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Von Kopf bis Fuß gut angezogen

Apropos Knöchel: Wie stehen Sie zu bunten Socken?

Im konservativen Branchen würde ich davon abraten. Am Casual Friday oder im Business-Casual-Umfeld hingegen sind sie eine schöne Möglichkeit, dem Look eine saisonale, individuelle Note zu verleihen. Hier gilt aber – wie sonst auch in der Mode – dass diese Akzente zum Typ passen müssen. Der Umstand, dass alle anderen bunte Socken tragen, heißt noch lange nicht, dass sie auch zum eigenen Stil passen.

Frühjahrsmode ist vor allem Übergangsmode – eine Mode, für die andere Sprachen nicht einmal ein Wort haben. Kann ich mir also das Garderoben-Update sparen?

Eine komplette, gesonderte Frühlingsgarderobe braucht Mann/Frau nicht, und auch das Spiel mit den Farben ist Kür, nicht Pflicht. Aber ein, zwei Teile können schon helfen, komfortabel und stilsicher durch das wechselhafte Frühlingswetter zu kommen.

Das wechselhafte Aprilwetter ist regelrecht sprichwörtlich: Welche Jacke übersteht den Regenschauer, ohne den Business-Dresscode zu verletzen?

Ein Trenchcoat ist für sie wie für ihn eine gute Wahl.

Gibt es dazu Alternativen?

Ein leichter Wollmantel wäre auch in Ordnung. Warum nur Mäntel? Entscheidend ist bei der Wahl der Überjacke die Länge: Beim Mann sollte nämlich das Sakko nicht unter der Jacke zu sehen sein. Wenn man davon ausgeht, dass ein gut sitzendes Sakko das Gesäß bedeckt, scheiden viele Kurzmäntel oder Canban-Mäntel daher aus.

Frauen haben es mit einem dünnen Cape leichter, das sie mit einem Kurzblazer kombinieren. Vorsicht ist bei der Kombination von Kleidern/Röcken, hautfarbener Strumpfhose und Trenchcoat geboten: Ist der Trenchcoat länger als der knieumspielende Rock beziehungsweise das Kleid, sieht es schnell so als, als trage Frau nichts unter ihrem Mantel. Trenchcoat- und Rocksaumlänge müssen also aufeinander abgestimmt werden, damit der Rock unter dem Trenchcoat zu sehen ist. Fällt das Business-Outfit kürzer aus als der Mantel, kann der Trench zur Not auch offen und im Rücken geschnürt getragen werden: Wirklich praxistauglich ist diese Lösung aber auch nicht.

Wo lauern in Ihren Augen bei Frühjahrsmode im Büro weitere Fettnäpfchen?

Ich denke da an ungewollte Einblicke, die man mit dünnen Stoffen im Frühling unfreiwillig gewährt. Viele denken fälschlicherweise, Weiß sei die beste Farbe für unter weiße/helle Hemden oder Blusen. Ich empfehle aber gerade Frauen, auf hautfarbene Unterwäsche zu setzen. Ich finde es auch praktisch, schon beim Kauf neuer Oberteile zu prüfen, ob man dazu einen BH besitzt, der weder durchscheint noch abzeichnet: Ein hautfarbener BH ohne Applikationen und Spitze ist ideal. Praktischer Trick: Möchte Frau kein Geld für hautfarbene BHs ausgeben, kann sie mit hautfarbenen Tops für einen Bruchteil des Preises nahezu jeden BH unsichtbar werden lassen. Ob eine Bluse durchsichtig ist, prüft man übrigens am besten im Tageslicht: Der Eindruck im Kunstlicht der Kaufhäuser oder des heimischen Bads kann trügen.

Für Männer ist ein Unterhemd zwar Pflicht, aber trotzdem trübt es den Eindruck, wenn es sich an den Ärmeln abzeichnet. Ein enganliegendes und/oder ärmelloses Unterhemd löst das Problem.

Zu ungewollten Einblicken – das kann man nicht oft genug wiederholen – gehören auch nackte Beine, die unter keinen Umständen im Business- oder Business-Casual-Umfeld angemessen sind. Herren können aber im Frühling auf ultradünne Seidenstrümpfe umsteigen, für Damen reichen 15- oder 20-Den-Nylonstrumpfhosen.

In den Geschäften sehen wir gerade die Rückkehr von Vichy-Karos, breiten Taillengürteln, Blockabsätzen etc. Sind unter diesen Trends auch business-taugliche?

Gut sitzende, dresscode-konforme Kleidungsstücke sind im Geschäftsleben das A und O und wichtiger als Trends. In ein formales Business-Outfit bringt man Variation meiner Meinung nach vor allem über Farbe – sei es die Farbe des Anzugs/Kostüms, des Hemds/der Bluse oder der Krawatte, des Hals- oder Einstecktuchs. Hierbei kann man sich durchaus von saisonalen Trends inspirieren lassen.

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Auffällige Muster und Applikationen hingegen fallen als Gestaltungsmöglichkeiten beim Business-Outfit weg, und auch mit groben Abweichungen vom klassischen Schnitt sollte man vorsichtig sein. Auf den Laufstegen der großen Modewochen werden zwar im Moment die Anzüge weiter, die Aufschläge und Schultern breiter; auf Mode-Blogs andererseits sind die Pinroll-Beine angekommen, die schon vor ein paar Jahren die Laufstege erobert hatten: Beides sind Abweichungen, die im Geschäftsleben eher Kopfschütteln denn Gegenliebe hervorrufen. Die Großkanzlei oder die Bank ist kein Laufsteg, und was voll im Trend liegt, kann aus Dresscode-Sicht trotzdem voll daneben liegen.

Frau Rose, wir danken für das Gespräch!
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