Partner von:

Der digitale Knigge

Laptop Digital Arbeit Online [Quelle: Unsplash.com, Glenn Carstens-Peters]

Quelle: Unsplash.com, Glenn Carstens-Peters

Kommunikationskanäle erleichtern die Zusammenarbeit, haben aber auch ihre Tücken. Wer konfliktfrei mailen, slacken und skypen will, sollte diese Regeln beachten.

Großbuchstaben weglassen

In Versalien schreiben gilt im digitalen Schriftverkehr als unhöflich. Großbuchstaben wirken, als wolle man jemanden anschreien. Viele Ausrufezeichen oder Fragezeichen hintereinander haben den gleichen Effekt. Satzzeichen sind keine Herdentiere. Wenn Sie einer Aussage Nachdruck verleihen wollen, schreiben Sie lieber kursiv. Und wenn Sie einen Wutanfall haben, lassen Sie die Tastatur sowieso besser erst mal in Ruhe.

Verteiler selektieren

Schicken Sie E-Mails nur dann cc an Kollegen, wenn die Informationen wirklich relevant sind. Andernfalls verstopfen Sie deren Postfach, verschwenden deren Zeit.

Funkstille ankündigen

"Es ist absolut legitim, ein paar Stunden lang nicht ans Telefon zu gehen oder Nachrichten zu ignorieren, wenn man fokussiert arbeiten möchte", sagt Abraham Taherivand, Chef von Wikimedia Deutschland, einem Verein mit rund 65.000 Mitgliedern, der unter anderem das Onlinelexikon Wikipedia unterstützt. Taherivand kennt die Spielarten der digitalen Kommunikation und nutzt sie täglich, dennoch nimmt er sich immer wieder Auszeiten. "Das ist nicht unhöflich, sondern sinnvoll", sagt Taherivand. Echte Profis legen die Stunden der Ruhe immer auf die gleiche Tageszeit – dann können sich die Kollegen darauf einstellen.  

Etikette beachten

Manche E-Mails fangen grußlos an und enden mit einem knappen VG, LG oder BG. Solche Nachrichten sind unfreundlich, wenn es sich um eine förmliche Anfrage handelt. Auch einen Erstkontakt sollten Sie immer mit voller Anrede und höflicher Grußformel versehen, im weiteren Verlauf können Sie sich auf den Ton Ihres Gegenübers einstellen. Bei der Wortwahl kommt es auf die Beziehung zueinander an – und auf Fingerspitzengefühl: Dem Vorstandsvorsitzenden schicken Sie lieber keine Mail, die mit "Hi Chef" beginnt.

Messenger dosieren

Slack und Co. laden dazu ein, sich schnell und locker mit den Kollegen auszutauschen. Aber übertreiben Sie es nicht: Letztlich handelt es sich dabei immer noch um Arbeitsmittel und keinen WhatsApp-Ersatz. Gelegentlich ist ein witziger Kommentar in Ordnung – aber wer häufiger abschweift, nervt früher oder später. Genauso wenig sollten Sie Kollegen im persönlichen Chat mit Nachrichten bombardieren.

Emojis nutzen

Die Symbole sind beliebt – und in einer digitalen Nachricht hilfreich. Sie drücken Stimmungslagen treffend aus und schützen vor Missverständnissen. Im Arbeitsalltag sollten Sie Emojis dennoch sparsam einsetzen. Verzichten Sie in einer E-Mail am besten komplett darauf – es sei denn, Sie schreiben einem vertrauten Kollegen. Bei weniger förmlichen Kanälen wie WhatsApp, Chats oder Instant Messengern gehören Emojis dagegen dazu. Aber auch hier gilt: Weniger ist mehr. Und wenn Sie Ihr virtuelles Gegenüber nicht ganz so gut kennen, lassen Sie den Smiley lieber weg.

Laptops zuklappen

In Meetings verschanzen sich viele Teilnehmer hinter ihrem Laptop. Die Mauer aus mobilen PCs stört die Kommunikation jedoch erheblich: Statt sich auf die Präsentation oder den Vortrag zu konzentrieren, starren die Referenten auf ihre Bildschirme. Möchten Sie auf Zuhörer schauen, die sichtbar mit anderen Dingen beschäftigt sind? Eben. Lassen Sie den Laptop zugeklappt – und wenn Sie mitschreiben wollen: Stift und Papier haben sich ebenfalls bewährt.

Tonfall treffen

Wenn Sie neu in einem Team oder Kanal sind, schauen Sie sich erst einmal den bisherigen Gesprächsverlauf an. So bekommen Sie ein Gefühl dafür, wie Ihre Kollegen den Messenger nutzen, in welchem Tonfall und mit welchen Mitteln sie kommunizieren. Bei der einen Gruppe kommt das GIF mit dem tanzenden Michael Jackson vielleicht prima an, in der anderen herrscht danach hingegen digitale, aber nicht weniger peinliche Stille.

Smartphones weglegen

"Bei einer Digitalkonferenz twittern viele Teilnehmer während eines Vortrags, das ist normal. Beim Geschäftsessen ist es dagegen unhöflich, ständig aufs Display zu starren", sagt Wikimedia-Chef Taherivand. Denn wer ständig an seinem Handy herumfummelt, signalisiert Desinteresse. Gewöhnen Sie sich an, Ihr Smartphone in Besprechungen und Meetings in der Tasche zu lassen und den Ton auszustellen. Wenn Sie das Gerät zum Mitschreiben nutzen oder auf einen wichtigen Anruf warten, erklären Sie vor Beginn des Meetings, warum Sie manchmal auf das Smartphone schauen müssen.

Kanal wählen

Konflikte lassen sich selten per E-Mail oder Instant Messenger lösen. Häufig entstehen sie erst durch digitale Missverständnisse. Deshalb gilt sowohl für Führungskräfte als auch für Angestellte: Regt Sie eine Nachricht auf, stoppen Sie die digitale Kommunikation. "Im Konfliktfall ist es immer klüger, den direkten Weg zu wählen: Also persönlich sprechen oder zumindest telefonieren, wenn man an unterschiedlichen Standorten sitzt", sagt Wikimedia- Chef Abraham Taherivand. 

© Handelsblatt GmbH. Alle Rechte vorbehalten. Zum Erwerb weitergehender Rechte wenden Sie sich bitte an nutzungsrechte@vhb.de.

nach oben

Wer weiß, was seine Qualifikationen wert ist, hat beim Gehaltspoker bessere Karten. In unserer großen Gehaltsdatenbank kannst du nachsehen, was andere e-fellows in deiner Position verdienen.

Verwandte Artikel

Hol dir Karriere-Infos,

Jobs und Events

regelmäßig in dein Postfach

Kommentare (0)

Zum Kommentieren bitte einloggen.

Das könnte dich auch interessieren