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Goldman Sachs – die größte Technologie-Transaktion der Geschichte

Nach Stanford ging es zu Goldman Sachs. Warum? Seit der Finanzkrise genießt das Investment Banking ja nicht den besten Ruf.

Ich hatte vor Stanford mit Finance nicht viel am Hut. Im MBA aber war ich immer noch auf meinem "Kompensations-Trip" für die vergleichsweise spät anvisierten Top-Karrierestationen – für meine Praktika wollte ich deshalb ganz klassisch Goldman Sachs und McKinsey in den Lebenslauf bekommen.

McKinsey hat mir großen Spaß gemacht, aber die Arbeit war zu nah an dem, was ich schon in meinen Jahren bei IBM gemacht hatte. Ich wollte bei meinem künftigen Arbeitgeber noch mehr lernen.

Das Praktikum bei Goldman Sachs war ohne Finance-Hintergrund zwar eine Herausforderung, aber es hat mich trotzdem begeistert! Heute arbeite ich mit so vielen Top-Unternehmen und ihren CEOs – inklusive Elon Musk – und CFOs an deren persönlichen Top-Themen wie Firmenzusammenschlüssen, Börsengängen und an einer großen Bandbreite von anderen strategischen und finanziellen Themen – in welchem Job hat man das denn sonst?  Natürlich macht auch nicht immer alles Spaß. Aber an fast allen Tagen macht es eine Menge Spaß. Man kann die Zukunft gestalten, man macht etwas Relevantes. Und ab und zu landen meine Projekte tatsächlich auf der Titelseite des Wall Street Journals.

Du hast auch die größte Technologietransaktion der Geschichte für Dell mitbetreut. Es ging um 67 Milliarden Dollar bei der Übernahme von EMC.

Die Dell-Transaktion war das bislang größte Finanzierungsprojekt in der Geschichte. Aber sie war in meinem Leben bisher auch der beste Grund, "gestresst" zu sein. Schon bei IBM habe ich mich mit ein paar Projekten manchmal ziemlich weit aus dem Fenster gelehnt. Das war ein gutes Training darin, sich nicht in seiner Komfortzone einzurichten. Man könnte sagen: Ich habe mich außerhalb meiner Komfortzone ganz gut eingerichtet und habe Spaß daran, ständig sehr gefordert zu sein.

Bei so viel Stress im Job – hast du einen Ausgleich im Privatleben?

Es sieht für Außenstehende oft so aus, als würde man nur noch arbeiten. Das stimmt nicht. All-Nighter beispielsweise sind bei mir sehr selten, und auch am Wochenende habe ich bei Goldman Sachs weitgehend frei. Am Freitag komme ich normalerweise schon frühzeitig aus dem Büro und kann auf jeden Fall abends etwas mit meiner Freundin oder Freunden planen. Samstags haben wir seit einigen Jahren komplett frei – Ausnahmen müssen schriftlich bei der Abteilungsleitung beantragt werden. Sonntags arbeite ich manchmal ein paar Stunden im Büro, und auch nur selten den ganzen Tag.

Das kann sich mit den entsprechenden Projekten aber alles schnell wieder ändern. Momentan und in der Regel bleibt aber genug Zeit für meine Freundin, Familie und Freunde. Wir laufen zum Beispiel viel zusammen und trainieren für den nächsten Marathon.

Das ist dann der nächste Superlativ in der Freizeit.

Ja, wenn schon, denn schon! Ehrlich gesagt laufe ich eigentlich gar nicht so gerne.

Das Motto "durchbeißen" gilt bei dir also in allen Bereichen?

Hm, ich weiß auch nicht. Ganz normal bin ich vielleicht wirklich nicht (lacht)...

Dein Lebenslauf ist ein gutes Beispiel für den Amerikanischen Traum. Stehst du hinter der Idee, dass es jeder schaffen kann?

Auf jeden Fall. Aber es gehört auch immer eine große Portion Glück dazu, wie bei mir damals mit meinem Einstieg in der richtigen Abteilung bei IBM. Und es stimmt natürlich nach wie vor, dass der sozioökonomische Hintergrund eine gewisse Rolle spielt – gerade hier in Amerika, wo exzellente Ausbildung schon sehr früh sehr teuer wird.

Ein Grund, warum es viele nicht ganz nach oben schaffen?

Ja, aber was noch mehr wehtut, ist das Fehlen von Vorbildern im direkten Umfeld. Nur die bringen einen letzten Endes auf den Gedanken, bestimmte Karrierepfade oder Studiengänge überhaupt zu probieren – von Finanzierungsfragen ganz abgesehen. Als ich zum Beispiel meinen Eltern sagte: "Ich weiß nicht, ob ich studieren soll. Vielleicht mache ich nur eine Ausbildung", war das damals auch keine Diskussion Wert. Meine Eltern sind die besten der Welt und sie lieben mich von ganzem Herzen – aber aufgrund ihres eigenen Werdegangs waren sie schon ab dem Gymnasium manchmal ein bisschen mit meiner "Karriereberatung" überfordert. Ich kann mich nicht erinnern, dass wir mal gemeinsam Hausaufgaben gemacht hätten. Aber nichtsdestotrotz haben sie mich an jedem Tag auf andere und viel wichtigere Weise voll in meinen Vorhaben unterstützt und sind auch heute – auf der anderen Seite des großen Teichs – immer für mich da.

Meine Mutter findet außerdem, das Größte, was ich in meinem Leben gemacht habe, sei mein Zieleinlauf beim Boston Marathon in 2012. Da bin ich natürlich auch stolz darauf, aber ich wüsste nicht, ob ich das zu meinen persönlichen Top 10 zählen würde. Im Zimmer meiner Mutter aber hängt ein großes Foto davon und sie ist felsenfest überzeugt, dass es das Großartigste ist, was ich jemals geleistet habe. Meistens hat sie schon Recht, aber nicht immer! (lacht)

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Kommentare (3)

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  1. Anonym

    Wahnsinn! Glückwunsch! Machine! Vor allem der MBA in Stanford. Dein Werdegang ist eine verrückte Geschichte, sehr inspirierend.

  2. Anonym

    Krasser Typ! Alles richtig gemacht!

  3. Maurice Palmen

    Hammer Story! Viel Erfolg weiterhin Moritz!

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