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Karrierefrauen in Richtung Gleichstellung

FemaleEmpowerment, Selbstbewusst, junge Frau [Quelle: pexels.com, Khashi]

Quelle: pexels.com, Khashi

Egal, ob du Berufseinsteigerin bist oder bereits mit beiden Beinen in der Berufswelt stehst. Egal, ob du deine Karriereziele im Visier hast oder noch unsicher bist, in welche Richtung dein Weg führen wird – als Frau stehst du immer vor einer Extraportion Herausforderung. Lies hier, welche Ungleichheiten heute noch besonders prägnant sind und wo ein Wandel in der Gesellschaft begonnen hat.

Frauen stehen weiterhin vor Ungleichheiten im Beruf

Die Gender Pay Gap lag 2020 bei 18 Prozent – und ist damit immerhin um vier Prozent niedriger als noch vor zehn Jahren. Der Trend fällt stetig, doch die Differenz zwischen den Gehältern von Männern und Frauen ist weiterhin erschreckend hoch. Der 10. März 2021, besser bekannt als Equal Pay Day, verdeutlicht diese Ungleichheit in der Bezahlung noch einmal symbolisch: Bis zu diesem Tag arbeiten Frauen umsonst, während Männer für ihre Arbeit bereits seit dem 1. Januar entlohnt werden. Doch das ungleiche Gehalt ist nicht die einzige Thematik, mit der sich Frauen in der Karrierewelt auseinandersetzen müssen.

Gesellschaftliche Erwartungshaltung gegenüber Frauen

Wann planst du, Kinder zu bekommen? Ist das nicht ein Männerberuf? Bist du sicher, dass du Vollzeit arbeiten möchtest? Die Erwartungen an Frauen sind breit gefächert und beruhen meist auf einem veralteten Frauenbild. Die Frau ist demnach (immer noch) für Kinder und Haushalt zuständig und finanziell von einem Mann abhängig. So stößt eine junge Frau, die ihre Karriere im Blick hat und die Familienplanung dabei scheinbar außer Acht lässt, immer noch auf viel Kritik – meist völlig ungefragt. Und das, obwohl Frauen seit dem Jahr 1958 arbeiten dürfen. Doch die Erwartungen der Gesellschaft setzen Frauen bei Karriereentscheidungen immens unter Druck.

 

Ambitionierte Ziele trotz schockierender Wahrheit

Einmal in der Berufswelt angekommen, verschwinden die Herausforderungen nicht. Neben den Gehaltsunterschieden sind auch die Aufstiegschancen für Frauen und Männern in vielen Unternehmen nicht fair geregelt. Das zeigt die Zahl der Frauen in Führungspositionen besonders gut. Im Jahr 2020 saßen nur 11,5 Prozent Frauen in den Vorständen der 200 größten Unternehmen Deutschlands.

Diese geringe Zahl bedeutet gleichzeitig, dass es nur wenige weibliche Vorbilder für junge Frauen gibt. Steile Karrieren werden dadurch weiterhin stark mit Männern assoziiert. Doch aktuelle Ergebnisse der Initiative Chefsache zeigen, dass sich Frauen dennoch ambitionierte Ziele für ihre Karriere setzen: 37 Prozent der Frauen geben an, eine Führungsposition anzustreben – nur sechs Prozent weniger als Männer. 39 Prozent der befragten Frauen gehen außerdem von einem erfolgreichen Karriereverlauf aus. Woher kommt diese Zuversicht bei all den Herausforderungen und Ungleichheiten in der Berufswelt für Frauen?

Der Wandel hin zu mehr Gleichheit ist möglich

Insgesamt ist es kein Geheimnis mehr, dass Frauen ungleich behandelt werden und es meist schwerer als Männer haben, im Beruf erfolgreich zu sein. Daher – und aufgrund vieler weiterer gesellschaftlicher Faktoren – gibt es Female Empowerment.

Female Empowerment möchte Frauen auf sozialer und wirtschaftlicher Ebene fördern und ihnen Chancengleichheit einräumen. Die Begriffswahl erscheint vor allem in der deutschen Übersetzung mit Ermächtigung radikal, doch bei Female Empowerment geht es nicht darum, Männer aus dem Weg zu räumen und Frauen an die Macht zu bringen. Es geht darum, sie in ihrer Selbst- und Fremdwahrnehmung zu bestärken und ihnen das nötige Selbstvertrauen zu vermitteln.

Große und kleine Handlungen führen zu einer gerechteren Welt

Das Thema Geschlechtergerechtigkeit ist heute in aller Munde. In sozialen Medien kursieren Hashtags wie #womensupportingwomen, #girlboss und #femaleempowerment. Diese fördern besonders im persönlichen Umfeld die Aufmerksamkeit für Geschlechtergerechtigkeit. Zahlreiche Marketingkampagnen wurden rund um den Weltfrauentag kreiert, um auch unternehmensseitig Statements für Gleichstellung zu setzen. Von der Politik wurde zu Beginn des Jahres  mit der Frauenquote für börsennotierte Unternehmen ein Schritt in Richtung mehr Gleichheit gesetzt. Und die UN hat in der Agenda 2030 die Gleichstellung der Geschlechter als fünften Punkt der nachhaltigen Entwicklung aufgeführt, was Frauen Chancen auf der ganzen Welt eröffnen soll.

 

All diese Aktionen und Beschlüsse unterstützen Female Empowerment und sorgen für mehr Gerechtigkeit unter den Geschlechtern. Aus ihnen folgt nicht, dass du und alle Frauen umgehend fairer bezahlt werden. Auch nicht, dass wir morgen auf eine Welt mit ausgeglichenen Zahlen von Frauen und Männern in Führungspositionen schauen. Doch es folgt ein Wandel, der sichtbar und spürbar ist. Und wenn uns die Geschichte eines gelehrt hat, dann ist es die Tatsache, dass gesellschaftlicher Wandel Zeit benötigt – und dass, wenn dieser schließlich vollzogen ist, kaum jemand in die Vergangenheit zurückkehren möchte.

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Kommentare (2)

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  1. Anonym

    Kann mich nur dem vorherigen Kommentar nur anschließen. Als Frau ist man in Technik und IT mittlerweile sehr gefragt und wird dementsprechend entlohnt. Nichtsdestotrotz wollen die wenigsten Frauen in Richtung MINT studieren. Meiner Meinung nach ist das ein mehr ein kulturelles Problem und weniger strukturelle Benachteiligung.

  2. Anonym

    Selbst bei e-fellows schafft man es offenbar nicht, einen wirklich faktenbasierten Artikel zum Thema Gleichberechtigung zu bringen - was schade ist, denn das Thema hätte es nun wirklich einmal verdient. 1) Gender Pay Gap von 18 %? Zugegeben, ja: ALLE Frauen aus Deutschland verdienen im Schnitt 18 % weniger Gehalt als ALLE Männer in Deutschland im Schnitt. Das bedeutet aber nicht, dass eine Frau in Unternehmen X auf Position Y jeden Monat 18 % weniger auf ihrem Gehaltszettel stehen hat als der männliche Kollege, der neben ihr am Schreibtisch sitzt - was suggeriert wird mit Aussagen wie der, dass Frauen bis März "umsonst" arbeiten... Die Pay-Gap-Statistik wird schon relativ stark verfälscht durch unsere Elterngeneration, in der die Ansicht (leider) einfach Gang und Gäbe war, dass Frauen keinen sonderlichen Beruf lernen müssen (der Ehemann wird es ja mal regeln) und die meisten Frauen dann Zeit ihres Lebens, womöglich bis heute, allenfalls Teilzeit in mäßig bezahlten Jobs gearbeitet haben bzw. arbeiten. Vergleicht man heute wirklich eine konkrete Frau mit einem konkreten Mann auf vergleichbaren Jobs, geht also vom bereinigten Pay-Gap aus, liegt die Differenz im Schnitt bei etwa 5 %. Immer noch unfair, sicherlich. Aber der Equal Pay Day zumindest müsste auf Mitte Januar verlegt werden. Nur was wäre Journalismus heute denn noch ohne reißerische Headlines und beeindruckende Zahlen? 2) Auch der Rückschluss aus der gegenwärtigen Unterrepräsentation von Frauen in den Führungsetagen darauf, dass Aufstiegschancen für Frauen in Unternehmen nicht fair geregelt seien, sollte jede Statistikerin und jeden Statistiker aufhorchen lassen. In Anbetracht der Tatsache, dass die Führungsetage oft zu großen Teilen aus beruflichen "Silberrücken" besteht, die aus der älteren Generation kommen, greift bereits meine obige Ausführung: In diesen Generationen gab es aus gesellschaftlichen Gründen einfach noch nicht so viele Frauen, die eine Karriere als Führungskraft anstrebten. Und auch bei den etwas jüngeren Führungsetagen muss man schon genau hinschauen: Sind da wirklich weniger Frauen, weil das Unternehmen so unfair ist? Oder sind da vielleicht weniger Frauen, weil sie in der Diskussion mit ihrem Mann zurückstecken und vielleicht auf eine steilere Karriere zugunsten der Familie verzichten? Ich glaube eher Letzteres. Nur das ist nichts, wofür man den Unternehmen den schwarzen Peter zustecken muss, sondern die Frauen mal ermutigen sollte ihrem Mann zu sagen, dass wenn er nicht zu Hause bleiben will, das mit dem Kinderwunsch halt nichts wird... Insgesamt also: Muss unsere Gesellschaft noch am Thema Gleichberechtigung arbeiten? Definitiv. Sind wir auf einem Weg in die richtige Richtung? Ich glaube ja. Helfen solche Artikel wie der obige? Hmm...

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