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Mit dem Avatar-Flugzeug ins Technik-Mekka

Matterhorn Berge (Quelle: Quelle: freeimages.com, DerJer)

Quelle: freeimages.com, DerJer

Das Flugzeug rast am Gebirgsgrat entlang, der Ausblick ist atemberaubend. Ein kurzer Schlenker - jetzt bloß nicht die Felswand berühren, das könnte bös ausgehen.

Das Bild von New York bleibt auf der Leinwand stehen, der Film ist zu Ende. Die Zuschauer beim Big Techday in München erwachen langsam aus der Trance. Sie sind gerade übers Gebirge geflogen und anschließend über New York, an der Freiheitsstatue vorbei mit kurzem Abstecher zu den Vereinten Nationen. Dank Trappy von "Team BlackSheep" weiß ich jetzt, dass es Leute gibt, die sich an einem Wochenende ihr Avatar-Flugzeug samt Ausrüstung schnappen und sich auf ein Feld setzen.

Video: Mit dem Avatar-Flugzeug auf dem Matterhorn

Die Wanderer gucken sicher etwas befremdet, wenn sie junge Männer in Camping-Stühlen sehen, Sichtbrille auf dem Kopf, Fernsteuerung in der Hand und eine große Richtantenne neben sich. Das sind dann Trappy und sein Team, die gerade Avatar-Flugzeuge steuern. Ihre Spezial-Brillen liefern ihnen dabei die Sicht, die sie hätten, wenn sie winzigklein wären und ins Cockpit der Avatar-Flugzeuge passen würden. Die Konstruktion eines solchen Flugzeugs ist eine komplizierte Sache, immerhin muss es leicht, aber doch stabil sein, eine funktionsfähige Kamera haben und durch den Funkverkehr steuerbar sein - und eine funktionierende automatische Rückkehr-Routine haben, wenn der Funkverkehr ausfällt.

Mekka für Technik-Freaks

Wer solche Technik-Spielereien mag, der ist richtig bei den "Open Techdays" von TNG Technology Consulting. Die finden einmal im Monat statt, und einmal im Jahr organisiert die IT-Beratung den "Big Techday", quasi den "großen Bruder" der monatlichen Veranstaltungen: Eine Konferenz über Wissenschaft und Technik, speziell IT. Einen Tag lang fachsimpeln hunderte Technik-Fans darüber, wie man C++ auf Latein programmiert, wie die Anatomie des Stuxnet-Wurms aussieht und wie man NoSQL in der Cloud installiert.

Das Tor zur Technik-Welt

Das HVB-Forum in München ist heute ganz in TNG-Blau getaucht: Am Eingang werden die Teilnehmer des Big Techdays begrüßt und können sich, bevor es richtig losgeht, mit Butterbrezn stärken. Dann ist die Qual der Wahl groß: Es gibt fünf verschiedene Sessions, von Robotik über agile Methoden bis IT-Sicherheit.

Wikipedia hilft beim Übersetzen

Ich entscheide mich für "Knowledge Extraction from Wikipedia: An Opportunity for Artificial Intelligence" von Prof. Dr. Michael Strube. Der arbeitet mit seinem Team daran, WikiNet zu erstellen - eine Art auf Wikipedia basiertes Übersetzungs-Tool. Immerhin nimmt Wikipedia den Computerlinguisten schon einiges an Arbeit ab, da es Wissen systematisiert, in Gruppen unterteilt, mit Schlagworten versieht und Zusammenhänge erstellt. Alles sehr nützlich für ein Computer-Wörterbuch. Strube erklärt, wie die Kategorisierung genutzt werden kann, um ein großes semantisches Netzwerk abzuleiten - sogar komplexe Sprachmuster können damit teilweise besser analysiert werden als mit herkömmlichen lexikalischen Datenbanken.

Kurztrip nach New York

Als nächstes ist Avatar-Pilot Trappy dran, und der Saal füllt sich. Keiner will sich den kostenlosen Kurztrip nach New York entgehen lassen - dazu kommt, dass Trappy Entertainer-Qualitäten hat. Besondere Erlebnisse? Die New Yorker Polizei war ganz schön nervös, als das Avatar-Flugzeug die Freiheitsstatue überflog - dabei hat das "Team BlackSheep" den Flug doch extra schon auf vier Uhr morgens gelegt. Und die zwei Wanderer, über die das Avatar-Flugzeug in den Bergen hinwegsaust? "Die haben wahrscheinlich den Schreck ihres Lebens abgekriegt." Trappy hat sein Flugzeug dabei und lässt es durch die Reihen wandern - wo es interessiert untersucht wird.

Technik auf der Überholspur, Justiz mit Reifenpanne

Entertainer-Qualitäten sind anscheinend Voraussetzung für einen Auftritt beim Big Techday, denn jetzt folgt ein schlagfertiges Wortgefecht zwischen Technik und Recht. Anwalt Prof. Dr. Peter Bräutigam und Henrik Klagges, Geschäftsführer von TNG, haben sich Gedanken gemacht, wie die moderne Technik das Rechtssystem herausfordert. Erste Erkenntnis: Die Technik ist immer schon ein paar Schritte voraus, die Justiz hechelt hinterher. Denn was passiert, wenn "so ein Besenstiel mit Klodeckel" - gemeint ist ein Roboter - für seinen Besitzer einkaufen geht und unterwegs die Kommunikation mit dem Besitzer ausfällt? Handelt der Roboter dann eigenmächtig, wenn kein Schoko-Kuchen mehr da ist und er stattdessen Zitronen-Kuchen kauft? Kann ein Roboter Rechtsgeschäfte abschließen? Und was, wenn er dann nicht genug Geld dabei hat?

Vergleichbare Fälle für technische Innovationen

Peter Bräutigam stürzt sich mit Wonne auf diesen Fall, man merkt ihm an, dass er Spaß an der Herausforderung hat. Fazit bleibt allerdings, dass die Rechtssprechung oft noch keine Lösungen hat für Probleme, die mit technischen Innovationen zu tun haben - wenn man Glück hat, gibt es vergleichbare Fälle, deren Urteile man ansatzweise übertragen kann. Wie sagt Jurist Bräutigam so schön: "Das geht auch kompliziert, da brauchen Sie nur uns Juristen dafür." Und schon kommt Henrik Klagges vergnügt mit der nächsten technischen Innovation um die Ecke...

Die Twitterwall des Big Techdays
Twitterwall Big Techday [Quelle: TNG] 355px × 240px

Beim Mittag- und Abendessen gibt es Gelegenheit, die Twitter-Wall zu verfolgen, auf der die Einträge zum "Big Techday" gesammelt werden. Und natürlich kann man sich beim Essen wunderbar mit all den anderen Technik-Fans austauschen, an den gerade gehörten Vortrag anknüpfen oder über ganz andere Themen fachsimpeln.

Traurig, den "Big Techday" verpasst zu haben? In einem Jahr findet der nächste statt. Und bis dahin gibt es noch viele Open Techdays, die du besuchen kannst - der nächste steht schon zur Anmeldung offen! Aktuelle Termine findest du in unserer Rubrik Partner-Events.

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