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So meisterst du Bewerbung und Einstieg

Quelle: freeimages.com, cobrasoft

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Ausnahmslos alle Banken bemühen sich aktiv um den akademischen Nachwuchs. Es wäre aber falsch zu sagen, dass die Banken den Studenten den roten Teppich ausrollen. Dafür müssen die Bewerber zu hart arbeiten, um zum Zuge zu kommen.

Lloyd Blankfein hat sich nicht abwimmeln lassen. Als sich der Boss der weltgrößten Investment-Bank Goldman Sachs zu Beginn der 80er-Jahre bei der Bank bewirbt, weist man ihm zunächst die Tür. Trotz zweier Abschlüsse an der Elite-Uni Harvard kassiert er eine Absage.
 
Blankfein gibt nicht auf; der ehrgeizige Aufsteiger aus einfachen Verhältnissen heuert zunächst bei einem Rohstoffhändler an. Mit Intelligenz, Mutterwitz und Fleiß arbeitet er sich in der Hierarchie nach oben. Als sein Unternehmen einige Jahre später von den piekfeinen Goldmännern übernommen wird, zeigt Blankfein im Handel der Investmentbank, was in ihm steckt. Er beweist Führungstalent und macht auch bei Goldman innerhalb kurzer Zeit eine steile Karriere. Als deren Krönung wird Blankfein 2006 im Alter von 51 Jahren Goldman-Chef.

Mit Durchhaltevermögen nach oben

Das Beispiel zeigt: Wer mit den entsprechenden Talenten gesegnet ist, Durchhaltevermögen besitzt und hart arbeitet, kann sich im Investment Banking – selbst nach zwei Jahren Finanzkrise noch immer die Königsdisziplin des Bankgeschäfts – auch als Seiteneinsteiger bis ganz nach oben durchboxen.
 
Nicht jeder hat ein so robustes Gemüt wie der Goldman-Chef. Hochschulabsolventen, die ihren Einstieg in den Handel, das Geschäft mit Fusionen und Übernahmen oder die Beratung zu Kapitalmarktprodukten und -Finanzierungen weniger nervenaufreibend betreiben möchten, stehen zur Zeit hauptsächlich zwei Wege offen:
 
Die Bewerbung als Young Professional um eine Festanstellung oder ein qualifizierendes Praktikum mit einer Dauer von zehn bis zwölf Wochen während des Studiums. Akademiker, die sich ihrer Sache sicher sind, können getrost den Weg des Direkteinstiegs wählen.

Das wahre Leben im Investment Banking

Für alle anderen – der Erfahrung nach die überwiegende Mehrheit – hat ein Praktikum eine Menge Vorteile: Der Praktikant lernt das "wahre" Leben im Investment Banking kennen. Weit intensiver als Theorie, Jobprofile oder Erfahrungsberichte es ihm vermitteln könnten, gewinnt er Einblick in die tägliche Arbeit. Er erfährt hautnah, was von ihm erwartet wird. Er sitzt mitten im Team, zu dem er auch künftig gehören könnte, und spürt etwas von der Atmosphäre, die im Unternehmen herrscht.
 
Dieses Kennenlernen beruht auf Gegenseitigkeit – auch die Bank zieht ihren Vorteil daraus; schließlich erlebt auch sie den Bewerber aus der Nähe. Für den Einsteiger gibt es keine bessere Gelegenheit, im Berufsalltag zu zeigen, wie er arbeitet, was er kann, und ob er teamfähig ist. Kurz: Ein Praktikum zeigt beiden Parteien, wie gut sie zusammenpassen. Nicht zu vergessen: Praktikanten, die sich bewährt haben, verlassen die Bank häufig mit dem Angebot für eine Vollzeitstelle in der Tasche.

Kontakte knüpfen zum möglichen Arbeitgeber

Praktikum oder Direkteinstieg sind aber meist schon der zweite Schritt. Davor steht der Erstkontakt. Wie kommen Studenten oder Absolventen an die richtigen Informationen über Investment-Banken und wo lassen sich die ersten Bande zum potenziellen Arbeitgeber knüpfen?
 
Wer Wirtschaftswissenschaften studiert, kann sie kaum übersehen: die Aushänge am Schwarzen Brett und Ankündigungen im Uni-Netz für Recruiting-Messen oder Karrieretage.
 
Ausnahmslos alle Banken bemühen sich aktiv um den akademischen Nachwuchs. Die Banken wissen, dass sie im Wettbewerb um die Gunst der besten Studenten nicht mehr automatisch die vorderen Plätze belegen. Je nachdem, ob sie sich an Praktikanten oder Festeinsteiger wenden, unterscheiden sich die Veranstaltungen in Tiefe und Breite der Informationen. Auch die Termine sind unterschiedlich gelegt, denn die Institute suchen vor allem in den Monaten September bis November Festeinsteiger für das darauffolgende Jahr. Dagegen können Praktikanten heutzutage oft während des ganzen Geschäftsjahres einsteigen.

Schnuppertage und -praktika

Für ihre Nachwuchssuche mischen sich die Personaler und Young Professionals der Banken unter die Studenten; Vorträge und Workshops in den Hörsälen und Seminarräumen deutscher Unis sind heute Standard. Viele Unternehmen öffnen aber auch ihre Domizile und Bürotürme und laden die Nachwuchskräfte zu Schnuppertagen oder -praktika. Es wäre aber falsch zu sagen, dass die Banken den Studenten den roten Teppich ausrollen.
 
Dafür müssen die Bewerber zu hart arbeiten, um zum Zuge zu kommen. Die Banken bauen jedoch Brücken, die den Übergang vom Studium in die Berufswelt und die Entscheidung für das jeweilige Institut erleichtern.
 
Ein wichtiger Brückenpfeiler ist die Website: Informationen über die Geschichte, die Unternehmensphilosophie, wichtige Geschäfte sowie Nachrichten der jüngsten Zeit über die aktuelle Geschäftstätigkeit des Hauses sind Usus.

Detaillierte Infos verpflichten auch

Kaum ein Informationswunsch wird von detaillierten Karriereseiten offen gelassen: Einstiegswege, Beispiellebensläufe, Bildschirmmasken für die Online-Bewerbung, Daten und Fakten zur Personalentwicklung bis hin zu Kontakten zum Alumni-Netzwerk. Wichtig: Die detaillierten Informationen sind für den Bewerber auch eine Verpflichtung. Wer zur Kontaktaufnahme erscheint und die Website (genauer: das Unternehmen) nicht kennt, steht mit seiner Bewerbung von Anfang an auf verlorenem Posten.

Richtig bewerben für das Investment Banking

Bewirb dich über das Internet – die Unternehmen erwarten heute in der Regel Online-Bewerbungen über eine spezielle Eingabemaske. Das liegt schlicht an der enormen Zahl von Bewerbungen, die auf die Personalabteilungen niederprasseln.

10.000 Bewerbungen aus aller Welt auf 100 freie Stellen im Laufe eines Jahres sind für eine Investmentbank keine Ausnahme, und schon regionale Niederlassungen erhalten oft bis zu zehn Praktikumsanfragen pro Woche! Kern der Bewerbung ist der Lebenslauf. Im Anschreiben sollte der Bewerber Auskunft geben, warum er sich gerade bei dieser Bank für ein Praktikum oder eine Festanstellung interessiert. Zeugnisse und Empfehlungsschreiben runden die Bewerbung ab.
 
Die weltweit aktiven Banken haben häufig regionale Niederlassungen, die mit erheblichen Kompetenzen ausgestattet sind. Der Bewerbungsprozess für Praktika in diesen Niederlassungen ist oft direkter und flexibler – einige nehmen auch noch ganz normale E-Mail-Bewerbungen entgegen.

Vorstellungsgespräch und Assessment-Center

Sind Lebenslauf, Anschreiben und Zeugnisse gut, lädt die Bank den Bewerber zum Vorstellungsgespräch. Bereits bei diesem ersten persönlichen Kennenlernen trifft der Bewerber auf Interviewer, die aus den operativen Abteilungen der Bank kommen. Seine Wirkung auf diese Mitarbeiter, seine schlüssigen Antworten auf deren Fragen sind die eine, ein Mathematiktest häufig die andere Seite des Vorstellungsgesprächs. Wer sich um eine Position bei einer Bank bewirbt, sollte bei der Prozentrechnung oder bei Ableitungen nicht ins Schleudern geraten.

Am Ende steht das Assessment-Center

Bei einem Vorstellungsgespräch muss es nicht bleiben; stimmt der erste Eindruck, können weitere persönliche Vorstellungsrunden, Tests mit Fallbeispielen oder ähnliches folgen. In einer Schlussrunde treffen dann typischerweise mehrere Kandidaten am gleichen Tag auf Führungskräfte des Hauses. Häufig steht am Ende noch ein Assessment-Center (AC): Das Unternehmen testet damit technische und soziale Fähigkeiten seiner Bewerber, entweder einzeln oder in Gruppenübungen.
 
Fallstudien und Team-Übungen sollen zeigen, wie die künftigen Mitarbeiter an Probleme herangehen und ob sie sich in einer Arbeitsgruppe gut zurechtfinden. Auch auf Assessment-Center kann man sich vorbereiten, Literatur dazu gibt es gleich regalweise. Idealerweise hat man solche Übungen aber bereits in der Universität hinter sich gebracht und ist einfach nicht der Typ rücksichtsloser Egomane, der für den beruflichen Erfolg über Leichen geht.
 
Bewerber um Praktika und Festanstellungen sehen sich letztlich mit den gleichen Auswahlverfahren konfrontiert. Wer eine feste Stelle möchte, wird in der Regel aber deutlich mehr Interviews und Bewerbungsrunden überstehen müssen; er sollte mehr Vorkenntnisse haben und wird kniffligere Aufgaben zu lösen bekommen.

Was haben die Erfolgreichen, das andere nicht haben?

Jedes Bewerbungsverfahren ist anders, aber keines ist völlig anders. Je nach Bank mag die Gewichtung der Kriterien variieren, die eine erfolgreiche Bewerbung ausmachen. Letztlich werden aber alle auf jene Eigenschaften achten, die im Folgenden kurz zusammengefasst werden:

Quelle: e-fellows.net

Bewerbungsgespräche bedeuten Stress. Nervosität ist keine Schande, wenn man sich um seinen Traumjob bemüht. Sie führt aber mitunter dazu, dass der Bewerber im entscheidenden Moment nicht alles zeigen kann, was in ihm steckt. Er ist schlicht blockiert. Deshalb gilt: Gute Vorbereitung ist die Mutter des Bewerbungserfolgs. Damit alle Zylinder gut geschmiert laufen, wenn es ins Rennen geht, kann man sich anhand der folgenden Liste systematisch vorbereiten. Sie enthält die Themen, die üblicherweise im Vorstellungsgespräch auf den Tisch kommen.

Checkliste für die Bewerbung im Investment Banking

  • Kenne deinen CV! "Bitte führen Sie mich kurz durch Ihren Lebenslauf" ist vermutlich der häufigste Einstiegssatz im Interview. Das gibt dem Kandidaten die Chance, mit seinen Stationen, Erfolgen und seiner Motivation zu punkten – vorausgesetzt, die relevanten Informationen werden knapp und exakt präsentiert.
  • Kenne dich selbst! Der Bewerber sollte sich selbst, seine Stärken und Schwächen gut kennen, um dem Gegenüber zu vermitteln, dass er seine Eignung für den Job richtig einschätzen kann. Nicht vergessen: "Warum wollen Sie gerade bei uns arbeiten?" oder "Was begeistert Sie am Banking?" sind Fragen, auf die der Kandidat auf jeden Fall eine überzeugende Antwort haben muss. Das gilt übrigens nicht nur für das Bewerbungsgespräch, sondern für seine Berufswahl ganz allgemein!
  • Kenne deinen potenziellen Arbeitgeber! Kaum zu glauben: Immer wieder erscheinen Bewerber, die bei elementaren Fragen zur Bankenindustrie, zum Unternehmen und seinen Geschäften passen müssen. Wem das passiert, der ist raus. Anders gewendet: Pflicht sind das Studium der Website, des Geschäftsberichts oder anderer Unternehmensliteratur sowie die Recherche nach aktuellen Bankthemen in den Medien. Das Internet macht es leicht, solche Informationen zu beschaffen – das wissen auch die Personalverantwortlichen und sie setzen voraus, dass der Bewerber sie recherchiert hat. Wer durch Gespräche mit Bekannten, ehemaligen Praktikanten oder Angestellten herausfinden kann, worauf eine Bank besonders stolz ist, sammelt damit zusätzliche Punkte.
  • Habe dein Fachwissen parat! Jeder Bewerber sollte mit der grundlegenden Buchhaltungsmaterie und mit Themen der Finanzwirtschaft vertraut sein. Dies gilt besonders für Bereiche, die er als Schwerpunkte seines Interesses reklamiert, wie Börsengänge, Derivate, M&A.
  • Übe Brainteaser: Sie sind eine beliebte Methode, um Logik und strukturiertes Vorgehen zu testen. Das kann der Bewerber trainieren. Auch hierzu gibt es Massen an Literatur und zahlreiche Online-Hilfen, aber auch der Freundes- und Bekanntenkreis kann hier aushelfen.
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