Partner von:

Digitalisierung? Das hat noch Zeit

Programmiersprache, Kugel, Gesicht [Quelle: Pixabay, Autor: geralt]

Quelle: Pixabay, geralt

Viele deutsche Banken bereiten sich nur unzureichend auf den digitalen Wandel vor – zu diesem Ergebnis kommt eine neue Studie von zeb. Zwar wissen die meisten Manager, dass eine IT-Modernisierung notwendig ist, doch konkrete Maßnahmen ergreifen nur die wenigsten von ihnen.

Führungskräfte von Geldinstituten begegnen den Herausforderungen der Digitalisierung erstaunlich passiv. Das zeigt die "digital pulse check"-Studie von zeb, die Ende 2015 durchgeführt und nun veröffentlicht wurde. Insgesamt beteiligten sich rund 250 Führungskräfte aus sämtlichen Bankensektoren an der durchgeführten Befragung.

55 Prozent aller Teilnehmer sind demnach der Meinung, dass ihr Institut in den kommenden Jahren Ertragseinbußen von mindestens 10 Prozent hinnehmen muss, wenn es nicht hinreichend auf die Digitalisierung reagiert. Doch nur jede fünfte Bank will die eigene IT-Architektur dringend umstellen. Dieser Befund erstaunt  die Studienautoren: "Eigentlich hätten wir vermutet, dass die Banken die Modernisierung ihrer IT vorantreiben. Das gilt insbesondere im Hinblick auf die Integration von Kooperationspartnern in das eigene Produkt- und Serviceangebot. Denn wer hier zu lange wartet, wird früher oder später den Anschluss verlieren", sagt zeb-Partner und Studieninitiator Dr. André Ehlerding.

Starke Webpräsenz, aber nicht auf Vergleichsportalen

Die höchste Priorität messen Topmanager dem eigenen Online-Auftritt bei – fast zwei Drittel der Befragten meinen, die Internetpräsenz in naher Zukunft stärken zu müssen. Die traditionellen Vertriebsstrukturen wollen 57 Prozent der Führungskräfte modernisieren, indem sie zum Beispiel die Zahl der Filialen reduzieren und stattdessen alternative Vertriebskanäle aufbauen. So sollen Standardprodukte in Zukunft auch online besser abschließbar sein.

Für irrelevant halten viele Banker dagegen die Nutzung von Vergleichsportalen und Bannerwerbung – nicht einmal jeder zehnte Befragte (7 Prozent) zeigte hohe Zustimmungswerte. "Hier würde ich mir eine größere Offenheit wünschen. Wir wissen aus unseren Projekten, wie sinnvoll die intelligente Einbindung von Vergleichsportalen sein kann. Damit vernachlässigen die Institute einen zunehmend wichtigen Vertriebskanal", sagt Ehlerding.

Erst mal keine Kooperation mit FinTech-Unternehmen

Die Zusammenarbeit mit Start-ups im Finanztechnik-Bereich, sogenannte FinTechs, erwägt derzeit nur jeder siebte Befragte. Dennoch glauben die meisten Führungskräfte, dass die Finanz-Start-ups in absehbarer Zeit relevant werden – vor allem im Zahlungsverkehr, in Abwicklung und Infrastruktur sowie bei Big Data und Scoring. Die vollautomatisierte Geldverwaltung ("Robo Advice") spielt für die meisten Führungskräfte dagegen vorerst keine Rolle – nach Ansicht von zeb ein Fehler, denn diese innovative Technologie könnte für das Retailgeschäft schneller wichtig werden, als viele Banker annehmen.

Alles in allem glaubt Mathias Gans, Senior Manager bei zeb und Co-Autor der Studie, zwar, "dass die deutschen Banken grundsätzlich begriffen haben, wie wichtig die Digitalisierung ihrer Geschäftsmodelle wäre. Besonders herausfordernde Handlungsfelder mit Kundenbezug und IT-Fokus meiden sie jedoch. Wir plädieren dafür, den Megatrend Digitalisierung umfassender anzugehen. Denn Banken, wie wir sie heute kennen, wird es so langfristig nicht mehr geben."

Du begeisterst dich für die Digitalisierung? Dann schreib deine Masterarbeit bei zeb oder gestalte als Consultant Digital Financial Services die digitale Transformation von Banken und Versicherungen. 

nach oben
Kommentare (0)

Zum Kommentieren bitte einloggen.

Das könnte dich auch interessieren