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Bewerben in den Benelux-Ländern (Quelle: fotolia, Autor: photolars)

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Deutschlands westliche Nachbarstaaten sind nicht groß - haben aber in Sachen Sprachvielfalt einiges zu bieten. Zwar kommst du mit Englisch in Belgien, Luxemburg und den Niederlanden im Alltag ganz gut zurecht - für eine Karriere dort solltest du dennoch einen Sprachkurs besucht haben.

Belgien | Niederlande | Luxemburg

  Bewerben in Belgien

Belgien ist ein mehrsprachiges Land: Die beiden Amtssprachen sind Französisch und Niederländisch, im östlichen Teil Belgiens aber auch Deutsch. Daher sollte die Bewerbung in der jeweils gängigen Sprache verfasst werden. Bei internationalen Stellen kannst du dich auch auf Englisch bewerben. Generell wird in Belgien von allen Bewerbern erwartet, dass sie mehrsprachig sind.

Berufserfahrung erwünscht

Neben Sprachkenntnissen gehört Praxiserfahrung zu den wichtigsten Anforderungen in Belgien. Sie zählt meist mehr als akademische Grade. Du solltest sie deshalb schon im Anschreiben als Qualifikationsmerkmal nennen. Im Süden Belgiens (Wallonische Region) wird häufig noch ein handgeschriebenes Anschreiben erwartet. Ein Pluspunkt ist Briefpapier mit deinem persönlichen Briefkopf. Im Anschreiben nennst deine Gründe, warum du dich auf die beschriebene Stelle in der gewählten Region bewirbst. Persönliche Bezüge zur Region werden in Belgien positiv bewertet.

Der Lebenslauf

Zweiter Bestandteil der Bewerbung ist ein chronologischer Lebenslauf, der maximal zwei Seiten umfasst. Da die Berufserfahrung eines der wichtigsten Einstellungskriterien ist, empfiehlt es sich, im tabellarischen Lebenslauf alle relevanten Praktika und beruflichen Tätigkeiten detailliert darzustellen. Deckblätter oder Arbeitsproben gehören nicht in belgische Bewerbungsunterlagen, jedoch schätzen belgische Personaler ausführliche Angaben zur Person. Auch auf deine persönlichen Interessen, Hobbys und außerberuflichen Aktivitäten wird besonderes Augenmerk gelegt. Ein Bewerbungsfoto sendest du mit, wenn es in der Beschreibung verlangt wird. Zeugniskopien musst du in der Regel erst zum Vorstellungsgespräch mitnehmen. Meistens gibt es in Belgien drei Interviewrunden, bevor ein neuer Mitarbeiter feststeht.

  Bewerben in den Niederlanden

Eine wichtige Voraussetzung für eine erfolgreiche Bewerbung ist, dass du Niederländisch sprichst oder zumindest die Bereitschaft mitbringst, es schnell zu lernen: Umfassende Sprachkenntnisse in Niederländisch werden allgemein als selbstverständlich angesehen. Englische Bewerbungen werden aber – außer bei kleineren Firmen – immer akzeptiert. Gern gesehen sind Bewerbungen per E-Mail. Das Anschreiben ist dabei der Inhalt der E-Mail und dein Lebenslauf der Anhang.

Initiative zeigen

Initiativbewerbungen sind in den Niederlanden üblicher als in Deutschland. Möchtest du auf diese Art eine Stelle finden, solltest in einem kurzen Telefonat abklären, ob das Unternehmen überhaupt Interesse hat. Falls ja, kannst du mit der Ausgestaltung deiner Bewerbung beginnen. Am Telefon sprichst du Englisch, wenn du kein Niederländisch beherrscht. Frage auch nach, ob du als ausländischer Bewerber bestimmte Nachweise mitsenden sollst.

Bewerbungsprozess

Im niederländischen Bewerbungsverfahren gibt es häufig Assessment-Center und höchstens zwei persönliche Gespräche. Oftmals werden englische Bewerbungen und Vorstellungsgespräche akzeptiert, wenn sie vorab abgesprochen werden. Die Personaler legen hohen Wert auf Teamfähigkeit, Persönlichkeit und Berufserfahrung, daher dauern Bewerbungsgespräche in den Niederlanden meist länger als in Deutschland. Auf Fragen zu Hobbys, Interessen oder Lebenssituation solltest du stets gefasst sein. Anders als in Deutschland werden diese Fragen als Interesse des Arbeitgebers an deiner Person gewertet. Wundere dich nicht, wenn man dich im Vorstellungsgespräch mit "Du" und deinem Vornamen anspricht: Flache Hierarchien sind in den Niederlanden die Regel.

Anschreiben und Lebenslauf

Niederländische Unternehmen bevorzugen kurze Anschreiben, aus denen der Grund für die Bewerbung und deine Qualifikation klar hervorgehen. Der Lebenslauf sollte chronologisch aufgebaut und maschinengeschrieben sein. Er enthält wichtige Daten und Fakten zu Ausbildung und der bisherigen beruflichen Entwicklung. In letzter Zeit setzen sich ausformulierte Zusammenfassungen an Stelle des traditionellen Lebenslaufs immer mehr durch. Die Form ist dabei relativ frei. Es kommt vor allem auf die Erfahrung des Bewerbers und weniger auf eine akkurate Auflistung von Daten an. Referenzen sind in den Niederlanden gern gesehen. Angaben zur Religionszugehörigkeit werden in den Niederlanden nicht gemacht, ebenso wenig liegt ein Foto der Bewerbung bei. Auch Zeugniskopien und andere Nachweise bringst du erst zum Vorstellungsgespräch mit. Sportliches oder kulturelles Engagement solltest du in der Bewerbung erwähnen. Pluspunkte bringen alle Angaben, die dein Interesse an den Niederlanden oder einen persönlichen Bezug zum Land belegen.

  Bewerben in Luxemburg

Das kleine Großherzogtum hat es in sich. Es ist ein Anziehungspunkt für Arbeitnehmer aus ganz Europa. Mit seinen mehr als 200 Banken hat sich Luxemburg zu einem der führenden Finanzzentren Europas entwickelt. Ehe man sich versieht, kann es also passieren, dass man sich plötzlich für ein Praktikum oder gar eine Stelle in Luxemburg bewerben muss.

Ein kleines Babylon

In dem kleinen Land werden gleich drei Sprachen gesprochen. Deutsche Sprachkenntnisse alleine reichen meist nicht aus. Da die Verwaltungssprache Französisch ist, wird von Bewerbern in der Regel erwartet, dass sie Französisch sprechen. Bei Berufen, in denen man mit Einheimischen und Kunden vor Ort zu tun hat, wird bisweilen auch noch die einheimische Umgangssprache Letzeburgisch verlangt. Die Arbeitssprache großer und internationaler Unternehmen ist oft Englisch.

Anschreiben und Lebenslauf

Für die Jobsuche in Luxemburg benötigst du ein Anschreiben und einen Lebenslauf. Diese entsprechen den deutschen Gepflogenheiten. Zu viel Prahlerei wird wie in den meisten Bewerbungsprozessen als negativ angesehen. Auch in Luxemburg wird auf Praxiserfahrung Wert gelegt. In den Lebenslauf gehören außerdem ein Foto sowie die Noten oder Ergebnisse der Ausbildungsstationen. Luxemburgische Personaler achten auf außerberufliche Aktivitäten und soziales oder persönliches Engagement.

Formalitäten

Einen allgemeingültigen Bewerbungsstil gibt es nicht. Oft spielt die Herkunft des Unternehmens eine Rolle. Am sichersten ist, sich einfach immer in der Sprache der Stellenanzeige zu bewerben. Bei Initiativbewerbungen empfiehlt es sich, den französischen Bewerbungsstil zu verwenden, also nur ein Anschreiben mit Lebenslauf ohne Zeugniskopien, dafür aber mit Foto. Die Angabe von Referenzen ist möglich. Bei Absagen werden die Unterlagen meist ohne Rückmeldung entsorgt.

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