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Als Arzt ins Consulting

Geschäftsmann, rote Aktentasche, Straße [Quelle: unsplash.com, Autor: Marten Bjork]

Quelle: unsplash.com, Marten Bjork

Als promovierter Chemieingenieur und Mediziner zu McKinsey? Klar! Philip Boehme zeigt, dass in der Beratung nicht nur Betriebswirtschaftler gesucht werden. Denn auch von seinem Wissen und seiner Berufserfahrung aus dem Klinikumfeld und der Pharmaindustrie können Kundenprojekte profitieren. Erfahre im Interview mehr über seinen Karriereweg.

Philip, du hast sehr unterschiedliche Unternehmenskulturen kennengelernt: Pharmakonzern, Klinik, Beratung. Wie erlebst du die Zusammenarbeit bei McKinsey?

Hier arbeiten viele schlaue und gleichzeitig ganz unterschiedliche Persönlichkeiten. Von jedem Einzelnen kann ich etwas lernen: von Leadership-Fähigkeiten bis hin zu einer analytischen, fachlich-medizinischen oder ökonomischen Perspektive. All diese verschiedenen Kompetenzen in meiner unmittelbaren Nähe zu haben – das macht McKinsey für mich aus.

Hattest du nach dem Abitur schon einen genauen Karriereplan?

Mir war schon früh klar, dass mir eine gewisse Jobsicherheit und ein guter Verdienst zwar wichtig sind, dass das aber auch nicht das einzige ist, was zählt. Ich wollte gerne dort arbeiten, wo man der Menschheit etwas hinterlassen kann. Wie im Medizin- und Gesundheitssektor.

Daher hast du dich als Chemieingenieur auf pharmazeutische Herstellungsprozesse spezialisiert?

Genau. Aber irgendwann wollte ich das, was ich herstelle, auch verstehen. Deshalb habe ich noch Medizin studiert und parallel bei einem Pharmaunternehmen gearbeitet. Ich wollte die ganze Wertschöpfungskette kennenlernen: von der Forschung zum Molekül über die Fertigung bis hin zum Patienten. Hinzu kommt das Marketing: Wie kann der medizinische Fortschritt für den Patienten sichtbar und verfügbar gemacht werden? Dieses integrierte Verständnis war mein Ziel. McKinsey ist auf diesem Gebiet sehr stark. Wir haben beispielsweise Programme mit Pharmaunternehmen, in denen es darum geht, Entwicklungsprozesse insgesamt zu beschleunigen.

War das der Grund, warum du in die Beratung gewechselt bist?

Konkreter Anlass war, dass mir im Pharmaunternehmen eine Abteilungsleitung angeboten wurde. Ich wusste, wenn ich dieses Angebot annehme, werde ich für mindestens fünf Jahre sehr fachspezifisch arbeiten. Ich begann, über Alternativen nachzudenken und sprach mit einem McKinsey-Berater aus München. Er gab mir den Rat, mir die Topmanagement-Beratung mal anzuschauen – zumindest für eine gewisse Zeit. Schließlich hat mich das Gespräch mit einer Recruiterin für Professionals, also für Bewerberinnen und Bewerber mit Berufserfahrung, überzeugt.

Als Arzt habe ich eine fachliche Basis, in der ich mich auskenne.

Philip Boehme, Arzt und Consultant

Wie ging es bei McKinsey für dich los?

Es ging von Anfang an in die Vollen. Nach einer ersten Kennenlernwoche habe ich direkt bei einem Projekt für eine Krankenkasse mitgearbeitet. Das war hoch spannend und nochmal eine neue Perspektive für mich. Wir beschäftigten uns mit folgender Frage: Wie können Krankenkassen ihre Patientinnen und Patienten kostengünstiger mit Medikamenten versorgen?

Bist du thematisch dieser Richtung treu geblieben?

Ja, ich berate vor allem Pharmaunternehmen und Krankenkassen. Der Vorteil als Einsteiger mit Berufserfahrung ist, dass man eine fachliche Basis hat, in der man sich auskennt. Bei pharmazeutischen und medizinischen Themen spreche ich die gleiche Sprache wie die Klienten. Daher kann ich relativ schnell erkennen, wo die Herausforderungen liegen – und wen ich bei Bedarf anrufen muss, um ein Problem zu lösen. Das ist ein großer Vorteil in Sachen Geschwindigkeit.

Inwiefern hilft ein Medizin-Studium, ein guter Berater zu sein?

In der Medizin ist es normal, unterschiedliche Perspektiven einzunehmen. Einerseits blickt man auf die Mikroebene und beobachtet, ob eine Zelle so entartet, dass daraus Krebs entsteht. Auf der Makro-Ebene geht es andererseits um Themen wie Public Health, also etwa um die Frage, wie Millionen von Menschen effizient auf eine COVID-19-Infektion getestet werden können. Dieser Perspektivenwechsel ist in der Medizin inhärent.

Und was macht Beratung für Ärztinnen und Ärzte attraktiv?

Dass man weiterhin unterschiedliche Perspektiven einnehmen kann und sich dabei schnell weiterentwickelt. Im Krankenhaus müssen sich junge Ärztinnen und Ärzte neues Wissen oft mühsam erarbeiten. Es ist nicht selbstverständlich, dass ihnen der Kardiologe nach der Stationsarbeit noch zeigt, wie ein Herzkatheter funktioniert. Bei McKinsey ist Weiterentwicklung quasi in der DNA eingebaut. Da alle Beraterinnen und Berater von Beginn an in ein starkes Netzwerk eingebunden sind und gleichzeitig lernen, eigenverantwortlich zu arbeiten, kommen sie unheimlich schnell weiter. Ich glaube, nach ein bis zwei Jahren Klinikerfahrung wissen Medizinerinnen und Mediziner das besonders zu schätzen.

Tempo ist auch privat ein Thema für dich. Du läufst Marathon. Wie findest du die Zeit dafür?

Das Laufen ist eine riesige Inspirationsquelle für mich. Dabei habe ich auch schon viele wertvolle Kontakte geknüpft, die für den Austausch sehr wertvoll sind. Laufen hilft auch dabei, sich zu kalibrieren: In der Beraterwelt verändern sich die Aufgaben ständig. Da ist es sehr wichtig, die Bodenhaftung nicht zu verlieren.

Du bist mit hohen Ansprüchen ins Berufsleben gestartet. Hast du das Gefühl, als Berater wirklich etwas bewegen zu können?

Absolut! Bei McKinsey kann ich nicht nur viel bewegen, sondern auch dazu beitragen, die Dinge zu beschleunigen.

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