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Hinaus in die weite Welt

Ausland, junger Mann, Meer, Felsen [Quelle: pexels.com, Autor: Riccardo Bresciani]

Quelle: pexels.com, Riccardo Bresciani 

Ein Semester im Ausland studieren – diesen Traum haben sich e-fellows.net-Alumnus Lukas und seine Kommilitonen während ihres BWL-Masterstudiums erfüllt. Von Mexiko über China bis Australien: Im Artikel fasst Lukas ihre vielfältigen Erfahrungen zusammen. 

"Die größte Sehenswürdigkeit, die es gibt, ist die Welt – sieh sie dir an", sagte einst Schriftsteller Kurt Tucholsky. Vor Corona folgten seinem Rat jährlich etwa 140.000 deutsche Studenten, die ein oder mehrere Semester im Ausland verbracht haben. Sprachen lernen, neue Leute treffen, fremde Kulturen und Orte entdecken: Die Gründe, um im Ausland zu studieren, sind so zahlreich wie die Unterschiede des Studiums vor Ort. In diesem Beitrag erfährst du mehr über das Studieren in den USA, China, Australien, Südafrika, Kolumbien und Mexiko.

Sechs Länder im Überblick 

Ein Großteil der deutschen Studenten absolviert Auslandssemester im europäischen Raum. Außerhalb Europas führen die USA, China und Australien die Liste der beliebtesten Länder für einen Auslandsaufenthalt an. Doch auch weniger populäre Ziele wie Kolumbien, Südafrika und Mexiko eignen sich für ein Auslandsstudium.

Möchtest du in Länder reisen, in denen besonders viele Studenten leben, solltest du dich für China (ca. 31 Millionen) oder die USA (ca. 20 Millionen) entscheiden. In allen anderen aufgeführten Ländern liegt die Anzahl der Studenten im einstelligen Millionenbereich, was unter anderem auf die niedrigere Bevölkerungsdichte zurückzuführen ist. Das Verhältnis der absoluten Studentenzahlen kannst du der folgenden Grafik entnehmen.

Anzahl Studierende in verschiedenen Ländern

Betrachten wir den prozentualen Anteil der ausländischen Studenten an der Gesamtheit aller Studierenden in einem Land, entdecken wir starke Unterschiede. Mit einem Anteil von mehr als 20 Prozent führt Australien die Statistik mit Abstand an. Dies liegt womöglich an der guten Reputation einiger Bildungseinrichtungen, der Nähe zu aufstrebenden asiatischen Ländern und am guten Wetter. Mexiko und Kolumbien stellen hingegen mit einem Anteil von unter einem Prozent das Schlusslicht dar. 

Anteil Auslandsstudierende nach Ländern

Große Unterschiede bei Lehrveranstaltungen

Andere Länder, andere Lehrveranstaltungen: Insbesondere hinsichtlich der Teilnehmeranzahl, der theoretischen oder praktischen Auslegung der Lehre und der Interaktion mit den Professoren haben die Befragten unterschiedliche Erfahrungen gesammelt. Die technische Ausstattung der besuchten Hochschulen unterscheidet sich hingegen kaum. Alle Universitäten verfügen über gute IT-Systeme und gut ausgestattete Lehrräume. 

Prüfungsleistungen

Und es zeigt sich noch eine Gemeinsamkeit: Prüfungsleistungen verteilen sich in allen Ländern auf das gesamte Semester. Im Gegensatz zu der hierzulande gängigen Prüfungsphase am Ende des Semesters, gehörten verschiedene Präsentationen und Midterm-Prüfungen zum Alltag der Auslandsstudierenden. Vorteil der vielen Prüfungsleistungen: Der Druck am Ende des Semesters wurde von allen geringer empfunden als in vergleichbaren Situationen in Deutschland, da sich der Arbeitsaufwand so besser verteilt. 

Um Präsentationen und Prüfungen während des Semesters umsetzen zu können, herrschte bei fast allen besuchten Lehrveranstaltungen Anwesenheitspflicht. Lediglich an der Universität in Kolumbien war die Teilnahme an Vorlesungen und Kursen freiwillig.

Kursgröße

Du genießt es, wenn der Professor in der Vorlesung spricht und du ihm zuhören kannst, ohne dich zum Thema äußern zu müssen? Dann solltest du nach China oder Australien gehen. Lehrveranstaltungen gleichen hier oftmals den klassischen Vorlesungen an deutschen Universitäten. In allen anderen Ländern erwarten die Dozenten, dass sich Studenten aktiv an den Kursen beteiligen und veranstalten deswegen häufiger Seminare im kleineren Kreis. Dies spiegelt sich auch in der durchschnittlichen Teilnehmeranzahl wider, wie die folgende Grafik zeigt. 

Durchschnittliche Kursgröße im Studium nach Ländern

*Die durchschnittliche Teilnehmeranzahl der Kurse setzt sich aus allen besuchten Vorlesungen einer einzigen Universität pro Land zusammen und ist nicht repräsentativ.

Theorie- und Praxisinhalte

Viele Studenten wünschen sich ein ausgewogenes Verhältnis zwischen theorie- und praxisbasierten Inhalten. Zwar haben Professoren Spielraum bei der Gestaltung ihrer Vorlesungen, dennoch lassen sich in der Tendenz diesbezüglich große Unterschiede zwischen den Ländern feststellen. Insbesondere der direkte Vergleich der Universität in China und der Uni in den USA zeigt, dass die chinesische Uni verstärkt Forschungsfähigkeiten vermittelt hat. Praxiserfahrung konnte hier vor allem durch Praktika erworben werden.

Im Vergleich dazu spielte die Vermittlung von praktischer Erfahrung an der Universität in den USA eine sehr große Rolle. Hier gehörten Vorträge von Unternehmensvertretern, Case Studies oder Projekte in Zusammenarbeit mit Unternehmen zum Alltag. In der folgenden Grafik sind diese Unterschiede visualisiert.

Verteilung von Theorie- und Praxisinhalten im Studium nach Ländern

*Die Verteilung von Theorie und Praxis setzt sich aus allen besuchten Vorlesungen / Kursen einer einzigen Universität pro Land zusammen und ist nicht repräsentativ.

Das zwischenmenschliche Verhältnis

Nach Semesterende beim Prof zu Hause gemeinsam zu Abend essen? In den USA keine Seltenheit. Einige Professoren haben ihren Kurs nach Ende des Semesters zu einem Essen zu sich nach Hause eingeladen. Außerdem erzählten die Befragten, dass es in den USA und Australien gerne gesehen wurde, wenn kritische Nachfragen in Veranstaltungen gestellt wurden und dadurch angeregte Diskussionen entstanden. In den meisten anderen Ländern war eine kritische Diskussion in abgeschwächter Form zwar auch möglich, dabei mussten die Studierenden jedoch immer hohen Respekt gegenüber dem Lehrenden wahren. Das zwischenmenschliche Verhältnis war somit eher professionell als freundschaftlich.

So ist das Leben abseits des Campus

Neben dem Studium selbst ist auch das Leben abseits der Universität ein wichtiger Bestandteil des Auslandsaufenthalts. So kannst du neue Leute kennenlernen und Einblick in fremde Kulturen bekommen. Die Wohnsituation ist in nahezu allen Ländern ähnlich: Ein Großteil der Befragten lebte mit anderen internationalen Studenten in Wohnheimen. Eine spannende Erfahrung machte hingegen der Befragte aus Mexiko. Ihm wurde offiziell von der Universität angeboten, bei einer Gastfamilie zu leben. Das lässt sich eventuell darauf zurückführen, dass es in Kolumbien und Mexiko nicht ungewöhnlich ist, auch während des Studiums zuhause zu wohnen. 

Viele Auslandsstudenten fragen sich vor ihrer Abreise, ob und wie sie neue Leute kennenlernen werden. Deswegen musst du dir keine Sorgen machen. Alle Befragten sind sich einig, dass es für Auslandsstudenten generell einfach ist, neue Leute kennenzulernen. Abgesehen von Wohnheimen lassen sich neue Kontakte gut in universitären Kursen, bei universitären Sportangeboten oder auf Partys knüpfen.  

Gerade im Hinblick auf Freizeitaktivitäten hat jedes Land lokale Eigenheiten, die die Erfahrungen für Auslandsstudierende einzigartig machen. So ist beispielsweise das Maskottchen der Universität in Mexiko ein lebender Adler, der von einem studentischen Verein gepflegt wird. Außerdem ist Karaoke in China unglaublich beliebt und wird zu Beginn oder zum Abschluss fast jeder Party gesungen. Besonders begeistert hat auch das Sportangebot in den USA. Dort finden regelmäßig große Wettkämpfe zwischen mehreren Universitäten statt.

Egal, für welches Land und welche Universität du dich entscheidest – ins Ausland zu gehen und möglicherweise den europäischen Kulturkreis zu verlassen, um deinen Horizont zu erweitern, ist immer eine lohnenswerte Erfahrung.

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