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Die richtigen Anlagen

Anlagen zur Bewerbung, Papierstapel, Unterlagen [Quelle: unsplash.com, Autor: Duong Tran Quoc]

Quelle: unsplash.com, Duong Tran Quoc

In vielen Bewerbungsmappen sind Zeugnisse und andere Anlagen ein einziger Irrgarten: eine Loseblattsammlung, zusammengehalten nur durch Klemmleisten und Heftstreifen. Dabei sind Anlagen eine hervorragende Infoquelle für den Personaler – und eine gute Werbemöglichkeit für dich.

Du selber magst noch durchblicken, welches Dokument zu welchem Punkt in deinem Lebenslauf gehört. Aber kann das auch ein anderer, der dich nicht so gut kennt? Diese Frage solltest du im Hinterkopf behalten, wenn du deine Anlagen für die Bewerbungsmappe zusammenstellst.

Leistungen in Bewerbungsanlagen nachweisbar machen

Deine Zeugnisse, Arbeitszeugnisse und Bescheinigungen müssen die Qualifikationen und Leistungen widerspiegeln, die du im tabellarischen Lebenslauf oder im Bewerbungsschreiben angepriesen hast. Im Idealfall untermauern die Anlagen also deine Fähigkeiten und runden das positive Bild ab, das der Personalfachmann von dir gewonnen hat. Zu vollständigen Bewerbungsanlagen gehören Zeugnisse, Weiterbildungszertifikate und Bescheinigungen ebenso wie Zwischenzeugnisse (auch von aktuellen Positionen). Erstellst du deine Bewerbungsunterlagen nach DIN 5008, listest du alle Anlagen in einem Anlagenverzeichnis am Ende des Anschreibens auf. Wähle für die Überschrift des Anlagenverzeichnisses "Anlagen", "Anhang" oder "Anlagenverzeichnis".

Bei Anlagen gilt: Klasse statt Masse

Im Idealfall hast du alle relevanten (!) Stationen deines CV belegt und die Nachweise im Anlagenverzeichnis aufgelistet. Generell solltest du aber nur die für die Jobbewerbung wichtigen Praktika, Berufserfahrungen und Zusatzqualifikationen wie Fortbildungen aufzählen und bescheinigen. Überleg dir deshalb gut, was du in deinen Lebenslauf schreibst: Bereits dort sollten nur Stationen deines Lebens stehen, die mit dem künftigen Job in Verbindung gebracht werden können. Selektier also schon im Lebenslauf, nicht erst bei den Anlagen.

Ausnahmen bei Richtungswechseln

Du hast zum Beispiel vier längere Praktika im Journalismus gemacht, bewirbst dich jetzt aber auf eine Stelle als Controller. Wenn du diese Praktika in deinem Lebenslauf nicht auflistest, entstehen dort eventuell Lücken: Deshalb solltest du sie erwähnen, obwohl sie mit dem angestrebten Job nicht viel gemein haben. Journalistische Arbeitsproben hingegen interessieren deinen potenziellen neuen Arbeitgeber in diesem Fall herzlich wenig. Klasse statt Masse lautet die Devise. Bring die Recruiter nicht zum Gähnen mit nichtssagenden oder unwichtigen Bescheinigungen, die lediglich als Füllmasse dienen.

Wann legt man das Abiturzeugnis bei?

Wenn ein Unternehmen nicht ausdrücklich darauf hinweist, dass dein Abiturzeugnis irrelevant ist, solltest du es mitschicken. Es gibt Firmen, die eine Bewerbung gar nicht erst bearbeiten, wenn das Abiturzeugnis fehlt. Wenn du eine Berufsausbildung gemacht hast, musst du diese Nachweise natürlich genauso einreichen wie die über ein Hochschulstudium. Generell solltest du dein Studium und dein Arbeitsleben lückenlos belegen können: Dazu gehören Arbeitszeugnisse, Zwischenzeugnisse und weitere Dokumente, mit denen du deine Qualifikationen dokumentieren kannst.

Jede Station im Lebenslauf belegen

Du solltest nicht den Fehler machen, schlechte oder werbeunwirksame Zeugnisse zu unterschlagen. Fehlende Bescheinigungen oder Arbeitszeugnisse wecken bei Personalern den Verdacht, dass du etwas verschleiern willst. Sei deshalb am besten von Anfang an ehrlich und steh notfalls zu schlechten Zeugnissen oder Beurteilungen. Für den Fall, dass man dich im Vorstellungsgespräch auf ein schlechtes Zeugnis anspricht, kannst du dir schon vorher eine gute Antwort überlegen.

Anlagenverzeichnis und Anlagenverweis

Welche Anlagen zur Bewerbung gehören ganz nach vorne, welche sollten zuletzt einsortiert werden? Solltest du deine Zeugnisse chronologisch beilegen oder mit dem aktuellsten anfangen? Kommen zuerst die Praxisnachweise, dann die Zeugnisse und zuletzt alles Weitere oder umgekehrt? Fragen nach der Anordnung der Anlagen sind nicht einfach zu beantworten. Im Allgemeinen sollte aber die Reihenfolge der Zeugnisse der Anordnung im Lebenslauf folgen. Das bietet sich an, da Personalverantwortliche Lebensläufe und Anlagen oft parallel lesen. Wenn du mehr als drei Blätter beilegst, ist ein Deckblatt mit Anlagenverzeichnis sinnvoll. Gib dezent Navigationshilfen durch deine Bewerbungsmappe.

Übersetzung von Nachweisen

Zeugnisse, die weder in Deutsch noch in Englisch abgefasst sind, sollten in der Regel übersetzt werden. Nicht in jeder Personalabteilung gibt es Fachleute mit Spanisch-, Russisch- oder Japanischkenntnissen. Bei sehr wichtigen Zeugnissen, etwa ausländischen Universitäts- oder Schulabschlusszeugnissen, lässt du die Unterlagen am besten von einem Diplomübersetzer übertragen und beglaubigen. Bei weniger wichtigen Unterlagen wie zum Beispiel Sprachzeugnissen reicht es, wenn du Übersetzungshilfe gibst und in einer kurzen Notiz alles Relevante zusammenfasst.

Bewerbung per E-Mail

Auch per Mail musst du als Bewerber die gleichen Unterlagen wie auf dem Postweg einschicken – also auch Zeugnisse, Praktikumsnachweise und Co. als Anlagen anhängen. Dabei gilt: nur im PDF-Format und am besten nur eine Datei. Mehrere Dateien muss der Personaler einzeln öffnen und ausdrucken – das kostet Zeit und seine Nerven. Mit Unterlagen im PDF-Format (PDF-Konvertierungsprogramme) stellst du sicher, dass das Unternehmen deine Anlagen genau so sieht, wie du sie abschickst. Oft reicht schon ein anderer Drucker, und deine schönen Word-Dateien sehen beim Personalentscheider aus wie Kraut und Rüben – ziemlich unprofessionell. Am einfachsten fasst du deine Anlagen zusammen, indem du schon beim Einscannen die Dokumente im PDF-Format erzeugst: So lassen sie sich hinterher einfacher zusammenfügen. Auch riesige Dateien kommen nicht gut an, weshalb du die Dateigröße und Qualität schon beim Scannen richtig einstellen solltest. Mehr als fünf Megabyte sollte dein Attachment nicht haben.

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