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Wie kriegt man das hin?

Gut vorbereitet ins Vorstellungsgespräch (Quelle: fotolia, Autor: Gina Sanders)

© Gina Sanders - Fotolia.com

So kann man für das Vorstellungsgespräch trainieren

Auf den Punkt kommen

Gut zu wissen: Jeder, der schon einmal "Stille Post" gespielt hat, weiß: Nur weil man etwas sagt, heißt das nicht, dass das Gesagte auch beim Gegenüber ankommt. Denn ob die Botschaft so verstanden wird, wie man sie gemeint hat, hängt auch von der Persönlichkeit, den Erfahrungen und der Einstellung des Empfängers ab. Deshalb ist es wichtig, dem Gegenüber möglichst wenig Gelegenheit für Missverständnisse zu bieten. Im Vorstellungsgespräch heißt das: auf den Punkt kommen.

Das kann man üben: Präzise Kommunikation kann man im Alltag trainieren: Auf Fragen "Wie war der Urlaub?", "Worum geht es in deiner Hausarbeit?" oder "Was macht ihr am Sonntag?" antwortet man in nicht mehr als fünf Sätzen. Dabei achtet man darauf, was den jeweiligen Gesprächspartner besonders interessieren könnte. Die Oma bekommt eine andere Antwort als die Freundin oder der Kommilitone. Man kann auch ganz sportlich versuchen, in nur einem Satz zu antworten. Das System überträgt man dann auf typische Fragen im Vorstellungsgespräch – "Warum wollen Sie für uns arbeiten?" oder "Wohin wollen Sie sich entwickeln?" – mit einem Personaler als Gesprächspartner im Kopf.

Last-Minute-Tipp: Beim Warten auf den Gesprächspartner kann man sich die wichtigsten Aussagen noch einmal vergegenwärtigen: "Ich möchte für dieses Unternehmen arbeiten, weil ..."; "Diese Stelle passt gut zu mir, weil ...".

Locker klingen

Gut zu wissen: Innen- und Außenwahrnehmung der Stimme sind unterschiedlich. Andere hören uns nicht so, wie wir uns hören. Das liegt daran, dass der Schall für die anderen nur durch die Luft übertragen wird, für uns selbst jedoch zusätzlich durch unseren Körper, zum Beispiel über den Kiefer. Die gute Nachricht dabei ist: Wenn die Stimme vor Aufregung zittert, nehmen die Zuhörer das oft nicht so intensiv wahr wie wir selbst.

Das kann man üben: Man muss nicht gleich ein ganzes Stimmtraining buchen. Im Internet gibt es zahlreiche Übungen, die die Stimme entspannter und sicherer machen sollen. Wie wirksam solche Übungen mittelfristig sind, ist umstritten. Lustig ist das Schnalzen, Zischen, Brummen und Sirenenheulen aber auf jeden Fall – auch für die Mitbewohner.

Sehr sinnvoll ist es, eine kleine Selbstpräsentation mit Video und Ton aufzunehmen. Viele werden dabei feststellen, dass sie in rasantem Tempo reden und es schwer ist, ihnen zu folgen. Alle, die das betrifft, können üben, bewusst langsamer zu sprechen – egal, ob beim Telefonat mit dem Freund oder bei der Bestellung an der Dönerbude.

Last-Minute-Tipp: Einen Schluck Wasser trinken: Das befeuchtet die Stimmbänder und hilft, wenn der Mund vor Aufregung trocken ist. Es sollte aber Wasser ohne Kohlensäure sein, damit man nicht mitten im Gespräch aufstoßen muss.

Körper beherrschen

Gut zu wissen: Nur sieben Prozent einer Botschaft würden über Worte vermittelt, 93 Prozent dagegen nonverbal, über Stimme und Körpersprache. Allein die Körpersprache habe einen Anteil von 55 Prozent. Diese Behauptungen halten sich hartnäckig. Sie sind aber falsch. Richtig ist, dass der US-Psychologe Albert Mehrabian vor Jahrzehnten in einem Experiment untersucht hat, was bei der Kommunikation von Gefühlen wichtiger ist: das gesprochene Wort oder Stimme und Körper. Nur für diesen sehr speziellen Fall gilt die Formel. Albert Mehrabian selbst hat stets betont, dass man sie nicht verallgemeinern dürfe. Trotzdem hat die Körpersprache natürlich einen Einfluss auf die Art, wie andere uns wahrnehmen.

Das kann man üben: Im Vorstellungsgespräch ein einstudiertes Mimik- und Gestikprogramm abzuspulen, kommt bei den Gesprächspartnern eher schlecht an. Es reicht, die Grundregeln des höflichen Umgangs zu beherzigen – etwa, sich seinem Gegenüber zuzuwenden, ihm nicht das Wort abzuschneiden und nicht an ihm vorbeizustarren. Trainieren kann man auch, ein Gefühl für seinen Körper zu bekommen. Dabei hilft jeder Sport, egal ob Schwimmen, Tai-Chi oder Pilates. Auch beim Theaterspielen lernt man, seinen Körper besser wahrzunehmen.

Last-Minute-Tipp: Auch wenn es naheliegend ist, vergessen es viele vor lauter Anspannung: Ab und an sollte man seinen Gesprächspartner anlächeln.

Entspannt sein

Gut zu wissen: Wenn wir in einer Situation sind, die ungewohnt, gefährlich oder besonders wichtig ist, schaltet der Körper einen Gang höher. Er schüttet Stresshormone wie Cortisol und Adrenalin aus, das Herz schlägt schneller, der Atem wird flacher, die Muskeln spannen sich an. Man kann den Körper aber beruhigen.

Das kann man üben: Beispielsweise hat die Harvard-Forscherin Amy Cuddy in Studien gezeigt, dass sogenannte Powerposen (breitbeinig hinstellen, Hände in die Hüften stemmen) die Konzentration des Stresshormons Cortisol im Blut senken und gleichzeitig den Testosteronspiegel erhöhen können. Die Vorstellung, kurz vor dem Gespräch vom künftigen Chef beim Powerposing beobachtet zu werden, ist leider nicht wirklich entspannend. Besser ist es, sich bewusst zu machen, dass Stress zumindest kurzfristig nicht schadet. Er macht wacher, konzentrierter und bereitet darauf vor, auf ein nahendes Problem zu reagieren. Wichtig ist allerdings, darauf zu achten, dass Stress nicht zum Dauerzustand wird. Damit das klappt, sollte man Sport oder Entspannungskurse wie autogenes Training fest in den Alltag einbauen. Man kann sich dafür auch mit Freunden verabreden.

Last-Minute-Tipp: Wenn die Aufregung zu groß wird, hilft es, tief ein- und auszuatmen, so dass sich der Bauch hebt und senkt. Oder man ballt die Faust etwa zehn Sekunden lang, konzentriert sich auf das Anspannungsgefühl, lässt locker und achtet dann auf das Entspannungsgefühl.

© ZEIT Online (Zur Original-Version des Artikels

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