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"Ich zeig dir mal was – mich!"

Mann Bizeps Selbstmarketing Sportler [© rangizzz - Fotolia.com]

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Musst du dich vermarkten, um Karriere zu machen? Oder zeugt das nur von übersteigertem Selbstbewusstsein? Die e-fellows.net-Redakteure Lisa und Lino diskutieren Pro & Contra von Selbstmarketing – an drei ausgewählten Beispielen.

Brauchst du eine eigene Website?

Wer sich selbst vermarkten will, braucht eine Plattform nach seinen Wünschen.

Lisa

Jeder kann ein paar Daten in ein XING-Profil tippen. "Ich biete: Kreativität, Teamfähigkeit, Flexibilität", steht dann da. Aber mal ehrlich: Wie willst du mit solchen Nullvokabeln wirklich darstellen, was du draufhast?

Wo sollen die Hausarbeiten, Fachartikel und Start-up-Konzepte glänzen, mit denen du in den letzten Jahren bei Profs, Kollegen und Geldgebern gepunktet hast? Wo flimmert dein Bewerbungsvideo in seiner hochauflösenden Pracht? Auf einer Website natürlich – deiner Website.

Außerdem: Soll jemand, der dich googelt, etwa als Erstes auf den Lokalzeitungsbericht stoßen, aus dem hervorgeht, dass du 1998 beim Fun Run der Unterstufe immerhin den 3. Platz gemacht hast? Und nicht lieber auf eine Domain unter deinem Namen, auf der sich der ergriffene Besucher durch dein fünfsprachiges Publikationsverzeichnis klicken kann? Wer sich selbst vermarkten will – und das willst du! –, braucht eine Plattform nach seinen Wünschen. Schaff sie dir.

Bonusfakt: Eine ansehnliche Webseite legt außerdem nahe, dass du dich aufs Programmieren verstehst (selbst wenn das gar nicht stimmt). Und IT-Skills sind heute Gold wert.

Wenn wenig Leute deinen Namen googeln, liegt das daran, dass du kein besonders interessanter Mensch bist.

Lino

Es gibt zwei Sorten Menschen. Nette, rücksichtsvolle, handzahme. Und solche, die verlangen, dass andere an ihrer Existenz teilhaben. Ich nenne sie "Trumpel".

Man erkennt diese Existenzen daran, dass sie auf Fotos breit grinsen und auf einen selbstreinigenden Nano-Pömpel aus Adamantium (mit USB-Anschluss) zeigen, für den sie gerade den fünften Förderpreis der Sparkasse Bad Fucking erhalten haben.

Sie wollen doch nur geliebt werden. Leider auch im Internet, das ist nämlich noch nicht voll.

Dort findet man dann "Andy Wurstwasser's Zwischennetz-Präsenz", natürlich als "offizielle Seite" ausgewiesen – als bestünde Verwechslungsgefahr mit all den inoffiziellen Websites, die sich des Leitmotivs Andy Wurstwasser annehmen (Spoiler: Es gibt keine).

Was ich damit sagen will? Du brauchst keine Website. Wenn dein Namen zu selten gegoogelt wird, ändert sich das nicht, indem du mehr über dich ins Internet hineinschreibst. Sondern dadurch, dass du etwas Besonderes auf die Beine stellst. Etwas, das echte Probleme löst. So wird man erinnert.

Das Aufschreiben kannst du dann getrost anderen überlassen.

Solltest du über deine Erfolge reden?

Lisa: Als Angestellter kannst du nicht darauf vertrauen, dass dein Chef schon mitbekommen hat, wie grandios du neulich den Sales Pitch herumgerissen hast. Du solltest schon sichergehen – und beispielsweise am Nachmittag "beiläufig" beim Geschäftsführer hereinschneien mit dem Satz: "Haben Sie die Verträge zum Rödelheim-Etat schon erhalten? Ich wollte mich nur vergewissern, dass die besonderen Konditionen stimmen, die wir herausgehandelt haben."

Woraufhin dien Chef natürlich nach den "besonderen Konditionen" fragen wird, was dir wieder die Gelegenheit gibt, noch mal – ganz bescheiden – von deinen Heldentaten zu berichten.

Damit handelst du auch im Interesse der Firma: Wie soll die Geschäftsführung den besten Kandidaten für die anstehende Beförderungsrunde (etwa dich?) identifizieren, wenn sie nicht über alle Infos verfügt?

Karriere macht derjenige, der etwas tut. Schon falsch.

Karriere macht natürlich, wer darüber redet.

Lino: "Bei vielen Menschen ist es bereits eine Unverschämtheit, wenn sie Ich sagen", wusste der Philosoph Adorno. Im Geschäftsleben gilt das allemal: Den Profi erkennt man daran, dass er immer nur zur Sache spricht, nie von sich selbst. Er weiß: Die Sache ist beredt genug.

Und er weiß auch: Karrieren werden nicht durch Leistung entschieden, sondern durch Sympathie. Und Selbstdarsteller sind unsympathisch.

Wenn deine Chefin dich noch nicht auf die Extrapalette Eiersalat anspricht, die du dem Caterer in zähen, bezahlten Überstunden abgerungen hast, liegt das nicht daran, dass sie deine Leistung nicht schätzt. Sondern daran, dass sie dich nicht leiden kann und so wenig wie möglich mit dir zu tun haben will.

Dagegen hilft auch keine Sonderpackung Eigenlob. Sondern nur: ein Jobwechsel.

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Im e-fellows.net wiki kannst du dein Wissen teilen und von den Erfahrungen anderer Stipendiaten profitieren.

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Kommentar (1)

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  1. Anonym

    Lisa, kannst du noch den Link zu deiner Webseite posten? Wäre spannend zu sehen was du schon alles auf die Beine gestellt hast.

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