertigen "Leistungsträger" kommen, wir möchten im Sinne einer ganzheitlichen Förderung Potenziale erkennen, die sich im Laufe der Förderung entfalten. Es kann zum Beispiel besser sein, eine Frage beim Auswahlgespräch mit einem klaren "das weiß ich nicht, aber ich habe andere Spezialgebiete" zu beantworten, als zu versuchen, ein Thema zu behandeln, von dem man keine Ahnung hat. Grundsätzlich freuen wir uns über aufgeweckte, engagierte Bewerberinnen und Bewerber, die sich für ihr Fach begeistern, auch darüber hinausblicken wollen und Interesse am Geschehen in der Welt mitbringen.

nach oben

Du hast eine zündende Idee für einen Artikel auf e-fellows.net? Schreib für uns als Gastautor. Wir freuen uns auf deine Beiträge!

Verwandte Artikel

Hol dir Karriere-Infos,

Jobs und Events

regelmäßig in dein Postfach

Kommentare (0)

Zum Kommentieren bitte einloggen.

Das könnte dich auch interessieren