Partner von:

Ist aktienbasierte Altersvorsorge ein Muss für Millennials und Gen Z?

Altersvorsorge, Aktien, Finanzen, Geldanlage [Quelle: unsplash.com, Autor: jsnbrsc]

Quelle: unsplash.com, jsnbrsc

Undifferenziert lässt uns die mediale Debatte zum Thema Altersvorsorge glauben, dass eine schlechte Rente das Schicksal von Geringverdienern ist. Ein Trugschluss. Denn jüngere Generationen müssen im Alter generell mit weniger Rente rechnen – egal, ob Topgehalt oder Niedrigverdiener. Dieser Beitrag macht dich fit für deinen Vermögensaufbau und erklärt, wie dir mit einfachen Tricks mehr vom Kuchen bleibt.

Vermögensaufbau und Altersvorsorge sind an den entscheidenden Stellen nicht so kompliziert, wie oftmals vermutet. Bei einem Gehalt von 4.000 Euro brutto monatlich zahlen dein Arbeitgeber und du 744 Euro in die Rentenkasse. Das sind knapp 9.000 Euro im Jahr und circa 360.000 Euro während deines gesamten Erwerbslebens.

Die gute Nachricht ist: Du darfst mit 67 Jahren rund 3.400 Euro Bruttorente (2.600 Euro netto) erwarten. Die schlechte Nachricht ist: Dein Renteneintritt liegt weit in der Zukunft. Von 2.600 Euro kannst du dir dann vermutlich das Gleiche kaufen, wie heute von 1.200 Euro.

Nehmen wir an, dass du mit 2.100 Euro monatlich auskommst und dies deine spätere Wunschrente ist. Demnach beträgt deine Rentenlücke:

  1. Stand heute: 2.100 Euro (monatlicher Bedarf heute) - 1.200 Euro (Nettorentenanspruch inflationsbereinigt) = 900 Euro monatlich
  2. Stand Renteneintrittsalter 67: 4.600 Euro (monatlicher Bedarf in 40 Jahren) - 2.600 Euro (Nettorentenanspruch inflationsbereinigt) = 2.000 Euro monatlich

Nach dieser Rechnung benötigst du 2.000 Euro monatlich und somit 24.000 Euro im Jahr. Planst du das positive Risiko ein, 90 oder 100 Jahre alt zu werden, bist du schnell bei einer halben Million, um deinen Lebensstandard zu halten. Unmöglich? Ist es nicht!

Wie stelle ich sicher, dass ich später versorgt bin?

Die simple Binsenweisheit "früh anfangen, lohnt sich" wirkt stärker als gedacht. Zum Vergleich: Fängst du heute mit dem Sparen an, musst du bei einer Verzinsung von fünf Prozent pro Jahr circa 310 Euro monatlich zur Seite legen. Die Schließung deiner Rentenlücke wäre demnach trotz ihrer Größe mit einer annehmbaren Sparrate machbar. Fängst du vier Jahre später an, musst du bereits 400 Euro im Monat zur Seite legen. So zahlst du für das gleiche Ablaufergebnis während der Gesamtlaufzeit 25.000 Euro mehr.

Für den Zinseszinseffekt gilt: Zeit ist Geld und eine nur geringfügig höhere Verzinsung bedeutet langfristig riesige Unterschiede.

Lars Hilbig

Sparst du 40 Jahre lang mit zwei statt fünf Prozent pro Jahr, erhältst du lediglich 300.000 Euro. Somit müsstest du monatlich 560 Euro zur Seite legen, um deine Rentenlücke zu schließen. Wir stellen fest: Du bist auf investmentbasierte Altersvorsorge angewiesen. 

Welche Anlageklasse ist wann die richtige?

Dieser Beitrag soll sich auf die wichtigen Anlageklassen Geldmarkt, Anleihen und Aktien fokussieren und dabei Immobilien und Rohstoffe bewusst ausklammern.

Geldmarkt

Unter einem Geldmarkt werden beispielsweise Konto, Tagesgeld, Sparbuch, Bausparvertrag und Kurzläuferstaatsanleihen verstanden. Also alles, bei dem dein Geld kurzfristig verfügbar, sicher angelegt ist. An Finanzmärkten gilt, Rendite ist die Bezahlung für das Aushalten von Risiken. Das bedeutet: null Risiko, null Bezahlung, null Zinsen. 

Anleihen 

Unter Anleihen fallen Staatsanleihen oder Unternehmensanleihen. Statt einer Bank dein Geld zu leihen, stellst du dieses für eine bestimmte Zeit Unternehmen oder Staaten zur Verfügung. Anleihen werden in Abhängigkeit ihres Risikos verzinst. Je schlechter die Bonität des Unternehmens oder Staates und je länger das Kreditgeschäft, desto höher deine Verzinsung. Im Schnitt bieten Anleihen moderates Risiko und moderate Rendite. 

Aktien

Bei Aktien handelt es sich um Anteilsscheine an Unternehmen. Der gesamte Aktienmarkt hat eine langfristige Rendite zwischen sechs und zehn Prozent pro Jahr. Unser Wirtschaftssystem ist auf stetiges Wachstum ausgelegt. Einige der wertvollsten Unternehmen dieser Erde sind jünger als viele Leser dieses Artikels. Menschen werden auch in Zukunft spannende Ideen haben und erfolgreiche Unternehmen gründen.

Selbst, wenn dem nicht so ist – stell dir vor unser Wohlstand und jedes Unternehmen blieben auf heutigem Stand stehen – würden sich Aktien lohnen. Zum einen wirst du für das Risiko bezahlt. Zum anderen besteht die Rendite bei Aktien neben dem Kurszuwachs auch aus der Dividende (Gewinnausschüttung). Ein Unternehmen, das heute Gewinne macht, würde auch bei einem Wachstumsstopp weiterhin Gewinne machen und seine Anteilseigner (Aktionäre) an diesen beteiligen.

Ich weiß, ich weiß. Dir wurde dein Leben lang erzählt, dass Aktien gefährlich seien. Das stimmt allerdings nur, wenn du folgende Fehler machst:

  1. Anlegen für den falschen Zeitraum: Ein häufiger Fehler bei Aktieninvestments ist die Anlage in kurze Zeiträume. Je länger du Zeit hast, desto besser die Möglichkeit, Kursschwankungen auszusitzen.
  2. Geringe Streuung: Nimm an, du entscheidest dich zwischen zwei Anlageoptionen. In Variante A verteilst du dein Geld auf vier, in Variante B auf viertausend Aktien. Welche Variante hat die höhere erwartete Rendite? Keine. Du investierst in Aktien und erhältst die Aktienrendite. Dabei kannst du nicht annehmen, dass die vier Aktien in Variante A "Magic-Mushroom-Aktien" sind. Selbst wenn du dies glauben möchtest – wissenschaftlich ist bewiesen, dass du nicht prognostizieren kannst, welche Aktien sich gut entwickeln. Beide Varianten haben die gleiche prognostizierte Rendite. Variante B bietet diese zu einem niedrigeren Risiko. Das Risiko-Rendite-Verhältnis von B ist somit ungleich besser, sodass jeder halbwegs nüchterne Anleger diese Option bevorzugt. 

Anlegen unter Missachtung der oben aufgezeigten Fehler ist zwar gefährlich, ein anderes Vorgehen aber noch gefährlicher: In Deutschland besitzt lediglich jeder Zehnte Aktien oder Aktienfonds. Unter Betrachtung der Alternativen  Anleihen (Rendite auf Inflationsrate) und Geldmarkttitel (Rendite unter der Inflationsrate)  ergibt sich, dass ein Großteil der Bevölkerung Geld so anlegt, dass dieses nicht an Wert gewinnt.

Deutsche sind super Sparer, aber furchtbare Anleger. Seit du angefangen hast diesen Artikel zu lesen, haben Deutsche auf Konten, Sparbüchern, Bargeldguthaben und weiteren Geldmarkttiteln etwa 500.000 Euro verloren. Nur aufgrund der Inflation. 

Wie lege ich mein Geld nachhaltig und nachweisbar rentabel an?

Kurz und knapp die wichtigsten Regeln der Wissenschaft zur Geldanlage in Aktien und Anleihen:

  1. Streue dein Risiko so weit wie möglich. Am besten weltweit auf eine vierstellige Anzahl an Titeln.
  2. Kosten sind Gift für deinen Zinseszinseffekt. Langfristig laufen günstige Anlagen am besten. 
  3. Gewichte die beiden Komponenten deiner Anlage (Aktien und Anleihen) in Abhängigkeit zur Laufzeit und deiner persönlichen Risikoneigung. 

Meine Empfehlung: Eine weite Streuung kannst du nur über Fonds erwirken. Da wissenschaftlich belegt, günstige Anlagen am besten laufen, wähl jene mit den geringsten Gebühren. Dies bieten ETFs. Einige ETFs ermöglichen dir dein Geld ohne großen Aufwand zu minimalen Gebühren auf tausende Unternehmen zu streuen. Damit sind sie die Anlagevehikel, in die du für deinen langfristigen Vermögensaufbau investieren solltest.  

Jetzt weißt du, welche Anlageklasse die richtige für deinen Vermögensaufbau ist, doch auch der steuerlich, rechtliche Rahmen (Rahmenbedingung), in dem du sparen kannst, ist wichtig. Hier erfährst du, welche Formen der Altersvorsorge sich lohnen

nach oben

Du hast eine zündende Idee für einen Artikel auf e-fellows.net? Schreib für uns als Gastautor. Wir freuen uns auf deine Beiträge!

Mehr über Finanzierung

Hol dir Karriere-Infos,

Jobs und Events

regelmäßig in dein Postfach

Kommentare (0)

Zum Kommentieren bitte einloggen.

Das könnte dich auch interessieren