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Stipendiat des Monats Dezember


Als Mönch ins buddhistische Kloster?
In mönchischer Askese leben, ist nicht jedermans Sache. e-fellow Martin hat sich auf diese Weise bei seiner thailändischen Gastfamilie bedankt. Über die Schüler-Austauschorganisation American Field Service hatte der heutige Medizinstudent seine 11. Schulklasse in Thailand verbracht. An der Grenze zu Malaysia ging er zur Schule, belegte neben Standardfächern auch Thai-Boxen und Schwerttanz. Als das Jahr um war, entschied er sich für ein traditionelles Abschiedsgeschenk. In Thailand gehen Kinder aus buddhistischen Familien nach der Schulzeit für drei Monate ins Kloster. So bedanken sie sich bei ihren Eltern für Kindheit und Erziehung. Martin tat es ihnen gleich und verbrachte die letzten vier Wochen seines Schuljahres in einem abgelegenen Kloster als Mönch.

Martin über sich...

Im buddhistischen Kloster habe ich gelernt... zu meditieren und die Menschen in Thailand besser zu verstehen. Morgens zogen wir barfuß und mit Schüsseln von Haus zu Haus und baten um Nahrungsmittel. Außerdem sorgten wir uns um die Tempelpflege. Nachmittags besuchten wir häufig Zeremonien und beteten, etwa auf Beerdigungen oder bei Geburten. Nachts meditierte ich oft und sehr lange. Noch heute hilft mir die Meditation, innerlich in einen Ruhezustand zu kommen - etwa in der Vorbereitung fürs Staatsexamen.

Experte bin ich im.... Wundern. Ich wundere mich ständig über alles mögliche und treibe die Leute in meiner Umgebung manchmal in den Wahnsinn, wenn ich sie wieder nach dem Sinn von etwas frage. Jeden Tag in meinem Studium wundere ich mich über den Menschen. Es ist für mich immer noch unglaublich, dass unser Körper auf eine gewisse Art "funktionieren" kann. Ich wundere mich, dass ich denken, laufen, fühlen, kommunizieren und erleben kann. Manchmal wundere ich mich allerdings auch nur darüber, warum mein Computer wieder einmal abgestürzt ist und ich die ganze E-Mail noch einmal schreiben muss.

Gar nicht geeignet bin ich für... Gartenarbeit. Das begann glaube ich schon in meiner Schulzeit. Bei uns gab es ein Unterrichtsfach "Gartenkunde" und wir mussten in der vierten Klasse einmal die Woche den Schulgarten pflegen. Das bedeutete: Beete anlegen, Wege harken und Unkraut zupfen. Die Lehrerin hat dann immer die Hände über dem Kopf zusammen geschlagen, wenn sie mein Beet begutachten musste. Am Schuljahresende haben wir dann unsere Ernte eingebracht und an die Schulküche verschenkt. Das war der Tag, an dem ich dann fast geweint habe. Ich habe nicht verstanden, warum man nach so mühseliger Arbeit das Gemüse nicht einfach selber isst. Seitdem verstehen der Garten und ich mich nicht so besonders.

Wenn ich nicht studiere, dann... mache ich verschiedene Praktika, fahre mit meiner Freundin in Urlaub und hole das nach, was im normalen Uni-Alltag liegen geblieben ist. Im nächsten Jahr werde ich allerdings mit meiner Doktorarbeit beginnen, so dass ich dann wenig Zeit nebenbei habe.

Da Uni ohne Uni-Politik sehr langweilig ist, engagiere ich mich in der Studentenvertretung. Das nimmt auch viel Zeit in Anspruch - ist aber sehr lohnenswert. Die Erfahrungen, die ich in sehr unzähligen Diskussionen sammle, helfen mir im täglichen Leben weiter und ich kann dadurch unheimlich viel lernen. Und das Beste daran ist, dass es sehr viel Spaß macht!

Ansonsten gehe ich sehr gerne Segeln. Beim Segeln wird mir klar, wie klein und bedeutungslos ich selbst im Gegensatz zur Natur bin. Ihre Mächtigkeit, Einzigartigkeit und ihre atemberaubende Schönheit weisen mich beim Segeln immer wieder in meine eigenen Grenzen. Aber sie gibt auch sehr viel Kraft.

Wenn ich etwas Grundlegendes ändern könnte in Deutschland, dann... würde ich auch etwas an den Menschen ändern. Was in Deutschland fehlt, sind Teamgeist und gemeinschaftliches Anpacken für eine Sache. Jeder verlässt sich auf den allumfassenden Staat - nur wenige sind bereit, selbst etwas zu verändern. Stattdessen kritisieren wir und beschweren uns über die aktuelle wirtschaftliche Lage, dass der Zug wieder einmal zu spät kommt, dass die Sonne scheint oder es regnet.

Mein größter Traum ist es,... eines Tages mit einem Segelboot rund um die Welt zu segeln und ganz viele exotische Länder zu besuchen. Und wenn das nicht klappt, dann würde ich sehr gerne mit der Transsibirischen Eisenbahn fahren.

In zehn Jahren... möchte ich ein Arzt sein, zu dem ich selbst guten Gewissens gehen würde. Ein Arzt, der sich Zeit für seine Patienten nimmt, empathisch die Bedürfnisse des Patienten erkennt, ethisch korrekt und wirtschaftlich vernünftig handelt. Eine Illusion? Ich hoffe nicht. Aber genauso wichtig ist mir, in zehn Jahren glücklich verheiratet zu sein, viele Kinder zu haben und in einem traumhaften, gemütlichen Haus im Grünen zu wohnen.

Noch Fragen? Schreib eine Mail an Martin!

 

 

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