LL.M. am Trinity College Dublin

Erfahrungsbericht von Sonja Heppner; Ph.D. Candidate, School of Law, Trinity College Dublin


Das Trinity College Dublin: More Than Just a University

Das Trinity College Dublin gehört zu meinem Leben in Dublin wie die Butter auf das Butterbrot. Ich habe es so sehr ins Herz geschlossen und fühle mich auf dem malerischen Campus aus dem Jahr 1592 so heimisch, dass ich gar nicht anders als überschwänglich berichten kann. Dabei ist meine Begeisterung nicht vorübergehend. Ich habe das TrinityCollege Dublin erstmals als Erasmus-Studentin kennengelernt, bin für den LL.M. zurückgekommen und letztendlich für den Ph.D. geblieben. Was mich besonders begeistert, ist die Herzenswärme der Mitarbeiter – ob Professoren oder Bibliotheksangestellte – und die Atmosphäre der Kollegialität auf dem Campus. Studenten und Professoren forschen hier gemeinsam, wandern gemeinsam und machen sich alljährlich im Law School Cabaret übereinander lustig. Es ist wirklich wunderbar am Trinity College Dublin, und ich bin glücklich, ein Teil dieser Welt zu sein.

Student Societies und Clubs

Studentisches Engagement ist nicht nur gerne gesehen am Trinity College Dublin, sondern integraler Bestandteil der Ausbildung. Das College preist sich ganz zu Recht dafür, studentisches Engagement tatkräftig zu unterstützen – sowohl ideell als auch finanziell. Resultat dieser großzügigen Einstellung ist, dass knapp 200 verschiedene Student Societies und Clubs auf dem Campus aktiv sind. Das Angebot an Veranstaltungen ist dementsprechend vielfältig. Personen des öffentlichen Lebens stehen Studenten des Trinity College regelmäßig Rede und Antwort, darunter vor Kurzem auch Angela Merkel. Jura-Studenten zieht es gerne zur LawSoc, zur Trinity College Law Review und zum Free Legal Advice Centre (FLAC). Wer schon immer einmal einen Film drehen, an archäologischen Ausgrabungen teilnehmen oder ein Pferderennen besuchen wollte, der kann das alles und noch viel mehr während des LL.M. am Trinity College Dublin verwirklichen. Einen ersten Überlick über die Societies und Clubs liefern www.trinitysocieties.ie und www.ducac.tcdlife.ie/clubs/. Das Sportangebot umfasst unter anderem Cricket, Croquet, Hurling, Hockey, Football, Gaelic Football, Klettern, Segeln, Surfen, Windsurfen und Rudern.

Bewerbung und Wohnungssuche Bewerbungsschluss für den LL.M. ist regelmäßig der 30. Juni für die Immatrikulation im September desselben Jahres. Ich hatte mich im Frühjahr für die Aufnahme des Studiums im Herbst beworben und auch sofort eine Zusage erhalten. Je früher man sich bewirbt, desto besser. Mit der Zusage beginnen die weiteren Vorbereitungen. Wer das besondereFlair der altehrwürdigen Universität Tag und Nacht genießen möchte, bewirbt sich am besten sofort nach Eingang der Zusage für den LL.M. für eines der begehrten Zimmer auf dem Campus (www.tcd.ie/accommodation). Wer seine Chancen auf ein Zimmer erhöhen möchte, bewirbt sich als Team für eine Wohnung auf dem Campus. Die meisten Wohnungen auf dem Campus sind als Wohngemeinschaften konzipiert. Die Bewerbung als Team erspart den Verantwortlichen die Zuteilung sich fremder Personen. Wer kein Glück mit einem Zimmer auf dem Campus hat oder sich lieber privat einmieten möchte, sollte sich mit www.daft.ie vertraut machen, dem irischen Pendant zu www.wg-gesucht.de. Die Suche nach einer geeigneten Unterkunft kann gar nicht früh genug beginnen. Wer erst im Septembermit der Suche beginnt, wird es deutlich schwerer haben als jemand, der sich schon Anfang August umsieht. Im September kehren alle Studenten aus den Sommerferien nach Dublin zurück. Der Wohnungsmarkt ist in dieser Zeit hart umkämpft. Wer kann, kommt dem Ansturm zuvor.


Studiengebühren und Lebenshaltungskosten

Die Höhe der Studiengebühren für den LL.M. beträgt gut 9.000 Euro. Das schließt die Gebühren für das ausgezeichnete Sportzentrum der Universität mit ein. Die Law School bietet alljährlich ein einziges Stipendium in Höhe von 8.600 Euro an. Wer während des LL.M. im Stadtzentrum leben möchte, muss mit Mietkosten von 600 Euro im Monat für ein kleines WG-Zimmer rechnen, spart dafür die Ausgaben für öffentliche Verkehrsmittel. Ich selbst wohnte immer und wohne auch immer noch in Dublin 2 – mitten im Stadtzentrum, in demselben Stadtviertel, in dem auch das Trinity College Dublin liegt. Hier ist alles in fußläufiger Entfernung vorhanden: Theater, Kinos, Pubs, Restaurants, Cafés, Eisdielen, Supermärkte, Geschäfte, Boutiquen, Parks und was das Herz sonst noch begehrt.Eine Unterkunft auf dem Campus schlägt im Schnitt ebenfalls mit 600 Euro im Monat zu Buche. Wem es nichts ausmacht, abseits vom Trubel der Stadt zu wohnen und längere Strecken mit Rad, Bus oder Straßenbahn zurückzulegen, findet zum Beispiel in Islandbridge großzügiger geschnittene Wohnungen als im Stadtzentrum, die je nach Ausstattung allerdings auch teurer sein können.

Die gute Nachricht ist, dass Studenten in Dublin in den Genuss von allerlei Vergünstigungen kommen. Das gilt nicht nur für den Studentenrabatt an der Kinokasse oder im Theater, sondern zum Beispiel auch für Friseure und Bekleidungsgeschäfte. Wer zahlreichen Student Societies und Clubs in der Freshers’ Week beitritt, was ich ausdrücklich empfehle, erhält zusätzliche Rabatte. Mitglieder der Historical Society (The Hist), dem ältesten Debattier-Club der Welt, erhalten die Jahresmitgliedschaft im Irish Film Institute zum Beispiel für 10 statt 15 Euro oder montags zwei Kinokarten zum Preis von einer. Mitglieder der Chinese Society erhalten zehn Prozent Rabatt im Asia Market in der Drury Street und so weiter. Die Liste der angebotenen Rabatte ist endlos. Die Schwierigkeit besteht nur darin, den Überblick zu behalten


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