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Gar nicht mal so gierig

Silhouette, Geschäftsmann, Statistik [Quelle: pixabay.com, Autor: Gerd Altmann]

Quelle: pixabay.com, Gerd Altmann

Banker und Berater haben keinen guten Ruf. Fünf Mythen – und was sich dahinter verbirgt.

Banker sind gierig und karrieregeil, Berater verdienen viel und bringen wenig: Seit der Finanzkrise hat der Ruf der Geldbranche enorm gelitten. Schon 2012 sagte ein Vorstand eines großen deutschen Geldhauses: "Der Bankkaufmann ist schon lange kein Traumjob mehr."

Daran hat sich seitdem nicht allzu viel geändert, wie vor einigen Monaten auch die Student Banking Survey der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Deloitte belegte. Demnach wollen nur sieben Prozent der Wirtschaftsstudenten später bei einer Bank arbeiten. Wer will es ihnen verübeln?

Bereits 2012 kündigte die Deutsche Bank eine der größten Stellenstreichungen ihrer Geschichte im Investmentbanking an, rund 1.500 Arbeitsplätze sollten wegfallen. Der Großteil davon ist inzwischen vollzogen, der nächste radikale Umbau des neuen Vorstandsvorsitzenden John Cryan läuft bereits.

Bei anderen Großbanken wie der Commerzbank oder Credit Suisse war es ähnlich. Laut einer Studie des Beratungsunternehmens Bain & Company müssen die Banken wegen schlechter Zahlen in den kommenden zehn Jahren in Deutschland 125.000 Stellen abbauen. Weitere 115.000 Arbeitsplätze, so schätzt das Beratungsunternehmen, werden in Servicegesellschaften ausgelagert. Diese Jobs existieren dann zwar noch, aber nicht mehr in den Banken selbst – und bieten deutlich schlechtere Konditionen für die Arbeitnehmer. Ein Traumjob sieht anders aus.

Beratern wiederum werfen Kritiker gerne mal "hot air consulting" vor: Sie kommen für hohe Tagessätze eingeflogen, stiften Unruhe in der Belegschaft und bieten schließlich viel heiße, teure Luft auf schicken Folien, bringen den Kunden aber wenig. So weit zumindest die Vorurteile. Aber wie sieht es tatsächlich mit den typischen Klischees über Banker und Berater aus? Fünf typische Mythen – und wie es in der Wirklichkeit ist.

Banker sind nur am eigenen Boni interessiert

So lautet eines der gängigsten Klischees überhaupt. Doch das Image vom völlig skrupellosen Banker, der ausschließlich auf seine eigene Gewinnmaximierung bedacht ist, trifft kaum noch zu. Zum einen, weil davon Kunden abgeschreckt werden. Zum anderen gibt es neben den global agierenden Investmentbanken eben auch zahlreiche kleinere, regional ausgerichtete Banken – und dort entspricht dieser Mythos erst recht nicht der Realität, weil sie ihre Kunden vor Ort zufriedenstellen müssen. Und Genossenschaftsbanken haben sich ganz offiziell dem Gemeinwohl verschrieben.

Dementsprechend haben sich auch die Gehälter der Branche normalisiert: Nach einer Analyse des Karrierenetzwerks eFinancialCareers im Jahr 2015 ist der Spitzenreiter bei den Banken im deutschsprachigen Raum in den Gehältern die Deutsche Bank: Im Durchschnitt verdienen die Mitarbeiter dort 127 494 Euro. Bei Volksbanken verdienen die Banker schon wesentlich weniger: Hier liegt der Durchschnittsverdienst laut eFinancialCareers bei 53.000 Euro. Millionengehälter sehen anders aus.

Einen Wandel gibt es bei der Deutschen Bank zum Beispiel bei Boni-Zahlungen. Im Geschäftsbericht 2015 schreibt das Geldinstitut im Hinblick auf seine Zukunftspläne: "Es ist ein wesentlicher Bestandteil der Strategie 2020, die Vergütung noch stärker mit Leistung und Verhalten in Einklang zu bringen." So kann man es natürlich auch ausdrücken.

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