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Externe Fortbildung an renommierten Business Schools

Bei der WHU wird der Absolvent in vier Terminen an jeweils zwei Tagen in den Räumlichkeiten der Hochschule in Vallendar und wahlweise Düsseldorf ausgebildet. Der zu erlangende Titel CFB WHU ist zertifiziert. Mit acht Credits ist der Abschluss auf europaweit angebotene MBA-Programme anrechenbar. Die Teilnehmergebühr liegt bei 7.600 bzw. (nach dem 1. Mai) 9.900 Euro.

Ähnliches bietet die Mannheim School of Business an: Dort kann Management-Aus- und -Weiterbildung auf individueller und auf institutioneller Ebene absolviert werden. Berufsanfänger mit bis zu drei Jahren Berufserfahrung können an den sogenannten Open MBA Kursen teilnehmen, das sind ausgewählte Kurseinheiten aus dem MBA-Programm. Fünf-Tages-Kurse zu den Themen "Strategic Human Resource Management" oder "Business and Corporate Taxation in Europe" kosten jeweils 3.100 Euro. Für Berufserfahrenere gibt es die Open EMBA Kurse. Dort kostet etwa der Tageskurs "Negotiation in a Cross-Cultural Enviroment" 900 Euro, der Vier-Tages-Kurs Corporate Finance 3.800 Euro. Die absolvierten Kurse können auf einen Executive MBA angerechnet werden, die Kurssprache ist Englisch.

Ebenso läuft es in St. Gallen in der Schweiz: Die MBA-Kurse sind auch einzeln belegbar, die erlangten Zertifikate lassen sich später auf einen MBA anrechnen. Dort kann auch ein CAS-Zertifikat "European and International Business Law" erworben werden, die Kosten liegen bei rund 14.000 Euro. Zudem lassen sich einzelne Module als Mehr-Tages-Kurse buchen, die ebenfalls später bei einem MBA berücksichtigt werden können – die Anzahl der ECTS-Credits variiert je nach Modul. Die Kosten betragen je Modul rund 4.100 Euro.

Bei der Bucerius Education GmbH an der Bucerius Law School lässt sich eine Vielzahl von Seminaren und Inhouse-Trainings buchen. Sie entwickelt nach eigenen Angaben maßgeschneiderte Programme, um alle Kanzlei- und Unternehmensbedürfnisse und -interessen zu berücksichtigen – passend zum jeweiligen Budget, heißt es dort. Entsprechend individualisiert sind auch der zeitliche Rahmen und die Kosten: Die Gebühr richtet sich nach Dauer des Seminars und der Gruppengröße. Die Teilnehmer erhalten ein Zertifikat des Anbieters. Ab vermutlich Jahresende will auch die Bucerius Education das MBA-Programm so umstrukturiert haben, dass auch dort Module buchbar sind, für die Credits für einen späteren MBA gesammelt werden können.

Extern oder intern?

Laut Hartung sollte man bei der Entscheidung, ob man sich Wirtschaftskenntnisse lieber extern oder intern zulegt, zwei Aspekte nicht unterschätzen: "Die jungen Juristen treffen bei externen Anbietern auf andere Menschen mit einem anderen beruflichen Umfeld", sagt Hartung. Neue Blickwinkel durch Kollegen aus anderen Kanzleien zu bekommen und ein Netzwerk aufzubauen, hält der Kenner der Anwaltsbranche für sehr wichtig.

Für die Kanzlei Hengeler Mueller war bei der Entscheidung für die externen Kurse in St. Gallen maßgeblich, die Qualität des Fortbildungsprogramms und die erbrachten Leistungen der Teilnehmer auch nach außen kenntlich zu machen. "Somit mussten der strukturelle Aufbau, die Inhalte und nicht zuletzt die Teilnehmeranforderungen so gestaltet sein, dass sie eine universitäre Zertifikatvergabe ermöglichten und rechtfertigten", sagt Dr. Viola Sailer-Coceani, Partnerin bei Hengeler Mueller und Mitglied im Hiring-Ausschuss und im Ausschuss HM-Akademie St. Gallen. "Diesen Anforderungen hätten wir mit einem reinen Inhouse-Programm ohne einen externen, universitären Kooperationspartner nicht gerecht werden können."

"Natürlich ist es eine Möglichkeit, ein Standardprogramm zu kaufen und die Associates zu einem externen Anbieter zu schicken oder einen Referenten mit einem festen Programm ins Haus zu holen", sagt Carolin Carstens, HR-Verantwortliche von Simmons. "Für uns hatte jedoch Priorität, die Inhalte individualisiert auf die Bedürfnisse der Associates abzustimmen." Das ließe sich bei externen Anbietern mit einer Vielzahl von Teilnehmern aus sehr unterschiedlichen Kanzleien und Unternehmen nicht in diesem Maße realisieren, so die Betriebswirtschaftlerin. Daher sei die Entscheidung für interne Schulungen gefallen.

Ob intern oder extern – wichtig ist das Standing der Referenten bzw. der Hochschule. Wer kein Volljurist ist, hat sonst regelmäßig ein Problem mit der Akzeptanz, sagen Marktkenner. Das sei unter Personalverantwortlichen in den Kanzleien ein durch Erfahrung verifiziertes Wissen. Selbst mit zwei Staatsexamina müssten die Experten unabhängig vom speziellen Segment, das sie unterrichten, einen solch starken Namen haben, dass glaubhaft ist, dass sie nicht als Anwalt gescheitert sind, sondern mit ihrem jeweiligen Spezialgebiet ihrer Passion nachgehen. Sonst würden sie vom Anwaltsnachwuchs nicht ernst genommen. Von denen, über die alle sagen: Die brauchen nach dem 2. Staatsexamen erst einmal eine Fortbildung.

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