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Sind denn schon alle Bugs gefixt?

Code, Programmieren [Quelle: unsplash.com, Autor: Christopher Robin Ebbinghaus]

Quelle: unsplash.com, Christopher Robin Ebbinghaus

Sollte heutzutage jeder programmieren können? Das nicht – aber wer sich an Java, Python, PHP und Co. heranwagt, hat mehr davon als hohe Gehälter.

Vanessa Pauling war stolz, als sie zum ersten Mal ein "Vier gewinnt"-Spiel in HTML gebaut hatte. Wie das eben so ist, wenn man sich das erste Mal in einer fremden Sprache verständlich machen kann. Ob das nun die Kaffeebestellung beim Italiener oder die Codezeilen am Rechner sind.

Paulings Erfahrung ist zehn Jahre her, sie war damals in der Oberstufe und noch die einzige Frau im Informatikunterricht. Aber sie dachte sich schon damals, dass die Digitalisierung und die Informationstechnologie in Zukunft an Bedeutung gewinnen werden. Auch neben ihrer Ausbildung zur Industriekauffrau sagte sie sich: "Das reicht mir nicht, da muss doch mehr her!" – und so machte sie nicht nur ihren Bachelor und Master neben dem Beruf, sondern belegte immer auch Informatik als Nebenfach zur klassischen Betriebswirtschaftslehre.

Heute, mit 27 Jahren, berät Vanessa Pauling für Capgemini Pharma- und Chemieunternehmen in ihrer digitalen Transformation. Sie ist dabei nicht als Coderin in der Beratungsfirma unterwegs, sondern leitet als Analystin die Projekte. Ihre Kenntnisse in Programmiersprachen helfen ihr aber dabei, Sprachbarrieren zu überwinden.

Mit Programmierern auf einer Ebene kommunizieren

Sie ist nämlich die Schnittstelle zwischen der IT-Abteilung und den anderen Geschäftsbereichen der Kunden. Denn sie versteht, was die Programmierer meinen, wenn sich eine App für den Arbeitsablauf in klinischen Studien verzögert, weil noch nicht alle Bugs gefixt sind. Dass also noch Fehler zu beheben sind, versteht vielleicht noch der Laie, aber Pauling kann auch nachvollziehen, was dahintersteckt. "Ich kann mit den Entwicklern auf einer Ebene sprechen", sagt sie.

Programmiersprachen zu beherrschen ist eine wichtige Fähigkeit in der Arbeitswelt der Zukunft, da sind sich Forscher und Personaler einig. Das bedeutet nicht gleich, dass man künftig auf den Englischunterricht pfeifen und nur noch Codezeilen tippen sollte. Wer keinerlei Berührungspunkte zu seiner Arbeit sieht, muss sich nicht damit quälen. Doch wer sich das Wissen aneignet, hat gute Chancen am Arbeitsmarkt. Das zeigt sich auch in den Studierendenzahlen: Fächer wie Informatik oder Wirtschaftsinformatik werden zunehmend beliebter – übrigens auch bei Frauen, wenn auch auf niedrigerem Niveau.

Alle Firmen werden Technikunternehmen

Wer gut ausgebildet ist, hat es auf dem Arbeitsmarkt leicht: Laut dem Digitalverband Bitkom gibt es in Deutschland 55.000 unbesetzte Stellen für IT-Spezialisten. Die Knappheit am Arbeitsmarkt treibt die Höhe der Gehälter, wie etwa der Gehaltsatlas der F.A.Z. und von Gehalt.de zeigt. In Städten wie Frankfurt verdienen Entwickler zwischen 60.000 und 69.000 Euro im Jahr. Zwar gibt es große regionale Unterschiede und Abweichungen, je nach erlernter Programmiersprache. Doch decken sich die Zahlen mit einer Erhebung von Stack Overflow, einer der größten Entwickler-Plattformen. "Alle Firmen entwickeln sich zu Technikunternehmen. Keiner kommt heute mehr ohne Programmierer aus", sagt Stefan Schwarzgruber, der die deutschsprachige Region für Stack Overflow leitet.

Auch wenn Deutschland in der Digitalisierung mitunter als verschlafen gilt, tummeln sich viele Entwickler hierzulande auf der Plattform. Hinter Amerika, Indien und Großbritannien ist Deutschland das viertwichtigste Land. Mit nahezu 540.000 Web-Entwicklern ist diese Gruppe auf der Plattform mit Abstand am häufigsten vertreten.

Der Einstieg ist schwer

Während Online-Händler vor allem PHP-Entwickler suchen, brauchen Softwarehäuser und die Automobilbranche vor allem Mitarbeiter, die sich in Java auskennen. Auf der Suche nach der passenden Einstiegssprache kann es helfen, wenn man sich für bestimmte Branchen interessiert. Denn wahr ist auch: Der Einstieg ist nicht leicht. Denn Programmiersprachen sind für Außenstehende höchst kryptisch, auf den ersten Blick wirken sie eher wie Mandarin oder Arabisch. Sie sind kaum zu entziffern und folgen ganz eigenen Regeln. Es gibt Hunderte davon, die bekanntesten heißen Java, C++, Python oder PHP.

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