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Vom Anfänger zum Weinkenner

Rotweingläser neben Kerze auf gedecktem Tisch [Quelle: pexels.com, Autor: PhotoMIX Company]

Quelle: pexels.com, PhotoMIX Company

Du bist zum Essen eingeladen und möchtest den passenden Wein mitbringen? Leichter gesagt, als getan. Merlot, Riesling, Bordeaux – die Vielfalt lässt Anfänger vor Weinregalen schon mal verzweifeln. Erfahr, welche Weinsorten du kennen solltest, welcher Wein sich als Geschenk eignet und wie viel Geld du für einen guten Wein ausgeben musst. 

Welche Weine sollte ich kennen?

Zunächst ist es wichtig zu wissen, worin sich einzelne Weine überhaupt unterscheiden. Der Weinname auf dem Etikett kann vielerlei bedeuten: Er kann die Bezeichnung einer Traubensorte sein, eines Anbaugebiets, einer Region oder auch ein frei erfundener Name. 

Weine aus klar definierten Anbaugebieten

Nehmen wir zum Beispiel den Chianti. "Chianti" steht für ein fest definiertes Anbaugebiet in der Toskana. Weine, die so heißen, stammen stets aus diesem Gebiet und werden nach strengen gesetzlichen Regeln hergestellt, um zu gewährleisten, dass ein Chianti auch immer nach einem Chianti schmeckt. Zu diesen Regeln gehört auch die Cuvée (der "Mix") der erlaubten Traubensorten. Hauptbestandteil des Chianti ist die Sangiovese-Traube.

Weine aus einer speziellen Traubensorte

Es gibt auch Weine, die nur aus einer einzigen Traubensorte hergestellt werden. Diese tragen oft den Namen der Sorte wie beispielsweise Riesling oder Merlot. Allerdings ist Riesling nicht gleich Riesling und Merlot nicht gleich Merlot. Je nachdem, auf welchem Boden und in welchem Klima die Sorte angebaut wird, erhält man unterschiedliche Weine.

Die Frage "Was trinkst du lieber – Chianti oder Merlot?" müsste dich also stutzig machen. Denn während ein Chianti in Herkunft und Herstellung ziemlich klar definiert ist, kann ein Merlot unterschiedlich schmecken – je nachdem, aus welchem Teil der Welt er stammt. Merlot wird beispielsweise in den Ländern Frankreich, Italien, Chile und Südafrika kultiviert. Auch den Riesling findest du in vielen Teilen der Welt. Die meisten Rieslinge stammen jedoch aus Deutschland und sind daher geschmacklich vergleichbar.

Weine aus bestimmten Regionen

Es gibt außerdem Weine, die nach einer bestimmten Region benannt sind wie beispielsweise "Toscana Rosso" ("Roter aus der Toskana"). Solche Weine werden nach weniger strengen Regeln produziert – die Trauben können in diesem Fall von überall aus der Toskana kommen und in einer beliebigen Cuvée gemischt sein. Das heißt aber nicht zwingend, dass der Wein minderwertig sein muss. Der Produzent ist nur freier in der Herstellungsweise und der Auswahl der verwendeten Sorten. 

Weine mit frei erfundenem Namen

Dann gibt es noch Weine, deren Namen nichts über Traubensorten oder Herkunft verraten. Auch das sagt noch nichts über die Qualität des Tropfens aus. Denn unter den Fantasienamen sind sowohl Massenware wie beispielsweise "Blanchet" oder "Freixenet" als auch Spitzenprodukte wie "Sassicaia" zu finden.

Besonderheit bei Schaumweinen

Champagner ist eine Herkunftsbezeichnung und muss stets aus der Champagne in Frankreich stammen – auch wenn der Volksmund den Begriff für viele Schaumweine verwendet. Prosecco ist ursprünglich der Name einer Traubensorte, die in Venetien angebaut wird und aus der der berühmte Sekt gekeltert wird. Erst als einige Produzenten Billig-Schaumweine daraus machten, wurde der Name "Prosecco" geschützt.

Die folgende Tabelle beschreibt einige Weine, die dir häufiger begegnen:

Weinsorten, Herkunft, Beschreibung, Weinanbau, Weinwissen [Quelle: Tiziana Lucentini ]

Wein kaufen: Wo und zu welchem Preis?

Wer im Supermarkt vor riesigen Weinregalen steht, greift gerne mal zur hübsch aussehenden Fünf-Euro-Flasche. Die Enttäuschung danach ist meist groß und das ist kein Wunder: Erstens werden Weine in Supermärkten häufig bei falschen Temperaturen und Lichtverhältnissen gelagert. Zweitens handelt es sich – zumindest bei ausländischen Weinen – oft um Massenprodukte. Zwar ist Masse nicht grundsätzlich mit schlechter Qualität gleichzusetzen, bei Produktionen von industriellen Ausmaßen steigt die Wahrscheinlichkeit jedoch, dass Kostenersparnis vor Güte geht.

Es ist also besser, wenn du deinen Wein in Vinotheken kaufst. Hier erfolgt die Lagerung fachgerecht und die Händler importieren ihre Ware zumeist direkt von den Winzern. So bekommst du Weine aus kleineren, in der Regel hochwertigeren Produktionen, die du sonst nur im Anbaugebiet vor Ort finden würdest. Außerdem kannst du dich beraten lassen und herausfinden, welcher Wein zu deinem Anlass oder deinem Essen passt.

Welcher Preis für eine Flasche Wein gerechtfertigt ist, hängt von mehreren Faktoren ab: Stammt der Wein aus einem speziellen, kleinen Anbaugebiet? Das macht ihn selten und daher teurer. Hat er jahrelang gereift, eventuell sogar in Holzfässern? Auch die Lagerkosten treiben den Preis in die Höhe. Stammt er aus der Region oder musste er weit transportiert werden? Das rechtfertigt bei ausländischen Weinen generell einen höheren Preis. Trägt der Wein eine Qualitäts- oder geschützte Herkunftsbezeichnung (Qualitätswein, Prädikatswein, DOC, DOCG etc.)? Diese Siegel sind mit bestimmten Auflagen versehen, welche die Herstellung teurer machen.

Ganz grob gesagt, unter fünf Euro ist es fast unmöglich, einen guten Wein zu finden. Einheimische Weine können schon unter 10 Euro sehr gut sein, ausländische eher ab 10 Euro. Weine mit Herkunfts- oder Qualitätssiegel, die einige Jahre Fassreife hinter sich haben, findest du eher jenseits von 15 Euro pro Flasche.

Welcher Wein eignet sich als Geschenk?

Prinzipiell kann jeder Wein von guter Qualität ein schönes Geschenk sein. Welcher passend ist, hängt ganz vom Empfänger oder der Empfängerin des Präsents ab. Liebt die Person deftige, fleischlastige Kost? Dann solltest du einen schweren Rotwein wählen. Ernährt sie sich lieber leicht und vegan? Dann wäre ein Weißwein passender.

Es ist zwar eigentlich nicht sinnvoll, einen Wein alleine nach dem Jahrgang auszusuchen, bei bestimmten Geschenk-Anlässen kann aber gerade das Jahr eine bedeutende Rolle spielen, etwa das Geburtsjahr oder Hochzeitsjahr.

Mein persönlicher Tipp für die Weinauswahl: Kauf unbekannte Weine aus ungewöhnlichen Rebsorten und lass dich dazu in einer Weinhandlung beraten. So machst du selbst einem passionierten Weintrinker eine gelungene Überraschung und kannst beim Überreichen noch ein paar interessante Fakten zu Herkunft, Anbau oder Rebsorten erzählen. Sehr spannend finde ich beispielsweise Weine aus autochthonen Traubensorten, also aus solchen, die nur in einem bestimmten Anbaugebiet heimisch sind.

Welchen Wein bestelle ich beim Date?

Beim Date gilt: Meistens wird sich die Wahl des Getränks nach dem servierten Essen richten. Wenn du einige Weine zur Auswahl hast, entscheide dich für einen, den du kennst. So bist du vor bösen Überraschungen wie einem allzu schweren, allzu süßlichem oder allzu säuerlichem Geschmack gefeit. Zudem fallen dir vielleicht zwei, drei interessante Sätze zu der Rebsorte oder dem Anbaugebiet ein.

Aphrodisierende Weine gibt es nicht, mal abgesehen von der Tatsache, dass Alkohol die Hemmschwelle senkt. Aber vielleicht willst du dich an dem Meister aller Verführer orientieren: Giacomo Casanova, der im Venedig des 18. Jahrhunderts lebte,  berichtet in seinen Memoiren von amourösen Abenteuern, bei denen er am liebsten einen Refosco trank – eine rote Traubensorte aus der italienischen Region Friaul.

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