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Hallo, ich bin auch noch da!

PreMaster Programm Bosch Mentor (Autor: Robert Kneschke, Quelle: Fotolia.com)

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Ob beim Meeting oder Mittagessen, ob der Chef im Büro nebenan oder in einer anderen Zeitzone arbeitet: So machen Sie im Job auf Ihre Stärken aufmerksam.

Im Meeting

"Es ist ganz wichtig, sich zu Wort zu melden. Man muss nicht immer zu allen Themen seinen Senf dazugeben, aber pro Meeting sollten Sie schon ein paar qualitative Beiträge leisten, um vor dem Chef sichtbar zu werden", sagt Management-Coach und Autorin Petra Wüst. Leider können die wenigsten Menschen ihren Redeanteil gut einschätzen. Während zurückhaltende Menschen oft davon ausgehen, dass ihre Beiträge nerven und sich deshalb zurückhalten, werden sie von anderen Meeting-Teilnehmern als still empfunden. Umgekehrt haben mitteilungsbedürftige Menschen selten das Gefühl, dass sie zu viel reden. Deshalb rät Expertin Wüst nach einem Meeting zu Feedback eines wohlgesonnen Kollegen. Oder gleich den Chef zu fragen. "Zum einen erfahren Sie so, welche Erwartungen er an Sie hat. Zum anderen zeigen Sie, dass Ihnen etwas an der Meinung Ihres Chefs oder Ihrer Chefin liegt".  

Beim Mittagessen

"Bereiten Sie sich auf jeden Fall auf das Essen mit Ihrem Chef vor", sagt Expertin Wüst. "Fragen Sie vorher die Kollegen, was der Chef gerne in seiner Freizeit unternimmt".

Selbst ansprechen sollten gerade Berufseinsteiger private Themen nicht - gerade bei Berufseinsteigern, die ihren Chef noch nicht so gut kennen, empfiehlt es sich, anfangs nur Berufliches anzusprechen. "Vermeiden Sie aber allzu ernste Themen wie Gehalt oder Beförderung", sagt Wüst. "Das Mittagessen ist immer noch zur Entspannung da." Spricht der Chef selbst über seine Familie, können Sie ruhig darauf einsteigen. Für eine gute, vertrauensvolle Zusammenarbeit ist es wichtig, auch mal über Privates zu plaudern.  

"Nutzen Sie die Gelegenheit aber auch, um dezent Werbung für sich zu machen. Erwähnen Sie, dass Sie sich in ihrer Freizeit sozial engagieren oder eine Fußballmannschaft trainieren", sagt Coach Wüst. "Und stellen Sie Fragen - es kommt immer gut an, wenn man nicht nur senden, sondern auch empfangen kann."

Bei der Präsentation

Die erste und wichtigste Regel lautet: immer machen. "Jedes Mal, wenn einem die Chance geboten wird, etwas vor dem Chef vorzustellen: zugreifen", sagt Karriere-Expertin Petra Wüst. Das sei der beste Weg, um auf sich aufmerksam zu machen. Wichtig ist die richtige Vorbereitung auf die Präsentation. "Sprechen Sie möglichst frei und verwenden Sie Beispiele", sagt Wüst.  

Arbeiten im gleichen Büro

"Ein freundliches Hallo am Morgen und sich abends kurz verabschieden ist die Basis", sagt  Petra Wüst. Vorausgesetzt die räumliche Situation lässt es zu. Sitzt der Chef fünf Stockwerke weiter oben, ist das schwieriger. Trotzdem rät die Expertin, es zumindest in den ersten Tagen im neuen Job auch dann zu tun. "Nehmen Sie jede Gelegenheit wahr, mehr Menschen aus dem Unternehmen kennenzulernen", sagt Wüst. Das heißt: Für Einsteiger gilt  Anwesenheitspflicht - ob bei Weihnachtsfeiern, Tagungen oder dem Feierabend-Umtrunk. "Versuchen Sie pro Event mit einem oder zwei Kollegen oder Vorgesetzten zu sprechen, mit denen Sie sonst nicht so viel Kontakt haben", rät die Expertin. Und: "Sprechen Sie immer laut und deutlich - Sichtbarkeit hat auch mit Hörbarkeit zu tun."  

Tipps für Schüchterne

"Arbeiten Sie in kleinen Schritten", sagt Petra Wüst. "Nehmen Sie sich für das nächste Meeting nur eine Wortmeldung vor." Das Gleiche gilt bei Firmentagungen oder Festen. Anfangs reicht es aus, wenn der Berufseinsteiger mit einem bislang fremden Kollegen spricht. "Schauen Sie sich vorher um: Wer ist auch alleine da? Diese Person wird froh sein, wenn Sie einen Schritt auf sie zugehen", sagt Wüst. Aber auch im beruflichen Alltag gibt es viele Chancen auf Sichtbarkeit: "Wenn Ihr Chef Sie fragt, wie es Ihnen geht, antworten Sie nicht einfach mit "ganz gut" - verbinden Sie die Antwort mit etwas Beruflichem." Etwa ein Hinweis auf ein spannendes Projekt oder eine Tagung, auf die man sich freut.

Und egal, was Sie sagen - achten Sie auf die Sprache. Gerade Frauen neigen häufig dazu, sich kleinzumachen. Vermeiden Sie Formulierungen wie: "Ich habe doch nur meinen Job gemacht" oder "Das ist doch selbstverständlich."  

Arbeiten in virtuellen Teams

Generell gilt: Je unmittelbarer die Kommunikation ist, desto besser. Das heißt: Ein Telefonat ist besser als eine E-Mail, ein Videotelefonat ist besser als ein Telefonat - und nichts geht über das persönliche Gespräch. "Natürlich reicht manchmal auch eine E-Mail an den Chef - etwa, wenn es sich nur um die Vermittlung einer Information handelt", sagt Wüst. Ist allerdings von vorneherein klar, dass es einen Dialog geben wird, rät die Expertin, lieber direkt zum Hörer zu greifen. "Überlegen Sie sich außerdem genau, was für Ihren Chef, aber auch für die Kollegen interessant sein könnte. Wenn Ihnen passende Artikel oder Statistiken begegnen - schicken Sie die Infos immer an sie weiter". Diese kleinen Gesten signalisieren Interesse und erleichtern das Arbeiten im virtuellen Team. Nehmen Sie zusätzlich alle Chancen wahr, den Chef und die anderen Kollegen auch im echten Leben zu treffen, etwa auf Tagungen oder Konferenzen.

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