Partner von:

Wie viel Praktikum braucht ein Student?

Die Lage auf dem Arbeitsmarkt ist schlecht, gerade für Berufseinsteiger. Dennoch hat die momentane Situation einen Vorteil: Unternehmen besetzen viele Stellen mit Praktikanten. Dadurch wird die Arbeit getan, ohne dass eine langzeitige Verpflichtung entsteht. Die Unternehmen sind dennoch nicht die alleinigen Nutznießer. Auch Studenten profitieren von der momentanen Lage. Denn sie finden leichter ein Praktikum und die Palette der Angebote ist größer geworden.
 

Deine Vorteile
 Ein Praktikum bietet dir vielfältige Vorteile. In erster Linie kannst du mit seiner Hilfe dein theoretisches Uni-Wissen mit der beruflichen Praxis verbinden. Durch die gewonnenen Einblicke in den Berufsalltag eröffnen sich möglicherweise neue berufliche Perspektiven. Während du eine bestimmte Unternehmenskultur kennen lernst, knüpfst du außerdem erste berufliche Kontakte.

Aus Sicht der Unternehmen
 
 Sowohl Unternehmen als auch Praktikanten profitieren von der Zusammenarbeit, sagt Nebahat Güler aus der Abteilung Human Resources National/Recruitment von Deloitte & Touche. Der Praktikant habe den Vorteil, den Arbeitsalltag zu erleben und praxisbezogenes Wissen zu erwerben. Gleichzeitig unterstütze er das Unternehmen, da er durch seine Tätigkeit zur Lösung der anstehenden Aufgaben beitrage und so das jeweilige Team entlaste. "Unternehmen lernen durch Praktika potenzielle Mitarbeiter kennen, die frischen Wind ins Unternehmen bringen", sagt Andrea Kürsten aus dem Personalmarketing der Bosch Rexroth AG. Der Informationsfluss laufe aber nicht nur in eine Richtung. Das Unternehmen gewinne durch Praktikanten einen Überblick über die aktuelle Forschung an den Universitäten und der Student lerne den Berufsalltag kennen.
 Doch wie viele und welche Praktika sind sinnvoll? Und wie sieht eine gelungene Praktikumsbiographie aus?

 
Nicht mehr als fünf!
 
 Die Anzahl der Praktika hängt von dir ab. Wenn du weißt, wo du hin möchtest, reichen zwei Praktika. Wenn du schon über Kontakte verfügst, reichen auch zwei. Ohne konkrete Vorstellungen und ohne Vitamin B, können drei bis vier Praktika notwendig sein. Auch spielt dein Studienfach eine wichtige Rolle. Wie praktisch ist dein Studium ausgelegt? Insgesamt solltest du nicht mehr als fünf unterschiedliche Praktika durchlaufen. Denn das könnte dir beim Jobeinstieg als Ziellosigkeit ausgelegt werden. Außerdem zeigt es, dass du dich nicht an ein Unternehmen binden möchtest. Besser ist es, deine Diplomarbeit bei einem ehemaligen Praktikumsgeber zu schreiben oder dort weiterhin als Werkstudent zu arbeiten.

 

 
Nicht zu kurz
 
 Die Länge ist wichtig. Das Praktikum sollte mindestens sechs bis acht Wochen lang sein. Darunter lernst du zu wenig. Du wirst mindestens einen Monat brauchen, bis du dich einigermaßen eingearbeitet hast. Erst danach beginnt die Zeit des "richtigen" Arbeitens. So stellt sich also die Frage: Soll ich ein Semester länger studieren, um Zeit für ein ausgedehntes Praktikum zu haben? Diese Frage kannst letztlich nur du selbst beantworten. Allgemein gilt jedoch: Wenn du schnell studiert und vorher noch keinen Einblick in den Berufsalltag bekommen hast, ist es sinnvoll, ein längeres Praktikum zu machen. Solltest du allerdings schon mehrere kleinere Praktika gemacht und dadurch eine sehr gute Vorstellung über deine berufliche Zukunft haben, lohnt sich ein längerer Ausflug in die Berufswelt nicht mehr. Studiere lieber schnell fertig und stecke Energie in deinen Berufseinstieg!

 

 
Thematische Ausrichtung
 
 Sollten Praktika thematisch eher in eine Richtung gehen oder lieber breit gefächert sein? Personalverantwortliche sind sich in dieser Frage nicht einig. Nebahat Güler von Deloitte & Touche sagt, dass man Praktika thematisch lieber breit streuen solle. Denn so könne der Student noch während seines Studiums in unterschiedliche Branchen hineinschnuppern, um dann eine fundierte Entscheidung über seinen beruflichen Werdegang zu treffen. Dabei sei es wichtig, diesen Schritt in der Bewerbung für eine feste Arbeitsstelle zu begründen. Falls der Bewerber das nicht täte, könne der Eindruck entstehen, er sei bei der Praktikumsauswahl wahllos. Dabei solle er sich, laut Güler, nicht zu sehr von den Wünschen der Unternehmen leiten lassen. Nutze die Zeit während deines Studiums, um dir über deine berufliche Zukunft klar zu werden, rät Güler. Denn hast du nach dem Studium erst einmal den falschen Weg eingeschlagen, wird es sehr schwer, ihn ohne Schwierigkeiten wieder zu ändern.
 Andrea Kürsten von Bosch Rexroth sieht das etwas anders. "Am Anfang des Studiums kann es durchaus sinnvoll sein, Praktika in verschiedenen Fachbereichen zu absolvieren. Gegen Ende sollte aber ein roter Faden erkennbar sein, um eine gewisse fachliche Tiefe zu erreichen."
 Die Entscheidung liegt letztlich bei dir. Auf jeden Fall solltest du am Ende deines Studiums eine möglichst klare Vorstellung haben, wo du hin willst. Versuche das durch Praktika herauszufinden!

 

 
Unternehmensgröße
 
 Das Spektrum der Unternehmensgrößen ist vielfältig: von der Mitarbeit in mittelständischen Firmen, bei internationalen Organisationen bis zu Familienbetrieben oder Großunternehmen ist alles vertreten. Welche Größe für dich die beste ist, kannst du bei einem Praktikum herausfinden.

Früh beginnen!
 Bevor du dich in die Planungsphase eines Praktikums begibst, solltest du noch einige Dinge beachten. Es ist ratsam, so früh wie möglich mit Praktika zu beginnen. Dann kannst du deine Erfahrungen gleich im Studium anwenden. Allerdings ist es in Studienfächern wie BWL oder Ingenieurwissenschaften schwer, ohne Vordiplom ein Praktikum zu finden. Anders bei den Geisteswissenschaftlern. Studenten dieser Fachrichtung haben auch ohne Grundstudiumsabschluss gute Chancen auf ein Praktikum, beispielsweise im Journalismus. Allgemein gilt: ohne Praktika wirst du es schwer haben, einen Einstieg in die Arbeitswelt zu finden.

nach oben

Hol dir Karriere-Infos,

Jobs und Events

regelmäßig in dein Postfach

Kommentare (0)

Zum Kommentieren bitte einloggen.