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Tägliche Herausforderungen einer Patentanwältin (Erfahrungsbericht)

Der besondere Reiz

Als Patentanwalt kombiniert man Naturwissenschaft und Patentrecht. Wenn man promoviert oder in der Forschung arbeitet, setzt man sich sehr intensiv mit einem Thema auseinander. Die fachliche Kompetenz rückt in den Vordergrund, während andere Schwerpunkte, die in der Wirtschaft relevant sind, eventuell in den Hintergrund geraten. Im Gegensatz dazu bekomme ich als Patentanwältin in sehr kurzer Zeit Einblicke in Erfindungen aus den unterschiedlichsten Disziplinen, zum Beispiel Informatik oder Maschinenbau.

Die täglichen Herausforderungen

Ein Patentanwalt hat nur wenig Zeit zur Verfügung, um die Akten zu den jeweiligen Erfindungen zu bearbeiten. Daher sollte man sich nicht in Details verlieren, sondern den wesentlichen Kern effizient, vollständig, konkret und korrekt herausarbeiten. Gerade hier kommt es auf das fachliche Know-how an – eine Promotion kann dabei helfen, die relevanten Abschnitte der wissenschaftlichen Texte schneller zu finden und zu verstehen. Hat man den naturwissenschaftlichen Teil erschlossen, wendet man sich dem rechtlichen Teil zu. Je nachdem, ob es darum geht, ein Patent anzumelden, zu verfolgen oder durchzusetzen, muss man unterschiedlich vorgehen und andere Schriftsätze ausarbeiten. Bei einer Patentanmeldung sind das zum Beispiel Beschreibung, Ansprüche und Figuren.

Mein wichtigster Rat für potenzielle Bewerber

Der Weg zum Patentanwalt ist relativ lang verglichen mit anderen Berufsbildern, da man ein naturwissenschaftliches Studium, ein Praxisjahr und auch eine Ausbildung zum Patentanwalt absolvieren muss. In einigen Fällen kommt noch eine Promotion dazu. Jeder einzelne Ausbildungsabschnitt auf diesem Weg hat sehr zu meiner Entwicklung beigetragen. Denn jeder Abschnitt bietet eine neue Herausforderung und Sichtweise auf die Dinge, und ich möchte keinen davon missen. Wichtig ist aber, dass man diesen Weg beschreiten möchte und das nötige Durchhaltevermögen mitbringt. Um einen ersten Eindruck zu bekommen und die Berufswahl zu erleichtern, kann man sich im Internet über Patent-Kurse an der Universität oder Schnupperpraktika, zum Beispiel in einer Kanzlei, sehr gut informieren.

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